Leitl/Lemler fordern EU-weite Verschrottungsprämie für Altautos: "Gut für Wirtschaft und Jobs und gut für die Umwelt"

Neue Verschrottungsprämie in Deutschland zum Anlass für EU-weit koordinierte Vorgehensweise und Unterstützungsmaßnahmen auch in Österreich nehmen

Wien (PWK023) - Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) fordert vor dem informellen EU-Ministertreffen mit Vertretern der Automotivindustrie am morgigen Freitag in Brüssel die Einführung einer EU-weiten Verschrottungsprämie. Nach Frankreich, Italien und Spanien wird nun auch Deutschland eine derartige Unterstützung einführen, um den Austausch von Altautos gegen Neuwägen zu fördern.

"Dass nun auch Deutschland handelt, muss zum Anlass für eine gemeinsame Vorgehensweise der EU genommen werden", fordern WKÖ-Präsident Christoph Leitl und Erich Lemler, Obmann der Bundessparte Handel in der WKÖ. Ein EU-weit koordiniertes Vorgehen sei notwendig, um erstens die Auto-Nachfrage nachhaltig anzukurbeln und zweitens einen Altauto-Tourismus zu verhindern.

"Sollte eine EU-weite Abstimmung der Unterstützung von automotiver Industrie und des Kfz-Handels nicht zu bewerkstelligen sein, müssen wir in Österreich neben den bereits angepeilten Verbesserungen bei der Kurzarbeit, bei Finanzierung, Förderungen und Forschung auch über Maßnahmen zur Absatzankurbelung im Autobereich, also über eine Verschrottungsprämie etwa nach deutschem Vorbild oder ein stärkere Berücksichtigung der jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen bei der Regelung der NoVA nachdenken", fordern Leitl und Lemler. Um die Wirksamkeit der Maßnahme zu erproben, sei eine Befristung denkbar. Am Jahresende könnte dann der Erfolg der verkaufsfördernden Maßnahmen evaluiert werden.

Die Autoindustrie mit ihren Niederlassungen in ganz Europa und einem weit verzweigten Netz an großen, mittleren und kleinen Zulieferern sei ein klassisches Beispiel für den Mehrwert gemeinsamer europäischer Lösungen, betonen Leitl und Lemler: "Kein europäisches Land allein kann der Absatzkrise im Autohandel entgegensteuern und die Probleme von Autoherstellern und Zulieferern allein lösen. Hier ist eine Kooperation aller europäischen Staaten gefragt." Mit einer Verschrottungsprämie würden mehrere Fliegen auf einen Schlag getroffen: "Die Prämie ist gut für die Wirtschaft, für die Arbeitsplätze und gut für die Umwelt", so Leitl: "Die Betriebe und ihre Beschäftigten profitieren, wenn neue Aufträge eingehen, und auch der Umwelt geht es gut, wenn Altautos mit hohem Co2-Ausstoß gegen umweltfreundliche Neuwagen ausgetauscht werden."

Angesichts neuer dramatischer Zahlen sei rasches Handeln nicht nur in den USA, wo die drei größten Autoproduzenten vom Aus bedroht sind, gefragt: Die Pkw-Zulassungen in Europa sind 2008 mit 14,7 Millionen Fahrzeugen auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren gesunken. Eine Studie des deutschen Institutes für Automobilwirtschaft der Hochschule Nürtingen-Geislingen kann auch für 2009 nur mit düsteren Prognosen aufwarten. Demnach dürfte der Weltautomobilmarkt um 5 Prozent auf 50,4 Millionen Fahrzeugen sinken. Besonders stark betroffen ist Westeuropa mit einer Reduktion von knapp 9 Prozent auf 12,5 Millionen Einheiten. Konsequenz: "Neben Deutschland droht auch Österreich ein beschleunigter Konsolidierungsprozess im Automobilhandel und damit der Verlust von Arbeitsplätzen", warnt Handelsobmann Lemler. (SR)

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