Brunner: Gesundheitsminister will Mastgeflügel noch mehr zusammenpferchen

Verordnungsentwurf beinhaltet schwerwiegende Tierschutzprobleme

Wien (OTS) - "Kaum haben wir gemeinsam mit
Tierschutzorganisationen ein Verbot der Käfighaltung von Legehennen mühsam erkämpft, will der neue Gesundheitsminister die Standards bei Mast- und Truthühnern verschlechtern und sie noch mehr als bisher zusammenpferchen", kritisiert die Tierschutzsprecherin der Grünen Christiane Brunner. Dem Verordnungsentwurf zufolge soll Betrieben, die am Tiergesundheitsdienst teilnehmen, bei Masthühnern eine Anhebung von derzeit 30 auf 36 Kilogramm pro Quadratmeter und bei Truthühnern eine Anhebung von 40 auf 58 Kilogramm pro Quadratmeter erlaubt werden. Diese Höchstbesatzdichte darf bei Masthühnern sogar (z.B. bei Verschiebung des Schlachttermins) um 2kg/m2 überschritten werden. "Unter diesen Bedingungen steht den Masthühnern weniger Platz zur Verfügung als den Legehennen in ihren herkömmlichen Käfigen", so Brunner. Das sei eine weitere Verschlechterung des österreichischen Tierschutzrechts, die es zu verhindern gelte.

Brunner weist darauf hin, dass aus Tierschutzsicht bei Masthühnern eine Besatzdichte von maximal 30 Kilogramm pro Quadratmeter nicht überschritten werden dürfe. Dies gehe aus Studien hervor und auch der wissenschaftliche Ausschuss für Tiergesundheit und Tierschutz in der EU habe in seinem "Bericht über den Schutz von Masthühnern" wissenschaftlich begründet dargelegt, dass nur bei geringeren Besatzdichten schwerwiegende Tierschutzprobleme wie zum Beispiel schwere Fußballenentzündungen und hohe Todesraten verhindert werden können.

"Auch wenn es im Verordnungsentwurf so dargestellt wird, besteht seitens des EU-Rechts keinerlei Verpflichtung Österreichs, die Besatzdichten für Masthühner und Truthühner zu erhöhen", betont Brunner. Auch der Tierschutzrat habe der Erhöhung der Bestandsdichte keine Zustimmung erteilt und die eklatante Erhöhung bei Truthühnern ausdrücklich abgelehnt. "Wenn nun schon die 1. Tierhaltungsverordnung novelliert wird, dann muss diese Novelle zum Anlass genommen werden, die Tierschutzstandards zu verbessern und nicht zu verschlechtern", fordert Brunner. Die Tierschutzsprecherin der Grünen kündigt diesbezügliche Initiativen im Parlament an und hofft auf die Zustimmung der anderen Fraktionen.

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