- 12.01.2009, 12:18:19
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Greenpeace zur Klimabilanz von Umweltminister Berlakovich:Österreich ist nach wie vor Lichtjahre vom Kyoto-Ziel entfernt
Wien (OTS) - Die von Umweltminister Niki Berlakovich heute
präsentierte Klimabilanz von 2007 zeigt eines deutlich: Österreich
bleibt weiterhin Lichtjahre vom Kyoto-Ziel entfernt und riskiert
damit Strafzahlungen in Milliardenhöhe, so die Umweltorganisation
Greenpeace in einer Aussendung.
Der leichte Rückgang der CO2-Emissionen 2007 ist vor allem auf den
warmen Winter in jenem Jahr zurückzuführen. "Doch weder wärmere
Winter noch bevor stehende Wirtschaftskrisen, die den
Energieverbrauch senken, sind geeignete Klimaschutz-Maßnahmen",
moniert Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl. "Vielmehr sind
Investitionen in den Wärmeschutz, ein Umstieg auf Erneuerbare
Energien und ernsthafte Vorgaben im Verkehrsbereich gefordert", so
Schinerls Appell in Richtung eines raschen politischen Handelns.
Trotz eines leichten Rückgangs auf 88 Millionen Tonnen CO2 liegt
Österreich bei den CO2-Emissionen um knapp zwanzig Millionen Tonnen
CO2 über dem notwendigen Kyoto-Ziel. Vor allem im Verkehrssektor sind
die Emissionen nach wie vor steigend wie in kaum einem anderen Land
innerhalb der Europäischen Union. Die Nichterreichung des Kyoto-Ziels
würde für Österreich Kosten in der Höhe von 1,5 bis zwei Milliarden
Euro zur Folge haben. "Wenn dieses Geld in Wärmedämmung statt in
Strafzahlungen investiert würde, könnten damit 30.000 bis 40.000
Arbeitsplätze geschaffen und gleichzeitig zwei Millionen Tonnen CO2
eingespart werden", rechnet Greenpeace-Experte Schinerl vor.
Die von Umweltminister Berlakovich vorgeschlagene Reduktion der
Treibhausgas-Emissionen durch die Beimischung von Agrosprit ist auf
alle Fälle weitaus geringer als von ihm behauptet: Bei der Produktion
von Agrotreibstoffen entstehen nämlich genügend
Treibhausgas-Emissionen, die allerdings der Landwirtschaft und nicht
dem Verkehrsbereich zugeordnet werden. Durch den hohen
Beimischungsanteil von Agrotreibstoffen kann die benötigte Menge auch
nicht mehr durch inländische Anbauflächen abgedeckt werden, sondern
muss im Ausland zugekauft werden. "Die Emissionen verschwinden damit
zwar aus der österreichischen CO2-Bilanz, doch für das globale Klima
ist das letztlich bedeutungslos, weil sich Treibhausgase ja nicht an
Grenzen halten", kritisiert Schinerl.
"Ein kurzfristiges Zurückfahren des Energiekonsums hilft uns nicht
wirklich weiter - weder mit Hilfe warmer Winter noch aufgrund der
aktuellen Wirtschaftskrise. Was wir dagegen dringend benötigen, ist
eine Wende hin zu einer Klimaschutz-Politik, die uns endlich aus der
Abhängigkeit fossiler Energieträger führt. Die Zahlen der Klimabilanz
2007 legen jedoch leider dar, dass eine solche in Österreich nicht in
Sicht ist", so Niklas Schinerl von Greenpeace abschließend.
Rückfragehinweis:
Attila Cerman Greenpeace Österreich Tel.: 0664-3435354 Niklas Schinerl Greenpeace Österreich Tel.: 0664-6126704
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