- 16.03.2009, 16:02:28
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Offener Brief des Roland-Rainer-Komitees
Klares Bekenntnis zum Erhalt des "Küniglbergs" wird gefordert

Wien (OTS) - Die Unterzeichner und Unterzeichnerinnen fordern von
allen Verantwortlichen ein klares Bekenntnis zum Erhalt des
"Küniglbergs" in zeitgemäß modifizierter, dem Geist seines Erbauers
entsprechender Form!
Grundsätzlich liegt die Unterschutzstellung des ORF-Zentrums am
Wiener Küniglberg durch das Bundesdenkmalamt im öffentlichen
Interesse, tut es doch gerade hierzulande Not, die Architektur der
Nachkriegsmoderne, sofern ihr wie dem Roland-Rainer-Bau fundamentale
Bedeutung zukommt, als schutzwürdiges Kulturgut anzuerkennen.
Roland Rainer zählt zu Österreichs Epoche machenden Architekten.
An die Stilrichtungen der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg anknüpfend,
war er konsequent modern und seiner Zeit nicht selten voraus. In
verschiedenen Funktionen (u.a. als Stadtplaner 1958 bis 1963) prägte
er mit seinem vom Wohnhaus bis zum Städtebau reichenden Werk das
Gesicht Wiens. Nach wie vor stellt sein humanistisch-demokratisches,
sozial verantwortliches und naturnahes Architekturdenken eine ernst
zu nehmende Herausforderung dar.
Den Denkmalschutz des Gebäudekomplexes am Küniglberg wie
kommentiert bis auf die Türklinken auszudehnen macht keinen Sinn.
Roland Rainer war überzeugt, dass man ein Bauwerk hinsichtlich
gegenwärtiger und zukünftiger Veränderungen fortentwickeln muss, wenn
dessen Ideen produktiv bleiben sollen.
Denkmal ist dergestalt, was weiter denkt, weiter denken macht; nur
wo Lebendiges darin wohnt, versteinert es nicht zum Standbild eines
vergangenen Status quo.
Darum ist es von Bedeutung, auf der Grundlage des Vorhandenen zu
provozieren, darum ist Flexibilität gefragt. Schützen heißt im
gegenständlichen Fall, die tragenden Ideen und das architektonische
Programm als Herausforderung zu sehen. Diese Ideen objektivieren sich
in einer flexiblen, unabhängige Strukturen vorsehenden Architektur.
Mögliche Zu- oder Umbauten lagen von vornherein im Plan; Roland
Rainer erweiterte und adaptierte das ORF-Zentrum ja noch selbst (1982
bis 1985 und 2001); wiederum andere bauliche Veränderungen
verfälschten seine Ideen. Künftige Entwürfe müssen also zumindest den
Geist der Rainer’schen Ideen atmen.
Jüngsten Meldungen zufolge hat der ORF dem Stiftungsrat aus
betriebswirtschaftlichen Gründen die Übersiedlung des Hauptquartiers
ins neue "Media Quarter" St. Marx vorgeschlagen. Man muss einem unter
internationalem Konkurrenzdruck stehenden Medienunternehmen gewiss
Mobilität zubilligen und gerade weil der ORF seinem Kulturauftrag
nachkommen wird, muss einer intensiven Auseinandersetzung mit -
zeitgenössischer - Architektur Raum gegeben werden.
Für den Verbleib des ORF im Roland-Rainer-Bau, und auch für den
Fall, dass man eine Auslagerung gewisser Bereiche des ORF in Betracht
zieht, ist es einerseits natürlich erforderlich mit dem Denkmalamt zu
kooperieren, aber es bedarf unbedingt auch eines Beirats von
Roland-Rainer-Experten, der sicherstellt, dass sowohl der Geist des
Architekten erhalten bleibt als auch alle betrieblichen Erfordernisse
gewährleistet werden.
Welch einmalige Chance für Wien, Kultur unter Beweis zu stellen!
Für das Roland-Rainer-Komitee:
Gregor Eichinger, Doris Fercher, Simonetta Ferfoglia, Peter Noever,
Carl Pruscha, Johanna Rainer, Eva Rubin, Marta Schreieck.
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Rückfragehinweis:
Presse MAK Monika Meryn (Leitung) Olivia Harrer Tel.: (++43-1) 711 36-229 Fax: (++43-1) 711 36-227 mailto:[email protected] http://www.mak.at
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