Paiha, AUGE/UG zum Frauentag: "Mehr Gerechtigkeit im Börsel!"

Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen fordern Einkommensschutz bei Teilzeitbeschäftigung und aktive Frauenförderung

Wien (OTS) - Ein gesetzlicher Mindestlohn von mindestens Euro 7,50/Stunde, ein Einkommensschutz bei Teilzeitbeschäftigung, Fairteilen von bezahlter Arbeit über Arbeitszeitverkürzung, sowie aktive Frauenförderung über öffentliche Auftragsvergabe sind die zentralen Forderungen der AUGE/UG zum heutige Frauentag. "Jahr für Jahr das gleiche Bild: die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen geht weiter auseinander, der Frauenanteil an Teilzeitbeschäftigung steigt, Frauen in Spitzenpositionen sind mit der Lupe zu suchen. Und die Wirtschaftskrise droht die Lage der Frauen noch weiter zu verschärfen," verlangt Klaudia Paiha endlich Maßnahmen gegen wachsende Frauenarmut und für mehr Geschlechtergerechtigkeit.

Längst überfällig sei ein gesetzlicher Mindestlohn: "Angesichts ständig wachsender prekärer Beschäftigungsverhältnisse "nd der Tatsache, dass gerade in Niedriglohnbranchen besonders viele Frauen arbeiten braucht es endlich einen gesetzlichen Mindestlohn, der auch für atypisch Beschäftigte - wie freie DienstnehmerInnen - gilt," so Paiha. "Kein/e Vollzeitbeschäftigte/r soll weniger als Euro 1.500 im Monat haben." Zusätzlich brauche es einen Einkommensschutz bei Teilzeitbeschäftigung: "In Dänemark gibt es Mindestarbeitszeitregelungen, damit Einkommen aus Teilzeit nicht ins Bodenlose fällt. Das gleiche wollen wir auch für Österreich, eine Mindestlohnregelung: kein Teilzeitverhältnis soll unter Euro 680/Monat fallen dürfen. Dieser Einkommensschutz ist dringend notwendig, um das weitere Auseinanderklaffen von Männer- und Fraueneinkommen - das vor allem darin begründet ist, dass der Frauenanteil unter den Teilzeitbeschäftigten mit 85 % besonders hoch ist - zu begrenzen."

Notwendig sei auch eine generelle Arbeitszeitverkürzung: "Es braucht die gerechtere Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen den Geschlechtern - das wird sich ohne Arbeitszeitverkürzung nicht spielen." In Dänemark etwa hatte die in den 90er Jahren durchgeführte Arbeitszeitverkürzung auf 36 Wochenstunden zur Folge, dass Männer in der Woche tatsächlich kürzer, Frauen länger arbeiteten.

Notwendig seien allerdings entsprechend veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen: "Wie sich auch in Dänemark gezeigt hat, war ein wesentlicher Grund für die längere wöchentliche Frauenarbeitszeit, das gut ausgebaute Kinderbetreuungs- und Pflegesystem. Da besteht in Österreich nach wie vor dramatischer Handlungsbedarf." Paiha kritisiert in diesem Zusammenhang die Schwerpunktsetzung bei den Konjunkturprogrammen der Bundesregierung:
"Jetzt müssten massiv Mittel in Kinderbetreuung und Pflege investiert werden - was nicht nur Jobs für Frauen schaffen würde, sondern vor allem auch Frauen die Möglichkeiten böte, einer existenzsichernden Arbeit nachgehen zu können: Vollzeit, oder Teilzeit deutlich über 20 Stunden. Da passiert allerdings nichts, das Halten und Schaffen von Frauenjobs steht offensichtlich nicht auf der Agenda dieser Bundesregierung, eine Zumutung." Dabei ließen sich gerade Konjunkturprogramme gut mit emanzipatorischen Aspekten verbinden:
"Öffentliche Aufträge bzw. Stützungen sind nicht nur an hohe Sozial" und Umweltstandards zu knüpfen, sondern auch an betriebliche Frauenförderpläne. Die öffentliche Hand kann über diesem Weg endlich einen aktiven Beitrag zu mehr Geschlechter- und Chancengerechtigkeit in der Arbeitswelt leisten. Ständig nur über die wachsende Einkommensschere zu jammern ist jedenfalls zu wenig," schließt Paiha.

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Klaudia Paiha, BundessprecherIn, Tel: 0664/614 50 14
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