• 15.03.2009, 13:55:19
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Weltwasserforum: Die globale Wasserkrise droht - Europa betroffen

WWF kritisiert Gastgeberland Türkei für schlechtes Wassermanagement kritisiert

Wien. (OTS) - "Wir steuern direkt auf eine globale Wasserkrise
zu", warnt Martin Geiger, Leiter Bereich Süßwasser beim WWF,
anlässlich des Weltwasserforums in Istanbul. Die Ressource Wasser
würde, so der WWF-Experte, immer knapper. Das sei in erster Linie
eine Folge von Verschwendung, Missmanagement und ineffizienter
Bewässerung. Deutliche Zeichen der weltweiten Wasserkrise sieht
Martin Geiger in der Jahrhundertdürre Anfang 2009 in China oder in
den extremen Trockenperioden im Mittelmeerraum. Die Folgen würden
nach WWF-Einschätzung auch Mitteleuropa treffen: Es drohen
Landflucht, Kollaps der Landwirtschaft am Mittelmeer und ein Ende des
Tourismus in beliebten Urlaubsregionen.

Aktuellen WWF-Recherchen zufolge ist auch das Gastgeberland Türkei
kein Vorbild in Sachen Wassermanagement. Der Grundwasserspiegel ist
in den vergangenen drei Jahrzehnten um über 14 Meter gesunken.
Zusätzlich verschärft sich die Lage durch einen beständigen Rückgang
der Niederschläge (bis zu 43 Prozent weniger). Trotzdem werden immer
größere Flächen für die Landwirtschaft künstlich bewässert und in den
Urlaubsregionen sollen über 100 neue Golfplätze entstehen. Allein
eine dieser Anlage hat den jährlichen Wasserbedarf einer Kleinstadt.
Als Folge mussten 2007 Istanbul, Ankara und Izmir im Sommer tageweise
das Wasser abstellen. "Unsere Nachfrage in Europa befeuert damit
zumindest indirekt den unverantwortlichen Wasserraubbau und wir wären
direkt betroffen, wenn Dürren die türkischen Ernten vernichten",
warnt die WWF-Expertin für die Mittelmeerregion, Dorothea August.

WWF-Experte Geiger fordert einen globalen und verbindlichen
Aktionsplan zur Bekämpfung der Wasserproblematik: "Für die
Wissenschaft und den Erfahrungsaustausches ist das Weltwasserforum
essentiell. Es mangelt ihm jedoch an Verbindlichkeit. Die Politik
muss endlich auf die Tatsachen reagieren. Wir können es uns allein
aus ökonomischer Sicht nicht leisten, tatenlos zusehen, wie sich die
Wasserproblematik weiter verschärft."

Das Weltwasserforum 2009 ist das bislang größte Treffen von
Wissenschaftlern, Politikern und Experten aus aller Welt. Es werden
mehr als 20.000 Teilnehmer erwartet, darunter 25 Staats- und
Regierungschefs.

Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WF, Tel. 0676-83488231.
Factsheets und Foto zum Download auf www.wwf.at/presse.
Interviewpartner in Istanbul: Martin Geiger, Leiter Bereich Süßwasser, Tel. 0049-162-29 144 1.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WWF

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