- 04.03.2009, 15:26:27
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Ärztekammer sieht massive ethische Bedenken bei "Baby nach Maß"
Drohender Verstoß gegen die Menschenwürde
Wien (OTS) - Als "ethisch höchst bedenklich" bezeichnet der
Referent für Ethik und Palliativmedizin der Ärztekammer für Wien,
Michael Peintinger, die kürzlich erfolgte Ankündigung eines
amerikanischen Instituts, Embryonen im Reagenzglas nach Augen-,
Haarfarbe und Teint zu selektieren. "Folgt auf den Wunsch nach einem
Designerbaby dann auch der Wunsch einer Rückgabe oder gar Tötung?",
fragt Peintinger, der hier "klar die ethischen Grenzen der Medizin im
Wechselspiel des medizinisch Machbaren" sieht. ****
"Seit Beginn der Präimplantationsdiagnostik warnen wir davor, dass
es von der Untersuchung genetischer Erkrankungen bis hin zum 'Baby
nach Wunsch' nur ein kurzer Weg ist. Nun scheint es, zumindest in
Amerika, Realität zu werden", zeigt sich Peintinger besorgt. Die
Möglichkeit der Präimplantationsdiagnostik, im Reagenzglas gezeugte
Embryonen auf genetische Krankheiten zu untersuchen, bevor sie in die
Gebärmutter eingepflanzt werden, könne mit verschiedenen
medizinethischen Argumentationsansätzen "gerade noch gerechtfertigt
werden", doch beim Baby nach Wunsch werde die moralische Grenze "klar
überschritten".
Abgesehen von der tatsächlichen Umsetzung dieses Vorhabens berge
diese Möglichkeit grundsätzlich auch die Gefahr, gegen jegliche
Menschenwürde zu verstoßen. Den Eltern, die einen solchen Schritt
wagen, könne man den Vorwurf einer Instrumentalisierung nicht
ersparen. Peintinger:"Es wird in die Individualität der Kinder
eingegriffen, da sie nur nach den Wünschen der Eltern kreiert worden
sind. Ist das wirklich eine Welt, in der wir leben möchten? Ohne
Vielfalt und mit Kindern nach Maßstab?"
Peintinger betont, dass sich die Ärztekammer schon in der
Vergangenheit stets gegen solche Bestrebungen ausgesprochen habe und
diese auch in Zukunft tun werde:"Wohin genetische Selektion in ihrer
schlimmsten Ausprägung führen kann, hat gerade das vorige Jahrhundert
hierzulande gezeigt." In diesem Sinne werde die Ärztekammer auch
weiterhin "die Rolle der frühzeitigen Warnerin" einnehmen.
Keinesfalls dürfe man "bedeutsame Tabugrenzen" überschreiten, so
Peintinger abschließend.
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle Dr. Hans-Peter Petutschnig Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222 Fax: (++43-1) 51501/1289 mailto:[email protected] http://www.aekwien.at
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