• 16.02.2009, 13:55:47
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Frauenministerin Heinisch-Hosek stellt Gleichbehandlungsberichte vor

"Frauenpolitik ist wie ein Marathon - man braucht einen langen Atem"

Wien (OTS) - Am 16. Feber 1919, vor genau 90 Jahren, wurde das
allgemeine Frauenwahlrecht in Österreich eingeführt. Anlass für
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek eine Bilanz über die
Errungenschaften für die Frauen zu ziehen, aber auch die neuen
Gleichbehandlungsberichte, die morgen den Ministerrat passieren
werden, vorzustellen.

"In den letzten 90 Jahren ist viel geschehen", resümierte die
Frauenministerin. Frauenpolitik sei wie ein Marathon: "Beschwerlich
und mühsam, man braucht einen sehr langen Atem."

Ein Meilenstein für die Frauen sei die Umstellung der
Familienbesteuerung auf Individualbesteuerung in den frühen 70er
Jahren gewesen. Ebenfalls in den 70-er Jahren wurde der Mann als
Familienoberhaupt abgelöst, Frauen konnten nun selbst über
Berufstätigkeit entscheiden. "Das erst ermöglichte den Frauen ein
selbstbestimmtes Berufsleben." Seit 20 Jahren stehe die
Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe, seit 1997 gibt es die
Gewaltschutzgesetze.

"Wir sind schon sehr weit gekommen. Aber damit Frauen gleiche Chancen
am Arbeitsmarkt haben, im Beruf genauso gut vorankommen wie Männer
und es selbstverständlich ist, dass sich Väter zu gleichen Teilen an
der Familienarbeit beteiligen, da liegt noch ein Stück des Weges vor
uns", sagte die Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst.

Die Ministerin präsentierte heute den Gleichbehandlungsbericht des
Bundes 2008 und den Gleichbehandlungsbericht für die Privatwirtschaft
(2006 und 2007). Beide Berichte würden morgen dem Ministerrat
vorgelegt werden.

Der Gleichbehandlungsbericht für den Öffentlichen Dienst ergab, dass
weibliche Führungskräfte im Bundesdienst im Vormarsch sind. In den
vergangenen zehn Jahren habe sich der Anteil der Frauen in
Führungsfunktionen von 18,7 auf 27,3 Prozent gesteigert.
Spitzenreiter sind dabei das Bildungsministerium (50,3%), das
Gesundheitsressort (47,1%) und das Bundeskanzleramt (44,3%).
Schlusslichter sind das Verteidigungsressort (11,5) und das
Innenministerium (11,1%).

"Der Öffentliche Dienst geht in der Frauenförderung mit gutem
Beispiel voran", erklärte die Ministerin, "in jeder
Begutachtungskommission, die über Bewerbungen zu entscheiden hat,
muss eine Frau vertreten sein." Auch im Personalplan des Bundes seien
Zielvereinbarungen zur Steigerung des Frauenanteils in
Führungspositionen festgeschrieben. "Zusätzlich sollen Ausbildungs-
und Mentoring-Programme die Frauen individuell fördern", so
Bundesministerin Heinisch-Hosek.

Der Gleichbehandlungsbericht für die Privatwirtschaft macht die
Arbeit der Gleichbehandlungskommission (GBK) und der
Gleichbehandlungsanwaltschaft sichtbar.

Bei der GBK wurden im Berichtszeitraum insgesamt 138 Fälle behandelt,
die häufigsten Diskriminierungsgründe in der Arbeitswelt waren
sexuelle Belästigung und Ungerechtigkeiten beim Entgelt sowie
Benachteiligungen aufgrund ethnischer Zugehörigkeit und Alter. Die
Ergebnisse der Kommission sollen nun veröffentlicht werden, die
Öffentlichkeitsarbeit soll anlässlich des 30-jährigen Jubiläums
intensiviert werden.

Die Gleichbehandlungsanwaltschaft hat im Berichtszeitraum 2006 und
2007 6.501 Beratungen durchgeführt, das sind mehr als 3.000
Beratungen jährlich. Mehrheitlich haben sich Frauen an die
Anwaltschaft gewendet. Männer hätten vor allem im Bereich "Zugang zu
Gütern und Dienstleistungen" über Nachteile geklagt:

"Frauen wenden sich an die Kommission wegen sexueller Belästigung
oder wegen Diskriminierungen beim Gehalt, Männer tun dies gehäuft,
wenn sie sich etwa Preisen für Fußballtickets benachteiligt fühlen",
sagte Heinisch-Hosek abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Dagmar Strobel
Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Tel: (01) - 53115 - 2149
E-Mail: dagmar.strobel@bka.gv.at

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