Rechtsschutzbilanz 2008: AK Kärnten holt 13 Millionen Euro zurück!

Kärnten (OTS) - Rund 13,3 Millionen Euro hat die Arbeiterkammer Kärnten im Vorjahr für ihre Mitglieder durch die kostenlose Vertretung in arbeits- und sozialrechtlichen Konflikten erstritten. 176.243 Beschäftigte, so viele wie noch nie, haben 2008 die Rechtsberatung der AK in Anspruch genommen.

176.243 Beschäftigte, 8.763 mehr als im Jahr zuvor, haben 2008 bei der AK Kärnten arbeitsrechtliche Auskünfte eingeholt - telefonisch, persönlich oder per E-Mail. In 6.684 Fällen war das aktive Einschreiten der AK erforderlich, davon 1.141 Mal durch Klagen beim Arbeits- und Sozialgericht, 4.089 Mal in Form von Interventionen beim Arbeitgeber und 1.454 Mal durch Vertretung von Arbeitnehmern nach Firmenkonkursen.

"Diese Zahlen sind ein Zeichen dafür, dass die Rechte der Beschäftigten oft verletzt werden und der Druck groß ist", kritisiert AK-Präsident Günther Goach und sagt: "Angesichts der Wirtschaftskrise müssen wir jetzt alles tun, um Arbeitsplätze zu erhalten und Arbeitnehmer zu schützen." Viele Firmen nehmen die Wirtschaftslage nämlich als Vorwand, um Verschlechterungen bei den Dienstverträgen ihrer Mitarbeiter zu rechtfertigen.

"Die massive Zunahme der Auflösung von Dienstverhältnissen im Krankenstand aber auch nach Arbeitsunfällen, die Kündigung älterer Arbeitnehmer, vorenthaltene Überstundenzahlungen, falsche Lohn- und Gehaltsabrechungen oder die Nichtabgeltung offener Urlaubsansprüche bzw. Sonderzahlungen waren im Vorjahr die häufigsten Gründe, warum Arbeitnehmer bei der Rechtsabteilung der AK Kärnten Hilfe gesucht haben", erklärt der Leiter der AK-Rechtsabteilung, Dr. Richard Wohlgemuth.

Zum Schutz der Arbeitnehmer fordert die Arbeiterkammer Kärnten die Wiedereinführung des Entgeltfortzahlungsfonds, der die Lohnfortzahlung für Arbeiter bei Krankheit sicherstellt. In den Fonds haben Arbeitgeber solidarisch 2,1 Prozent der Bruttosumme eingezahlt und bei Krankenständen von Mitarbeitern die Lohnkosten für die Dauer der Erkrankung erstattet bekommen. Seit dessen Abschaffung, müssen Dienstgeber selbst für die Lohnzahlung im Krankheitsfall aufkommen. Per Gesetz muss außerdem ein Kündigungsschutz im Krankenstand, insbesondere nach einem Arbeitsunfall eingeführt werden sowie der Unterstützungszeitraum von Arbeitnehmern nach einem Arbeitsunfall weiter angehoben werden.

Außerdem verlangt die AK eine umfassende Sanierung der zweiten Pensionssäule. "Der Wert der betrieblichen Zusatzpension muss gesichert werden", betont Goach und fordert die Wiedereinführung der gesetzlichen Mindestgarantie für die in Pensionskassen ausgelagerten Betriebspensionen. "Bei kapitalgedeckten Betriebspensionen muss es zu einer Risikoverminderung und zu mehr Transparenz kommen", so der AK-Präsident.

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