Greenpeace zur Klimabilanz von Umweltminister Berlakovich:Österreich ist nach wie vor Lichtjahre vom Kyoto-Ziel entfernt

Wien (OTS) - Die von Umweltminister Niki Berlakovich heute präsentierte Klimabilanz von 2007 zeigt eines deutlich: Österreich bleibt weiterhin Lichtjahre vom Kyoto-Ziel entfernt und riskiert damit Strafzahlungen in Milliardenhöhe, so die Umweltorganisation Greenpeace in einer Aussendung.

Der leichte Rückgang der CO2-Emissionen 2007 ist vor allem auf den warmen Winter in jenem Jahr zurückzuführen. "Doch weder wärmere Winter noch bevor stehende Wirtschaftskrisen, die den Energieverbrauch senken, sind geeignete Klimaschutz-Maßnahmen", moniert Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl. "Vielmehr sind Investitionen in den Wärmeschutz, ein Umstieg auf Erneuerbare Energien und ernsthafte Vorgaben im Verkehrsbereich gefordert", so Schinerls Appell in Richtung eines raschen politischen Handelns.

Trotz eines leichten Rückgangs auf 88 Millionen Tonnen CO2 liegt Österreich bei den CO2-Emissionen um knapp zwanzig Millionen Tonnen CO2 über dem notwendigen Kyoto-Ziel. Vor allem im Verkehrssektor sind die Emissionen nach wie vor steigend wie in kaum einem anderen Land innerhalb der Europäischen Union. Die Nichterreichung des Kyoto-Ziels würde für Österreich Kosten in der Höhe von 1,5 bis zwei Milliarden Euro zur Folge haben. "Wenn dieses Geld in Wärmedämmung statt in Strafzahlungen investiert würde, könnten damit 30.000 bis 40.000 Arbeitsplätze geschaffen und gleichzeitig zwei Millionen Tonnen CO2 eingespart werden", rechnet Greenpeace-Experte Schinerl vor.

Die von Umweltminister Berlakovich vorgeschlagene Reduktion der Treibhausgas-Emissionen durch die Beimischung von Agrosprit ist auf alle Fälle weitaus geringer als von ihm behauptet: Bei der Produktion von Agrotreibstoffen entstehen nämlich genügend Treibhausgas-Emissionen, die allerdings der Landwirtschaft und nicht dem Verkehrsbereich zugeordnet werden. Durch den hohen Beimischungsanteil von Agrotreibstoffen kann die benötigte Menge auch nicht mehr durch inländische Anbauflächen abgedeckt werden, sondern muss im Ausland zugekauft werden. "Die Emissionen verschwinden damit zwar aus der österreichischen CO2-Bilanz, doch für das globale Klima ist das letztlich bedeutungslos, weil sich Treibhausgase ja nicht an Grenzen halten", kritisiert Schinerl.

"Ein kurzfristiges Zurückfahren des Energiekonsums hilft uns nicht wirklich weiter - weder mit Hilfe warmer Winter noch aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise. Was wir dagegen dringend benötigen, ist eine Wende hin zu einer Klimaschutz-Politik, die uns endlich aus der Abhängigkeit fossiler Energieträger führt. Die Zahlen der Klimabilanz 2007 legen jedoch leider dar, dass eine solche in Österreich nicht in Sicht ist", so Niklas Schinerl von Greenpeace abschließend.

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