- 12.03.2009, 11:04:37
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Fragestunde (1): Heinisch-Hosek - Mehr Frauen in Vollzeit bekommen, um Einkommensschere zu verringern
Einstiegsgehälter transparent machen
Wien (SK) - Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek betonte am
Donnerstag anlässlich der Fragestunde im Nationalrat, dass es darum
gehe, dass mehr Frauen von der Teilzeit in die Vollzeit wechseln
können. Dies sei ein zentraler Beitrag, um die Einkommensschere zu
verkleinern. Mit dem flexiblen Kindergeld habe man überdies einen
wesentlichen Schritt zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf
gesetzt. Ein "weiterer Schritt muss jetzt das einkommensabhängige
Kinderbetreuungsgeld sein", so Heinisch-Hosek, die sich weiters nach
dem Vorbild Norwegen für Quotenregelungen in Aufsichtsräten
aussprach. In den ersten 100 Tagen der SPÖ-geführten Regierung seien
viele positive Maßnahmen umgesetzt worden: So etwa die vorgezogene
Steuerentlastung, die die "ÖsterreicherInnen im Geldbörserl spüren
werden" und auch die zwei großen Konjunkturpakete, die die Wirtschaft
ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen. ****
Eines ihrer wichtigsten Anliegen sei die Verringerung der
Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern, so Heinisch-Hosek
mit Verweis darauf, dass auch die Berufswahl und Probleme beim
Wiedereinstieg nach der Babypause Gründe für das geringere Gehalt von
Frauen seien, aber einige "Prozente Gehaltsunterschied ergeben sich
nur aus dem Umstand, dass eine Frau eine Frau ist ". Auch sei es
erklärtes Ziel, mehr Frauen von Teilzeit, wo es deutlich geringere
Stundenlöhne gebe, in Vollzeit zu bringen. Dazu müsse sich auch das
Kinderbetreuungsangebot von Vorarlberg bis Wien "ähnlich gestalten",
so Heinisch-Hosek, die sich hier für eine einheitliche Regelung der
Schließtage in allen Bundesländern aussprach.
Froh zeigte sich Heinisch-Hosek darüber, dass frauenpolitische
Anliegen (z.B. Schließen der Einkommensschere, mehr Väter in Karenz
bekommen) im Regierungsprogramm explizit festgelegt sind. Auch
bekenne sich die gesamte Regierung zum Nationalen Aktionsplan zur
Gleichstellung der Frauen am Arbeitsmarkt. Zum Nationalen Aktionsplan
gebe es am 4. Mai Gespräche mit den Spitzen der Sozialpartner und der
Industriellenvereinigung. Dies auch, um einen Zeitplan festzulegen.
Eingebunden sollen hier aber auch alle Ministerien werden, ergänzte
die Frauenministerin. Zum Thema Budget verwies Heinisch-Hosek darauf,
dass dieses so "gestaltet ist, weil wir in der Krise schauen wollen,
dass jeder Cent und jeder Euro auch für Menschen, die arbeitslos
geworden sind, verwendet werden kann."
Einmal mehr sprach sich die Frauenministerin für Quotenregelungen
in Aufsichtsräten aus. Schließlich sei klar, dass "die Wirtschaft
nicht auf das Potential der Frauen verzichten kann", so
Heinisch-Hosek, die hier auf die Selbstverpflichtung von
börsennotierten Unternehmen als mögliche Sofortmaßnahme verwies.
Bezüglich transparenter Gehälter werde sie die Gespräche mit dem
Wirtschaftsminister weiterführen, so Heinisch-Hosek, die dafür
plädierte, die Einstiegsgehälter transparent zu machen. Auch sei eine
neue Bewertung der Arbeitsleistung in Gesundheits- und Pflegeberufen
nötig, so die Frauenministerin, die klarmachte, dass diese Berufe "in
Zukunft eine enorme Bedeutung" haben werden. Weiters werde die
Regierung hier bis zu 2.000 Jobs etablieren, wenn die Länder Bedarf
anmelden, so Heinisch-Hosek. (Forts.) mb
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493
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