Gewerbe und Handwerk will auch 2009 Beschäftigung halten

Förderung für thermische Sanierung erhöhen - KMU in Bundesbeschaffung stärker berücksichtigen

Wien (OTS) - Trotz eines fallenden Stimmungsbarometers der KMU Forschung Austria wollen die heimischen Gewerbe und Handwerksbetriebe 2009 die Beschäftigung halten. "Unsere Betriebe haben eine engere Bindung zu ihren Mitarbeitern und können nicht plötzlich um 5 Prozent den Beschäftigtenstand reduzieren", so Toifl. Angesichts des weiterhin bestehenden Facharbeitermangels könnten es sich gerade kleine und mittlere Unternehmen nicht leisten, qualifizierte Mitarbeiter zu entlassen. 77 Prozent der Gewerbe- und Handwerksbetriebe wollen daher den Beschäftigtenstand in den kommenden Monaten halten. Die Geschäftsentwicklung generell weise noch keine gravierenden Anzeichen einer Krise, so der Direktor der KMU-Forschung Austria, Walter Bornett. 80 Prozent der Betriebe melden eine gute bzw. saisonübliche Geschäftsentwicklung. Davon ausgenommen seien aber die Betriebe der KFZ-Zulieferbranche, bei denen sich die Situation anders verhalte.

Eine Gewerbe-Forderung zielt auf eine stärkere Berücksichtigung von KMU in den Aufträgen der Bundesbeschaffungsagentur. Derzeit erwirtschaften KMU nur 27 Prozent des gesamten von der Bundesbeschaffung abgerufenen Volumens. Sogar in KMU-relevanten Bereichen gehen 59 Prozent des gesamten Auftragsvolumens an Großunternehmen. Deshalb forderte die Sparte das Beschaffungsvolumen für KMU deutlich zu erhöhen. Gleichzeitig soll in der Bundesbeschaffung wieder zur regionalen Beschaffung von Lebensmitteln und Reinigungsdiensten zurückgekehrt werden sowie eine jährliche Evaluierung der Beschaffungspraxis der Bundesbeschaffung GmbH eingeführt werden.

Angesichts der aktuellen Energiekrise fordert Toifl auch eine Ausweitung der Förderungen für thermische Sanierung für Unternehmen wie private Haushalte. Als Volumen könne er sich einen Betrag von 250 bis 300 Millionen vorstellen um erstens Arbeitsplätze zu sichern, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und generell den Standort Österreich "energiemoderner" zu machen. Nach Hochrechnung einer deutschen Studie zur thermischen Sanierung wäre sogar ein Volumen von bis zu 3 Mrd. Euro wünschenswert. Zum Vergleich: Investitionen von 1 Mrd. Euro sichern bis zu 13.000 Jahresarbeitsplätze.

Bei der Kreditvergabe der Banken an die Unternehmen bereitet die Margenerhöhung den KMU Probleme, da diese die Kredite verteuert.

Die Stimmung in den rund 90.000 Gewerbebetrieben hat sich im 4. Quartal 2008 zwar eingetrübt. Laut der vierteljährlich durchgeführten Konjunkturerhebung ist das Stimmungsbarometer im Jahresvergleich zwar um 11 Prozentpunkte gefallen, hat damit aber lediglich das Niveau der Jahre 2002 und 2005 erreicht. Die Auftragsbestände gingen um 6 Prozent zurück. Die öffentlichen Aufträge legten hingegen erfreulicherweise um 21 Prozent zu. Die Umsatzentwicklung hingegen verzeichnete ein Minus von 14 Prozentpunkten.

Äußerst zurückhaltend sind auch die Erwartungen für das 1. Quartal 2009. Dennoch hoffen noch immer drei Viertel der befragten Unternehmen auf eine zumindest stabile Entwicklung. Im Detail erwarten 12 Prozent der Betriebe eine positive Entwicklung, im Vorjahresquartal waren es noch 14 Prozent. Rückgänge befürchten bereits 26 Prozent, gegenüber 11 Prozent vor einem Jahr. In den konsumnahen Bereichen ist der Anteil der Optimisten im Jahresvergleich zwar von 12 auf 18 Prozent gestiegen. Gleichzeitig erhöhte sich aber der Anteil der Pessimisten von 5 auf 23 Prozent. 77 Prozent der Gewerbe- und Handwerksbetriebe beabsichtigen ihren Beschäftigtenstand zu halten. (us)

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