- 16.02.2009, 14:40:40
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ÖGB-Csörgits fordert bessere Förderung von Frauen in der Arbeitswelt
Deutlicher Aufholbedarf bei weiblichen Führungskräften
Wien (ÖGB) - "Wir sind auf dem richtigen Weg, aber noch nicht am
Ziel", sagt ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits zum heute
präsentierten Gleichbehandlungsbericht des Bundes. Erfreulich sei der
steigende Frauenanteil im Bundesdienst, der 2008 erstmals über 40
Prozent betrug, Ziel sei aber die völlige Gleichstellung. Deutlichen
Aufholbedarf sieht Csörgits vor allem bei den weiblichen
Führungskräften, deren Anteil gerade einmal bei 27,3 Prozent liegt:
"Hier ist der Bund als Arbeitgeber gefordert, durch entsprechende
Fördermaßnahmen mit gutem Beispiel voran zu gehen und für
Chancengleichheit zu sorgen", so Csörgits.++++
Die ÖGB-Frauenvorsitzende erneuert auch ihre Forderung nach einer
verpflichten Frauenquote in den Führungsgremien im öffentlichen
Dienst und in der Privatwirtschaft. Die Wirtschaftsförderung sollte
an die Frauenförderung im Betrieb gekoppelt sein: "Wenn
Gleichstellung auf freiwilliger Basis nicht funktioniert, muss es
gesetzliche Rahmenbedingungen geben", sagt Csörgits.
Frauen, die Teilzeit arbeiten, verdienen weniger und haben kaum
Aufstiegsmöglichkeiten. Die ÖGB-Frauen fordern daher mehr
Vollzeitarbeitsplätze für Frauen. "Jede Frau, die Vollzeit arbeiten
will, muss die Möglichkeit dazu haben", fordert die
ÖGB-Frauenvorsitzende Csörgits. Wenn nötig, müssen entsprechende
Qualifizierungsmaßnahmen für den Umstieg von Teilzeit auf Vollzeit
angeboten und gefördert werden. Durch ein bedarfsorientiertes Angebot
an Kinderbetreuungseinrichtungen soll es allen Frauen ermöglicht
werden, einen Vollzeitarbeitsplatz anzunehmen. Bei der
innerbetrieblichen Ausschreibung von Vollzeitstellen müssen Frauen
bei gleicher Qualifikation bevorzugt werden.
"Die Maßnahmen gegen die Wirtschaftskrise müssen insbesondere auch
den Frauen zugute kommen", fordert die ÖGB-Frauenvorsitzende. Die
Kurzarbeit ist ein taugliches Mittel gegen Arbeitslosigkeit,
allerdings profitieren davon hauptsächlich Männer. Daher muss es
Konjunkturmaßnahmen speziell für Branchen mir hohem Frauenanteil
geben. Investitionen in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Betreuung,
Soziales, Bildung, Wissenschaft und Forschung kommen der gesamten
Gesellschaft zugute und schaffen zusätzliche Arbeitsplätze vor allem
für Frauen. Die Verwendung von 50 Prozent der AMS-Mittel für aktive
Arbeitsmarktpolitik für Frauen muss auch tatsächlich umgesetzt
werden, so Csörgits.(hs)
ÖGB, 16. Februar 2009 Nr. 77
Rückfragehinweis:
Mag. Hanna Simons
ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (++43-1) 534 44/239
Fax.: (++43-1) 533 52 93
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