• 06.03.2009, 10:06:13
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ÖGB-Csörgits zum Frauentag: Gleichen Lohn für gleiche Arbeit endlich verwirklichen!

Konjunkturpaket muss Frauen in der Wirtschaftskrise absichern

Wien (ÖGB) - "Frauen haben ein Recht auf gleiches Einkommen für
gleichwertige Arbeit", bekräftigt ÖGB-Frauenvorsitzende Renate
Csörgits anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März. Dass
dieses Recht in Österreich noch lange nicht verwirklicht ist, zeigen
kürzlich veröffentlichte Daten: EU-weit geht die Einkommensschere
zwischen Mann und Frau nur in Estland weiter auseinander als in
Österreich. "Diskriminierung von Frauen ist in Österreich nach wie
vor salonfähig", stellt Csörgits fest und nimmt Betriebe und Politik
in die Pflicht: "Wenn die Wirtschaft nicht selbst für Gleichstellung
sorgt, muss es der Gesetzgeber tun".++++

Konkret fordert Csörgits:

o die verpflichtende Erhebung von Einkommens- und Arbeitszeitdaten
auf Unternehmensebene
o eine umfassende, detaillierte Studie zu den Einkommensunterschieden
in Österreich
o eine nationale Entgeltgleichheitskonferenz
o eine Gleichbehandlungsstelle analog dem schwedischen
Gleichstellungsombud.

Die ÖGB-Frauenvorsitzende unterstützt auch die Forderung nach
transparenten Gehältern: "In einem ersten Schritt müssen die
Einstiegsgehälter in den Betrieben offengelegt werden. Sinnvoller
wäre es natürlich, wenn dies für alle Gehälter gelten würde."
Transparenz könne ein Lohn- und Gehaltsrechner nach Schweizer Vorbild
bringen, der es Frauen wie Männern ermöglicht, sich über
branchenübliche Einkommen zu informieren. Weitere Maßnahmen für das
Schließen der Einkommensschere seien mehr Vollzeit-Arbeitsplätze für
Frauen sowie eine verpflichtende Frauenquote in den Führungsgremien
im öffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft.

Abfedern der Krise durch Konjunkturmaßnahmen für Frauen

Frauen sind bisher in geringerem Maße von der Wirtschaftskrise
betroffen als Männer. Angesichts der negativen Entwicklung am
Arbeitsmarkt ist jedoch zu befürchten, dass auch Frauen massiv von
Arbeitsplatzverlust betroffen werden. Die ÖGB-Frauen fordern daher
folgende Maßnahmen:

o Investitionen in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, von der
Kinderkrippe bis zur Universität
o Investitionen im Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich, um
Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen
o Koppelung der Wirtschaftsförderung an die Frauenförderung im
Betrieb
o Rasche Umsetzung der bedarfsorientierten Mindestsicherung und
Anhebung der Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld

"Frauen dürfen bei Einkommen, Arbeitsplätzen und gerechter
Verteilung des Wohlstandes nicht auf der Strecke bleiben. Gerade in
der Krise muss dieses Anliegen Schwerpunkt des Internationalen
Frauentages 2009 sein ", schließt ÖGB-Frauenvorsitzende Renate
Csörgits.(hs)

ÖGB, 6. März 2009 Nr. 121

Rückfragehinweis:

Mag. Hanna Simons
   ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
   Laurenzerberg 2
   1010 Wien
   
   Tel.: +43-1-534 44 / 239 
   eMail: [email protected]

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