• 21.01.2009, 12:38:30
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Ärztekammer: Vorsicht bei rezeptfreien Medikamenten

Ärztekammer und Hauptverband sprechen über Arzneimittel-Sicherheitsgurt - Ärzte brauchen lückenlosen Überblick - Hilfsstoffe beachten

Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) ruft zur
Vorsicht bei der Einnahme rezeptfreier Medikamente auf. Wie der
Bundesobmann der niedergelassenen Ärzte, Günther Wawrowsky, Mittwoch
in einer Aussendung mitteilte, sei gerade die längerfristige Einnahme
von frei verkäuflichen Medikamenten, die von Ärzten nicht begleitet
würde, riskant. Wechselwirkungen zu bestehenden ärztlichen
Verordnungen sowie unerwünschte Nebenwirkungen könnten die Folge
sein.

Dies sei mit ein Grund, weshalb Ärztekammer und Hauptverband der
Sozialversicherungen Gespräche zur landesweiten Umsetzung des
Arzneimittel-Sicherheitgurtes aufgenommen hätten, sagte Wawrowsky.
Das Projekt sei eine Möglichkeit der elektronischen Registrierung von
Medikamenten zur Erhöhung der Arzneimittelsicherheit, so der
Ärztevertreter. Ziel sei die Verhinderung einer falschen Einnahme von
Medikamenten oder die Vermeidung unerwünschter Nebenwirkungen. Zur
Erreichung dieser Ziele sei es unerlässlich, so Wawrowsky, dass die
Ärzte bei der Verschreibung von Medikamenten einen lückenlosen
Überblick über alle Arzneimittel erhielten, die von einem Patienten
eingenommen werden. Umfasst seien davon vor allem auch rezeptfreie
Medikamente, die ohne ärztliche Verschreibung von einer Apotheke oder
einer anderen Stelle abgegeben würden.

Wie der von den Apothekern in Salzburg durchgeführte Pilotversuch zum
Arzneimittel-Sicherheitsgurt gezeigt habe, würden unerwünschte
Wechselwirkungen vor allem dann auftreten, wenn Apotheken ohne Wissen
des behandelnden Arztes zusätzlich zu ärztlichen Verschreibungen
rezeptfreie Medikamente verkaufen würden. Wawrowsky: "Hier wird vor
Augen geführt, wie wichtig es ist, dass die Ärztinnen und Ärzte eine
komplette Information über die Medikation haben. Das ist ein
zentraler Punkt zur Vermeidung von Risken der Arzneimitteleinnahme".
Wawrowsky, in seinem Beruf niedergelassener Internist in
Niederösterreich, empfiehlt daher allen Patientinnen und Patienten
dringend, bis zur Einführung eines moderneren Aufzeichnungssystems
zum Arzt eine vollständige Liste aller eingenommenen Medikamente
mitzubringen.

Wawrowsky sieht es auch als wesentlich an, den Hilfsstoffen, die in
Medikamenten enthalten seien, verstärkte Aufmerksamkeit zu schenken.
"Diese können zu einer nicht unerheblichen Gefährdung der Patienten
beitragen. Gerade rezeptfreie Medikamente, die ohne ärztliche
Begleitung eingenommen werden, sind davon betroffen."

Wawrowsky forderte Pharmaindustrie, Apotheker und auch die für
Arzneisicherheit zuständigen Behörden auf, die Ärztinnen und Ärzte
durch genaue Informationen und detaillierte Erfassung von
Medikamentenprofilen zu unterstützen.

Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33-14
Email: [email protected]

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