ÖGB-Csörgits: Einkommensschere muss endlich geschlossen werden!

Österreichweite Studie zu Einkommensunterschieden auf Basis der EU-Studie soll so schnell wie möglich erstellt werden

Wien (ÖGB) - "Frauen haben ein Recht auf gleiches Einkommen für gleichwertige Arbeit. Wenn das nicht freiwillig funktioniert, muss man die Unternehmen zu ihrem Glück zwingen", fordert ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits anlässlich der Aussagen von WKÖ-Präsident Leitl im heutigen Standard. Dieses Recht ist in Österreich noch lange nicht verwirklicht. Die kürzlich veröffentlichten EU-Daten bescheinigen Österreich kein gutes Zeugnis. Nur in Estland geht die Einkommensschere zwischen Mann und Frau weiter auseinander als bei uns. "Die EU-Studie ist eine gute Basis, auf der man aufbauen kann. In einigen Ländern Europas gibt es gute Beispiele, die man auch in Österreich anwenden könnte", stellt Csörgits fest und nimmt Betriebe und Politik in die Pflicht: "Der Gesetzgeber muss rasch handeln, wenn es die Wirtschaft nicht freiwillig tut."++++

Konkret fordert Csörgits:

o die verpflichtende Erhebung von Einkommens- und Arbeitszeitdaten auf Unternehmensebene
o eine umfassende, detaillierte Studie zu den Einkommensunterschieden in Österreich
o eine nationale Entgeltgleichheitskonferenz
o eine Gleichbehandlungsstelle analog dem schwedischen Gleichstellungsombud.

Für die ÖGB-Frauenvorsitzende würden transparente Löhne und Gehälter Löhne einen weiteren Schritt zum Schließen der Einkommensschere beitragen: "In einem ersten Schritt müssen die Einstiegsgehälter in den Betrieben offengelegt werden. Sinnvoller wäre es natürlich, wenn dies für alle Gehälter gelten würde." Mehr Transparenz könne auch ein Lohn- und Gehaltsrechner nach Schweizer Vorbild bringen, der es Frauen wie Männern ermöglicht, sich über branchenübliche Einkommen zu informieren. Weitere Maßnahmen für das Schließen der Einkommensschere seien mehr Vollzeit-Arbeitsplätze für Frauen sowie eine verpflichtende Frauenquote in den Führungsgremien im öffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft. (arr)

ÖGB, 17. März 2009 Nr. 149

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