- 16.01.2009, 11:02:00
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Neue Gaskraftwerke gefährden Energie- und Klimapolitik!
Österreichischer Biomasse-Verband fordert Klarstellung durch die Bundesregierung
Wien (OTS) - Den Medien ist zu entnehmen, dass der Verbundkonzern
am Bau der beiden Großkraftwerke auf Gasbasis in Mellach und
Klagenfurt festhalten will. "Wir weisen darauf hin, dass mit diesen
beiden Gaskraftwerken der Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix
in Österreich zurückgehen wird. Diese Projekte stehen in völligem
Widerspruch zu dem am 12. Dezember 2008 auch von Österreich mit
beschlossenen Energie- und Klimapaket der Europäischen Union", so Dr.
Heinz Kopetz, Präsident des Österreichischen und Europäischen
Biomasse-Verbandes. Dieses Paket verpflichtet Österreich unter
Sanktionsandrohung, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 auf 34
% zu erhöhen.
Neue Gaskraftwerke machen alle Bemühungen zunichte
Das 34-%-Ziel wird nach Inbetriebnahme dieser beiden Kraftwerke
bis 2020 nicht mehr erreicht werden können, da alleine Gas für etwa
800.000 Haushalte zusätzlich benötigt werden würde. "Man müsste daher
alleine 800.000 Wohneinheiten von Gas auf erneuerbare Energie
umstellen, nur um den Mehrverbrauch dieser Gaskraftwerke zu
kompensieren", so Kopetz weiter. Im Vollbetrieb werden die beiden
Kraftwerke etwa 60 Petajoule fossile Energie benötigen, das
entspricht einem horrenden Mehrverbrauch von fünf Prozent fossiler
Energie in Österreich. Österreich muss jedoch den Einsatz von
Fossilenergie um etwa 200 Petajoule bis 2020 reduzieren, um die neuen
verpflichtenden EU-Vorgaben zu erfüllen.
Energie- und Klimaziele Österreichs so nicht erreichbar
"Die Planung und Errichtung dieser Kraftwerke bedeutet, dass
wenige Wochen nach den Beschlüssen des europäischen Energie- und
Klimapaketes in Österreich genau das Gegenteil von dem geschieht, zu
dem sich die Spitzen der Regierung verpflichtet haben", zeigt sich
Kopetz enttäuscht. Ergänzend sei noch angemerkt, dass der Strom aus
diesen Kraftwerken bei Gaspreisen, wie sie noch Ende 2008 verrechnet
wurden, teurer kommt als die aktuellen Einspeisetarife für Windstrom.
Außerdem werden durch die Gaskraftwerke die CO2-Emissionen um drei
Millionen Tonnen zusätzlich steigen, was wiederum im Widerspruch zur
EU-Klimapolitik steht. "Schlussendlich wird auch noch der Anteil
erneuerbarer Stromerzeugung weiter zurückgehen, was das Ziel von 78,1
% erneuerbaren Stroms bis 2020 völlig konterkariert", so Kopetz
weiter.
"Wir fordern daher, dass Bundeskanzler Werner Faymann im Gespräch
mit den betroffenen Unternehmen klarstellt, dass Investitionsvorhaben
von Unternehmen, die mehrheitlich im Besitz von Gebietskörperschaften
stehen, mit den internationalen Verpflichtungen abgestimmt werden,
die die Republik Österreich im Rahmen der europäischen Energie- und
Klimapolitik übernommen hat", so Kopetz abschließend.
Rückfragehinweis:
DI Gregor Grill Österreichischer Biomasse-Verband Franz Josefs-Kai 13, A-1010 Wien Tel: +43-1-533 07 97-25 Fax: +43-1-533 07 97-90 E-Mail: [email protected] Web: www.biomasseverband.at
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