• 07.03.2009, 11:14:53
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Paiha, AUGE/UG zum Frauentag: "Mehr Gerechtigkeit im Börsel!"

Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen fordern Einkommensschutz bei Teilzeitbeschäftigung und aktive Frauenförderung

Wien (OTS) - Ein gesetzlicher Mindestlohn von mindestens Euro
7,50/Stunde, ein Einkommensschutz bei Teilzeitbeschäftigung,
Fairteilen von bezahlter Arbeit über Arbeitszeitverkürzung, sowie
aktive Frauenförderung über öffentliche Auftragsvergabe sind die
zentralen Forderungen der AUGE/UG zum heutige Frauentag. "Jahr für
Jahr das gleiche Bild: die Einkommensschere zwischen Männern und
Frauen geht weiter auseinander, der Frauenanteil an
Teilzeitbeschäftigung steigt, Frauen in Spitzenpositionen sind mit
der Lupe zu suchen. Und die Wirtschaftskrise droht die Lage der
Frauen noch weiter zu verschärfen," verlangt Klaudia Paiha endlich
Maßnahmen gegen wachsende Frauenarmut und für mehr
Geschlechtergerechtigkeit.

Längst überfällig sei ein gesetzlicher Mindestlohn: "Angesichts
ständig wachsender prekärer Beschäftigungsverhältnisse "nd der
Tatsache, dass gerade in Niedriglohnbranchen besonders viele Frauen
arbeiten braucht es endlich einen gesetzlichen Mindestlohn, der auch
für atypisch Beschäftigte - wie freie DienstnehmerInnen - gilt," so
Paiha. "Kein/e Vollzeitbeschäftigte/r soll weniger als Euro 1.500 im
Monat haben." Zusätzlich brauche es einen Einkommensschutz bei
Teilzeitbeschäftigung: "In Dänemark gibt es
Mindestarbeitszeitregelungen, damit Einkommen aus Teilzeit nicht ins
Bodenlose fällt. Das gleiche wollen wir auch für Österreich, eine
Mindestlohnregelung: kein Teilzeitverhältnis soll unter Euro
680/Monat fallen dürfen. Dieser Einkommensschutz ist dringend
notwendig, um das weitere Auseinanderklaffen von Männer- und
Fraueneinkommen - das vor allem darin begründet ist, dass der
Frauenanteil unter den Teilzeitbeschäftigten mit 85 % besonders hoch
ist - zu begrenzen."

Notwendig sei auch eine generelle Arbeitszeitverkürzung: "Es
braucht die gerechtere Verteilung von bezahlter und unbezahlter
Arbeit zwischen den Geschlechtern - das wird sich ohne
Arbeitszeitverkürzung nicht spielen." In Dänemark etwa hatte die in
den 90er Jahren durchgeführte Arbeitszeitverkürzung auf 36
Wochenstunden zur Folge, dass Männer in der Woche tatsächlich kürzer,
Frauen länger arbeiteten.

Notwendig seien allerdings entsprechend veränderte
gesellschaftliche Rahmenbedingungen: "Wie sich auch in Dänemark
gezeigt hat, war ein wesentlicher Grund für die längere wöchentliche
Frauenarbeitszeit, das gut ausgebaute Kinderbetreuungs- und
Pflegesystem. Da besteht in Österreich nach wie vor dramatischer
Handlungsbedarf." Paiha kritisiert in diesem Zusammenhang die
Schwerpunktsetzung bei den Konjunkturprogrammen der Bundesregierung:
"Jetzt müssten massiv Mittel in Kinderbetreuung und Pflege investiert
werden - was nicht nur Jobs für Frauen schaffen würde, sondern vor
allem auch Frauen die Möglichkeiten böte, einer existenzsichernden
Arbeit nachgehen zu können: Vollzeit, oder Teilzeit deutlich über 20
Stunden. Da passiert allerdings nichts, das Halten und Schaffen von
Frauenjobs steht offensichtlich nicht auf der Agenda dieser
Bundesregierung, eine Zumutung." Dabei ließen sich gerade
Konjunkturprogramme gut mit emanzipatorischen Aspekten verbinden:
"Öffentliche Aufträge bzw. Stützungen sind nicht nur an hohe Sozial"
und Umweltstandards zu knüpfen, sondern auch an betriebliche
Frauenförderpläne. Die öffentliche Hand kann über diesem Weg endlich
einen aktiven Beitrag zu mehr Geschlechter- und Chancengerechtigkeit
in der Arbeitswelt leisten. Ständig nur über die wachsende
Einkommensschere zu jammern ist jedenfalls zu wenig," schließt Paiha.

Rückfragehinweis:
Alternative und Grüne GewerkschafterInnen/
Unabhängige GewerkschafterInnen - AUGE/UG
Klaudia Paiha, BundessprecherIn, Tel: 0664/614 50 14
Internet: www.auge.or.at

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