- 23.03.2009, 11:29:39
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Unternehmensübergaben und -nachfolgen in Österreich - BILD

Wien (OTS) -
- Rd. ein Fünftel der Unternehmen der Gewerblichen Wirtschaft steht in der nächsten Dekade vor der Herausforderung der Unternehmensübergabe - Überdurchschnittliche Betroffenheit im Handel und Tourismus - Drei Fünftel der potenziellen Übergaben sind langfristig erfolgreich am Markt tätig
Bedeutung von Unternehmensnachfolgen für die Wirtschaft
Eine Unternehmensnachfolge stellt - wie auch die Gründung - eine
wichtige Phase im Unternehmenslebenszyklus dar, die den nachhaltigen
Erfolg des Betriebes wesentlich beeinflusst.
In der Dekade 2009 - 2018 stehen rd. 57.500 Kleine und Mittlere
Unternehmen (KMU inkl. Ein-Personen-Unternehmen, EPU), d. s. rd. 18 %
der KMU (inkl. EPU) der Gewerb-lichen Wirtschaft, vor der
Herausforderung, die Unternehmensübertragung erfolgreich zu meistern.
Eine überdurchschnittliche Betroffenheit zeigt sich insbesondere in
den Sparten Handel sowie Tourismus und Freizeitwirtschaft bzw. in den
Bundesländern Tirol, Salzburg, Kärnten und Vorarlberg.
Sofern die Herausforderung der Unternehmensnachfolge in der
nächsten Dekade ge-meistert wird, können dadurch die Arbeitsplätze
von mindestens 259.000 selbstständig und unselbstständig
Beschäftigten gesichert werden; d. s. 17 % der Arbeitsplätze der KMU
innerhalb der Gewerblichen Wirtschaft. Im Durchschnitt ist von
502.000 be-troffenen Beschäftigten auszugehen. Dies entspricht fast
einem Drittel der Arbeitsplätze.
Realisierte Unternehmensübergaben
Im Jahr 2007 wurden mehr als 6.500 Unternehmen übergeben, womit
sich die steigen-de Dynamik der Vorjahre weiter fortsetzte. Im
Durchschnitt beschäftigt jedes über-nommene Unternehmen rd. 5
Beschäftigte (inkl. UnternehmerIn), womit der Beschäf-tigungseffekt
deutlich über den Neugründungen liegt.
Die NachfolgerInnen des Jahres 2006 sind im Durchschnitt 37,4
Jahre alt und verfügen über eine fundierte fachliche Ausbildung sowie
Brachen- bzw. Berufserfahrung. Wesent-liche Motive für den Antritt
der Nachfolge sind der Wunsch nach Selbstverwirklichung und das
Erreichen einer flexiblen Zeiteinteilung. In Familienbetrieben spielt
außerdem die Sicherung des Fortbestands des Unternehmens und der
Arbeitsplätze sowie die Fortführung der Familientradition eine große
Rolle.
In der letzten Dekade (Zeitraum ca. 1996 - 2006) ist eine sinkende
Häufigkeit von Übergaben an Familienmitglieder sowie ein rückläufiger
Trend der altersbedingten Übergaben zu beobachten.
Entwicklung der übergebenen Unternehmen
27 % der NachfolgerInnen konnten seit Antritt der Nachfolge ihre
Umsätze steigern und haben gleichzeitig den Beschäftigungsstand
erhöht. Dem gegenüber stehen 5 % der Unternehmen, die Umsatzeinbußen
verzeichnen und MitarbeiterInnen frei gesetzt haben. Kritisch ist die
Entwicklung jener 12 % der Betriebe zu sehen, die seit der Über¬gabe
einen Umsatzrückgang realisiert haben, jedoch den Beschäftigtenstand
konstant hielten oder erhöhten. Diese Unternehmen werden in naher
Zukunft mit einem betriebs-wirtschaftlichen Problem konfrontiert
sein, da die Personalkosten mit den rückläufigen Umsätzen nicht
korrespondieren.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass rd. 62 % der potenziellen
Übergabefälle als lang-fristig erfolgreich angesehen werden können;
bezogen auf die realisierten Übergaben liegt dieser Anteil bei über
75 %!
Gründe für das Scheitern von Unternehmensübertragungen sind
Spannungen im Ver-hältnis zwischen ÜbergeberIn und NachfolgerIn, die
Nichteinbeziehung des/der Nach-folgerIn in die Nachfolgeplanung sowie
die mangelnde Einbeziehung externer Unter-stützung zu nennen.
"Diese aktuellen Analysen belegen die Bedeutung der
Nachfolgeplanung bei der Meis-terung der Unternehmensnachfolge", so
Mag. Peter Voithofer, stellvertretender Direktor der KMU FORSCHUNG
AUSTRIA. "Unternehmensnachfolgen können eine attraktive Alternative
zur Unternehmensneugründung sein - die Unternehmens-nachfolger
ver-stehen sich ja auch als GestalterInnen der Unternehmen (im Sinne
der aktiven Unter-nehmensführung) und nicht als BewahrerInnen von
mitunter überkommenen Strukturen".
Für Rückfragen steht Ihnen Herr Mag. Peter Voithofer zur Verfügung.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .
Rückfragehinweis:
Mag. Peter Voithofer
KMU FORSCHUNG AUSTRIA
Gußhausstr. 8, 1040 Wien
mailto:[email protected]
Tel:+43 1 5059761
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