• 02.04.2009, 12:33:14
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UVP Mochovce: Greenpeace legt Beschwerde ein

Bauarbeiten laufen bereits trotz ausständiger Umweltprüfung

Wien/Bratislava (OTS) - Die Umweltorganisation Greenpeace hat bei
der laufenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zu den Blöcken 3
und 4 des slowakischen Atomkraftwerks Mochovce Beschwerde eingelegt
und zwar gleich mehrere Punkte betreffend. Obwohl das Verfahren
gerade erst angefangen hat, wird am Reaktorgelände bereits gebaut.
"Das Umweltrecht wird hier mit Füßen getreten", so
Greenpeace-Energieexperte Jurrien Westerhof.

Die geplanten Reaktoren in Mochovce sind vom Sowjettyp WWER
440/213. Das größte Risiko bei diesen Reaktoren geht vom kompletten
Fehlen einer Reaktorhülle aus. Das bedeutet, dass der Absturz eines
mittelgroßen Flugzeugs bereits eine Atomkatastrophe auslösen könnte.
Die einzige Maßnahme, die davor schützen soll, beschränkt sich auf
die Errichtung einer Beleuchtung des Kraftwerksgeländes. Diese soll
anscheinend lediglich verhindern, dass ein Pilot die riesige Anlage
übersieht. "Wie in anderen Atomstaaten, scheint man auch in der
Slowakei nicht wahrhaben zu wollen, dass die Gefahr nicht von
Flugzeugunfällen sondern von einem gezielten Angriff ausgeht", so
Westerhof. "Um das zu verhindern, sind Lampen ungefähr so wirksam wie
ein Schild mit der Aufschrift "Verboten für Terroristen".

Unbekannt ist, was mit dem hochradioaktiven Atommüll passieren
soll. Weltweit ist die Frage nach wie vor ungeklärt, wie man diesen
sehr gefährlichen Müll über mehr als zehntausend Jahre lang lagern
soll ohne dass dabei eine Gefahr für Mensch oder Umwelt entsteht.
Außerdem gibt es in der Slowakei wie auf der ganzen Welt keine
Endlagerstätten. Das bedeutet, dass der gefährliche Abfall
wahrscheinlich für Jahrzehnte am Reaktorgelände bleiben wird.
Auch auf mögliche grenzüberschreitende Folgen eines Unfalls wird in
den Unterlagen zur UVP nicht eingegangen. "Die slowakischen Behörden
scheinen uns glaubhaft machen zu wollen, dass die Strahlung bei einem
Unfall an der Grenze stehen bleibt und umdreht", so Westerhof.

Greenpeace fordert daher, dass die Reaktoren 3 und 4 nicht in
Betrieb genommen werden. Im Gegenteil, das Kraftwerk Mochovce soll
möglichst schnell vom Netz genommen werden.

Rückfragehinweis:
Dipl.-Ing. Jurrien Westerhof, Energieexperte Greenpeace
Tel.: 0664-6126701
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace
Tel.: 0664-6126718

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