- 30.03.2009, 13:23:12
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Paiha, AUGE/UG: "Statt Lohnzurückhaltung endlich gesetzlichen Mindestlohn und Einkommensschutz bei Teilzeit!"
Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen fordern wirksamen Mindestlohn und Einkommensschutz für Teilzeitbeschäftigte.
Wien (OTS) - "Tiefer geht's nimmer," kommentiert Klaudia Paiha,
Bundessprecherin und Spitzenkandidatin der Alternativen, Grünen und
Unabhängigen GewerkschafterInnen (AUGE/UG) die Forderung der
Industriellenvereinigung nach Nullohnrunden und Lohnkürzungen. "Die
IV setzt wieder einmal ganz auf Umverteilung von unten nach oben und
hat offensichtlich auch keine Probleme damit, eine weitere Schwächung
der Binnennachfrage in Gang zu setzen. Dass das gerade in Zeiten
einer immer schlimmer werdenden Rezession krisenverschärfend wirkt,
scheint die Industrie nicht weiter zu tangieren. Gerade jetzt braucht
es ordentliche Lohn- und Gehaltssteigerungen und definitiv keine
Nullohnrunden und schon gar keinen Lohnverzicht."
Lohnverzicht rettet Arbeitsplätze - und die Erde ist eine Scheibe
Die AUGE/UG erinnert in diesem Zusammenhang an eine Studie der
Österreichischen Gesellschaft für Politikberatung und
Politikentwicklung aus dem Jahr 2008: Aus dieser Studie geht hervor,
dass von 2003 bis 2008 die Einkommen der Vorstandsmitglieder der
wichtigsten börsenotierten Unternehmen von 480.000 auf 890.000 Euro
gestiegen sind, sich also beinahe verdoppelt haben, während der
Personalaufwand je MitarbeiterIn um 10 % zurückgegangen ist. Während
Gewinne und Dividenden um 300 % gestiegen sind, stieg die
Beschäftigung um nur 74 %. Jede/r Beschäftigte hat 2007 nicht nur
seinen/ihren Lohn, sowie die Kosten des Unternehmens erwirtschaftet,
sondern auch noch einen Gewinn von rund 23.000 Euro nach Steuern, im
Jahr 2003 noch 10.000 Euro. Die Untersuchung stellt am Schluss fest,
dass die ArbeitnehmerInnen dieser Unternehmen am Unternehmenserfolg
nicht entsprechend beteiligt wurden.
"Es braucht schon eine besondere Chuzpe angesichts dieser Zahlen
einen 'Solidarbeitrag' der Beschäftigten in Form von Lohnverzicht zur
Überwindung der Krise zu fordern. Wo war die Solidarität der
Arbeitgeber in Zeiten der Hochkonjunktur? Und - wo sind
Rückstellungen und Rücklagen für Krisenzeiten geblieben? Die Krise
hat sich ja bereits 2008 abgezeichnet. Offensichtlich wurden
allerdings nach wie vor Manager und Eigentümer mit Dividenden,
Aktienoptionen und Spitzengehältern bestens bedient," so Paiha. "Die
Zahlen belegen auch klar: Lohnverzicht rettet nicht Arbeitsplätze,
nicht in Zeiten der Hochkonjunktur und schon gar nicht in Zeiten der
Krise. Die Lohnzurückhaltung der Gewerkschaften hat sich nicht
bewährt und weckt nur neue Begehrlichkeiten seitens der Industrie,
die offensichtlich einmal schaut 'was reingeht'."
AUGE/UG für gesetzlichen Mindestlohn und Einkommensschutz bei
Teilzeit
Die AUGE/UG fordert einmal mehr einen gesetzlichen Mindestlohn
sowie einen Einkommensschutz für Teilzeitbeschäftigte: "Ein
Mindestlohn von 1.000 Euro wie von den Sozialpartnern verhandelt ist
definitiv zu wenig und gilt auch nicht für freie DienstnehmerInnen.
Wir wollen - wie in vielen anderen europäischen Ländern längst
Standard - einen jährlich anzupassenden gesetzlichen Mindestlohn von
Euro 7,50/Stunde, der auch für freie DienstnehmerInnen gilt," so
Paiha. Auf ein Monatszwölftel gerechnet würde das ca. 1.500
Euro/brutto entsprechen. Zusätzlich fordert die AUGE/UG einen
Einkommensschutz für Teilzeitbeschäftigte: "Keine
Teilzeitbeschäftigung soll unter Euro 680/Monat fallen. In Dänemark
gibt es Mindestarbeitszeitregelungen, die einen Fall von Einkommen
aus Teilzeit ins Bodenlose verhindern. Ähnlich Regelungen sind auch
endlich in Österreich umzusetzen. Das würde vor allem auch
Fraueneinkommen stärken und die Binnennachfrage ankurbeln," schließt
Paiha.
Rückfragehinweis:
Alternative und Grüne GewerkschafterInnen - AUGE/UG
Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG 0664/614 50 14
Internet: www.auge.or.at
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