ÖGB-Csörgits fordert bessere Förderung von Frauen in der Arbeitswelt

Deutlicher Aufholbedarf bei weiblichen Führungskräften

Wien (ÖGB) - "Wir sind auf dem richtigen Weg, aber noch nicht am Ziel", sagt ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits zum heute präsentierten Gleichbehandlungsbericht des Bundes. Erfreulich sei der steigende Frauenanteil im Bundesdienst, der 2008 erstmals über 40 Prozent betrug, Ziel sei aber die völlige Gleichstellung. Deutlichen Aufholbedarf sieht Csörgits vor allem bei den weiblichen Führungskräften, deren Anteil gerade einmal bei 27,3 Prozent liegt:
"Hier ist der Bund als Arbeitgeber gefordert, durch entsprechende Fördermaßnahmen mit gutem Beispiel voran zu gehen und für Chancengleichheit zu sorgen", so Csörgits.++++

Die ÖGB-Frauenvorsitzende erneuert auch ihre Forderung nach einer verpflichten Frauenquote in den Führungsgremien im öffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft. Die Wirtschaftsförderung sollte an die Frauenförderung im Betrieb gekoppelt sein: "Wenn Gleichstellung auf freiwilliger Basis nicht funktioniert, muss es gesetzliche Rahmenbedingungen geben", sagt Csörgits.

Frauen, die Teilzeit arbeiten, verdienen weniger und haben kaum Aufstiegsmöglichkeiten. Die ÖGB-Frauen fordern daher mehr Vollzeitarbeitsplätze für Frauen. "Jede Frau, die Vollzeit arbeiten will, muss die Möglichkeit dazu haben", fordert die ÖGB-Frauenvorsitzende Csörgits. Wenn nötig, müssen entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen für den Umstieg von Teilzeit auf Vollzeit angeboten und gefördert werden. Durch ein bedarfsorientiertes Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen soll es allen Frauen ermöglicht werden, einen Vollzeitarbeitsplatz anzunehmen. Bei der innerbetrieblichen Ausschreibung von Vollzeitstellen müssen Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugt werden.

"Die Maßnahmen gegen die Wirtschaftskrise müssen insbesondere auch den Frauen zugute kommen", fordert die ÖGB-Frauenvorsitzende. Die Kurzarbeit ist ein taugliches Mittel gegen Arbeitslosigkeit, allerdings profitieren davon hauptsächlich Männer. Daher muss es Konjunkturmaßnahmen speziell für Branchen mir hohem Frauenanteil geben. Investitionen in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Betreuung, Soziales, Bildung, Wissenschaft und Forschung kommen der gesamten Gesellschaft zugute und schaffen zusätzliche Arbeitsplätze vor allem für Frauen. Die Verwendung von 50 Prozent der AMS-Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik für Frauen muss auch tatsächlich umgesetzt werden, so Csörgits.(hs)

ÖGB, 16. Februar 2009 Nr. 77

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