• 15.01.2009, 13:08:14
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Leitl/Lemler fordern EU-weite Verschrottungsprämie für Altautos: "Gut für Wirtschaft und Jobs und gut für die Umwelt"

Neue Verschrottungsprämie in Deutschland zum Anlass für EU-weit koordinierte Vorgehensweise und Unterstützungsmaßnahmen auch in Österreich nehmen

Wien (PWK023) - Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) fordert vor
dem informellen EU-Ministertreffen mit Vertretern der
Automotivindustrie am morgigen Freitag in Brüssel die Einführung
einer EU-weiten Verschrottungsprämie. Nach Frankreich, Italien und
Spanien wird nun auch Deutschland eine derartige Unterstützung
einführen, um den Austausch von Altautos gegen Neuwägen zu fördern.

"Dass nun auch Deutschland handelt, muss zum Anlass für eine
gemeinsame Vorgehensweise der EU genommen werden", fordern
WKÖ-Präsident Christoph Leitl und Erich Lemler, Obmann der
Bundessparte Handel in der WKÖ. Ein EU-weit koordiniertes Vorgehen
sei notwendig, um erstens die Auto-Nachfrage nachhaltig anzukurbeln
und zweitens einen Altauto-Tourismus zu verhindern.

"Sollte eine EU-weite Abstimmung der Unterstützung von automotiver
Industrie und des Kfz-Handels nicht zu bewerkstelligen sein, müssen
wir in Österreich neben den bereits angepeilten Verbesserungen bei
der Kurzarbeit, bei Finanzierung, Förderungen und Forschung auch über
Maßnahmen zur Absatzankurbelung im Autobereich, also über eine
Verschrottungsprämie etwa nach deutschem Vorbild oder ein stärkere
Berücksichtigung der jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen bei der
Regelung der NoVA nachdenken", fordern Leitl und Lemler. Um die
Wirksamkeit der Maßnahme zu erproben, sei eine Befristung denkbar. Am
Jahresende könnte dann der Erfolg der verkaufsfördernden Maßnahmen
evaluiert werden.

Die Autoindustrie mit ihren Niederlassungen in ganz Europa und
einem weit verzweigten Netz an großen, mittleren und kleinen
Zulieferern sei ein klassisches Beispiel für den Mehrwert gemeinsamer
europäischer Lösungen, betonen Leitl und Lemler: "Kein europäisches
Land allein kann der Absatzkrise im Autohandel entgegensteuern und
die Probleme von Autoherstellern und Zulieferern allein lösen. Hier
ist eine Kooperation aller europäischen Staaten gefragt." Mit einer
Verschrottungsprämie würden mehrere Fliegen auf einen Schlag
getroffen: "Die Prämie ist gut für die Wirtschaft, für die
Arbeitsplätze und gut für die Umwelt", so Leitl: "Die Betriebe und
ihre Beschäftigten profitieren, wenn neue Aufträge eingehen, und auch
der Umwelt geht es gut, wenn Altautos mit hohem Co2-Ausstoß gegen
umweltfreundliche Neuwagen ausgetauscht werden."

Angesichts neuer dramatischer Zahlen sei rasches Handeln nicht nur
in den USA, wo die drei größten Autoproduzenten vom Aus bedroht sind,
gefragt: Die Pkw-Zulassungen in Europa sind 2008 mit 14,7 Millionen
Fahrzeugen auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren gesunken. Eine
Studie des deutschen Institutes für Automobilwirtschaft der
Hochschule Nürtingen-Geislingen kann auch für 2009 nur mit düsteren
Prognosen aufwarten. Demnach dürfte der Weltautomobilmarkt um 5
Prozent auf 50,4 Millionen Fahrzeugen sinken. Besonders stark
betroffen ist Westeuropa mit einer Reduktion von knapp 9 Prozent auf
12,5 Millionen Einheiten. Konsequenz: "Neben Deutschland droht auch
Österreich ein beschleunigter Konsolidierungsprozess im
Automobilhandel und damit der Verlust von Arbeitsplätzen", warnt
Handelsobmann Lemler. (SR)

Rückfragehinweis:

Wirtschaftskammer Österreich
   Stabsabteilung Presse
   Mag. Sabine Radl
   Tel.: 0590900/DW 3590 
   email:[email protected]
   http://wko.at/Presse

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