• 12.01.2009, 14:03:35
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Gewerbe und Handwerk will auch 2009 Beschäftigung halten

Förderung für thermische Sanierung erhöhen - KMU in Bundesbeschaffung stärker berücksichtigen

Wien (OTS) - Trotz eines fallenden Stimmungsbarometers der KMU
Forschung Austria wollen die heimischen Gewerbe und Handwerksbetriebe
2009 die Beschäftigung halten. "Unsere Betriebe haben eine engere
Bindung zu ihren Mitarbeitern und können nicht plötzlich um 5 Prozent
den Beschäftigtenstand reduzieren", so Toifl. Angesichts des
weiterhin bestehenden Facharbeitermangels könnten es sich gerade
kleine und mittlere Unternehmen nicht leisten, qualifizierte
Mitarbeiter zu entlassen. 77 Prozent der Gewerbe- und
Handwerksbetriebe wollen daher den Beschäftigtenstand in den
kommenden Monaten halten. Die Geschäftsentwicklung generell weise
noch keine gravierenden Anzeichen einer Krise, so der Direktor der
KMU-Forschung Austria, Walter Bornett. 80 Prozent der Betriebe melden
eine gute bzw. saisonübliche Geschäftsentwicklung. Davon ausgenommen
seien aber die Betriebe der KFZ-Zulieferbranche, bei denen sich die
Situation anders verhalte.

Eine Gewerbe-Forderung zielt auf eine stärkere Berücksichtigung
von KMU in den Aufträgen der Bundesbeschaffungsagentur. Derzeit
erwirtschaften KMU nur 27 Prozent des gesamten von der
Bundesbeschaffung abgerufenen Volumens. Sogar in KMU-relevanten
Bereichen gehen 59 Prozent des gesamten Auftragsvolumens an
Großunternehmen. Deshalb forderte die Sparte das Beschaffungsvolumen
für KMU deutlich zu erhöhen. Gleichzeitig soll in der
Bundesbeschaffung wieder zur regionalen Beschaffung von Lebensmitteln
und Reinigungsdiensten zurückgekehrt werden sowie eine jährliche
Evaluierung der Beschaffungspraxis der Bundesbeschaffung GmbH
eingeführt werden.

Angesichts der aktuellen Energiekrise fordert Toifl auch eine
Ausweitung der Förderungen für thermische Sanierung für Unternehmen
wie private Haushalte. Als Volumen könne er sich einen Betrag von 250
bis 300 Millionen vorstellen um erstens Arbeitsplätze zu sichern,
einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und generell den Standort
Österreich "energiemoderner" zu machen. Nach Hochrechnung einer
deutschen Studie zur thermischen Sanierung wäre sogar ein Volumen von
bis zu 3 Mrd. Euro wünschenswert. Zum Vergleich: Investitionen von 1
Mrd. Euro sichern bis zu 13.000 Jahresarbeitsplätze.

Bei der Kreditvergabe der Banken an die Unternehmen bereitet die
Margenerhöhung den KMU Probleme, da diese die Kredite verteuert.

Die Stimmung in den rund 90.000 Gewerbebetrieben hat sich im 4.
Quartal 2008 zwar eingetrübt. Laut der vierteljährlich durchgeführten
Konjunkturerhebung ist das Stimmungsbarometer im Jahresvergleich zwar
um 11 Prozentpunkte gefallen, hat damit aber lediglich das Niveau der
Jahre 2002 und 2005 erreicht. Die Auftragsbestände gingen um 6
Prozent zurück. Die öffentlichen Aufträge legten hingegen
erfreulicherweise um 21 Prozent zu. Die Umsatzentwicklung hingegen
verzeichnete ein Minus von 14 Prozentpunkten.

Äußerst zurückhaltend sind auch die Erwartungen für das 1. Quartal
2009. Dennoch hoffen noch immer drei Viertel der befragten
Unternehmen auf eine zumindest stabile Entwicklung. Im Detail
erwarten 12 Prozent der Betriebe eine positive Entwicklung, im
Vorjahresquartal waren es noch 14 Prozent. Rückgänge befürchten
bereits 26 Prozent, gegenüber 11 Prozent vor einem Jahr. In den
konsumnahen Bereichen ist der Anteil der Optimisten im
Jahresvergleich zwar von 12 auf 18 Prozent gestiegen. Gleichzeitig
erhöhte sich aber der Anteil der Pessimisten von 5 auf 23 Prozent. 77
Prozent der Gewerbe- und Handwerksbetriebe beabsichtigen ihren
Beschäftigtenstand zu halten. (us)

Rückfragehinweis:

Wirtschaftskammer Österreich
   Bundessparte Gewerbe und Handwerk 
   Helmut Heindl
   Tel: +43 (0)5 90 900 3291,
   Fax: +43 (0)5 90 900 217
   Email: [email protected]

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