Neues Volksblatt: "Reisschüssel" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 30. Jänner 2009

Linz (OTS) - Angeblich ist es ja der gerne zitierte kleine Mann,
dem sich die Sozialdemokratie besonders verpflichtet fühlt. Wie das mit Sein und Schein in der Wirklichkeit ist, demon-
striert dieser Tage sehr nachdrücklich der SPÖ-Betriebsrat Fritz Sulzbacher. Während viele Voestler nun wegen der Kurzarbeit mit Gehaltseinbußen leben müssen, plagen den Arbeitnehmervertreter Sulzbacher ganz andere Sorgen. Man will ihm seinen Dienstwagen madig machen, und das ist wirklich nicht zu verstehen. Einer wie er, der viel fährt, braucht einen Allradwagen vom Typ Audi Q7, ein Auto, das in alter Währung mit einer Million Schilling aufwärts zu Buche geschlagen hätte.
Sulzbacher hat kein schlechtes Gewissen. Muss er auch nicht, schließlich ist alles rechtens. Aber er hat kein Gespür. Er könne doch nicht mit einer "japanischen Reisschüssel" daher kommen, wenn die Voest Blech an Audi liefere. Da werden sich seine Pendler schön bedanken, die sich die Kosten der japanischen Reisschüssel vom Mund absparen müssen, damit sie in die Arbeit fahren können. Dass die SPÖ an der Sache ziemlich würgt, ist belegt: Bis gestern kurz nach 18 Uhr brauchte man, um mitzuteilen, dass die Anschaffung derartiger Fahrzeuge Angelegenheit der voest sei. Das nennt man abputzen.

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