- 26.01.2009, 11:41:39
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Landau: Sozialstaat Österreich muss armutsfest werden!
Sozialbericht zeigt: Armut trifft die Jüngsten besonders hart
Wien (OTS) - Anlässlich der heutigen Präsentation des
Sozialberichts 2007-2008 durch Bundesminister Rudolf Hundstorfer
erneuerte der Wiener Caritasdirektor Michael Landau seine Forderung
nach einem dritten Konjunkturpaket für die sozial Schwächsten. Nach
den Banken und dem Mittelstand seien jetzt die Ärmsten an der Reihe.
"Wer hinsieht und die Augen nicht verschließt, wird bemerken, wie
viele Frauen, Männer und Kinder in Österreich von Armut betroffen
sind", so Landau. Laut Sozialbericht sind eine Million Menschen
armutsgefährdet oder akut arm, ein Viertel davon sind Kinder und
Jugendliche bis 19 Jahre. Der Bericht zeige einmal mehr: "Armut ist
weiblich und Armut ist vererbbar", so Landau.
Armut trifft die Jüngsten besonders hart
Besonders zu leiden haben Kinder aus einkommensschwachen
Familien. Sie sind häufiger krank, sie fühlen sich öfter
alleingelassen und haben schlechtere Zukunftschancen. Etwa jedes 10.
Kind in Österreich wächst in einem Haushalt auf, der sich bei der
Ernährung einschränken muss! "Der Sozialstaat ist kein Auslaufmodell
und eine faire, eine gerechte Gesellschaft muss auf die Schwächsten -
und das sind auch die Kinder - achten, wenn sie zukunftstauglich sein
will." Armut werde vielfach auch über mangelnde Bildungschancen
"weitervererbt", weiß Landau. Zudem sei Kinderarmut vielfach dort
besonders groß, wo die Eltern Schwierigkeiten haben, am
Erwerbsarbeitsmarkt Fuß zu fassen - etwa als Alleinerzieherinnen oder
weil sie nicht oder nicht mehr voll leistungs- und damit erwerbsfähig
sind.
"Wir spüren, dass der Druck auf die Menschen immer größer wird, die
gestiegenen Lebenserhaltungskosten stellen viele vor schier unlösbare
Probleme", so Landau. Menschen, die ihre Wohnung nicht angemessen
warm halten können, seien in Österreich keine Seltenheit. "Ein
Skandal, in einem der reichsten Länder Europas!", so Landau.
Mindestsicherung bitte warten?
"Auf allen Seiten herrscht Einigkeit darüber, dass eine
bedarfsorientierte Mindestsicherung sinnvoll und dringend nötig ist",
so Landau. Sie sei unverzüglich einzuführen, dabei sei unbedingt und
auf die Qualität zu achten. Auch sei die Einführung derselben keine
Frage des politischen Könnens, sonder des Wollens. Angesichts der
heute präsentierten Zahlen sieht Landau dringenden Handlungsbedarf,
"auf Worte müssen nun Taten folgen, politisches Kleingeld darf nicht
auf Kosten der Ärmsten gemacht werden", so Landau. Wenn es nicht mit
Kärnten gehe, dann müssen die anderen acht Bundesländer eben mit
gutem Beispiel vorangehen.
Kluft zwischen Arm und Reich wächst
Dem heute präsentierten Bericht ist auch zu entnehmen, dass hohe
Einkommen, vor allem aber Vermögen und Reichtum deutlich zugenommen
haben. Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst. Was die Besteuerung
von Erträgen aus Vermögen betrifft, ist Österreich Schlusslicht in
der OECD und damit unter den reichsten Industrienationen. Gegenüber
anderen Einkommensarten, vor allem jenen aus Erwerbsarbeit, sind
Vermögenseinkommen steuerlich klar begünstigt. "Das ist angesichts
der heute präsentierten Zahlen nicht tolerierbar, die
Vermögenszuwachssteuer darf kein politisches Tabu sein", so Landau
abschließend.
Rückfragehinweis:
Mag.Alice Uhl
stv. Pressesprecherin Caritas der Erzdiözese Wien
Tel.: +43 (0)1/878 12-222, Mobil: +43 (0)664/848 25 05
mailto: [email protected]
www.caritas-wien.at
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