LK NÖ startet 3-jähriges Programm zur Stärkung von Partnerschaften

Schultes und Meier: 12 Themenschwerpunkte bis 2011 behandelt

Wien (aiz.info) - Mit dem neuen, auf drei Jahre angelegten
Programm "PartnerKraft" übernimmt die Landwirtschaftskammer NÖ jetzt eine Vorreiterrolle in der aktiven Förderung und Gestaltung von Partnerschaften. Ziel ist es, den bäuerlichen Familienbetrieb als Lebens- und Unternehmensform weiterzuentwickeln, die Landwirtschaft für junge Menschen attraktiv zu halten und den ländlichen Raum insgesamt zu stärken. Dies teilten heute LK-Präsident Hermann Schultes und Vizepräsidentin Theresia Meier bei einem Pressegespräch mit. Die Auftaktveranstaltung findet kommende Woche statt. Bis 2011 wird jedes Quartal einem besonderen Schwerpunkt von bewusst gestalteter Partnerschaft gewidmet. Das Themenspektrum reicht von den Anforderungen junger Menschen an ihre Partner über den Wert neuer Familienmitglieder für die Betriebsentwicklung bis zum Zusammenwirken der Generationen. Geplant sind Podiumsdiskussionen mit Experten, Großveranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit sowie gezielte Beratungs-und Bildungsangebote.

Partnerschaft - ein strategisches Thema für die Landwirtschaft

Das Thema Partnerschaft spielte in der bäuerlichen Interessenvertretung, Bildung und Beratung bereits bisher eine wichtige Rolle, so Meier. Neu ist, dass dieser Bereich nun konzentrierter, umfassender und von einem gesamthaften Ansatz ausgehend behandelt wird. Ausgangspunkt war eine Studie des Österreichischen Instituts für Familienforschung der Universität Wien. "In der Land- und Forstwirtschaft sind 96% der Höfe Familienbetriebe. Ohne familiären Zusammenhalt und das Zusammenwirken der Generationen könnten viele Betriebe nicht existieren. Dabei sind aber auch Konflikte vorprogrammiert, da verschiedene Wertehaltungen aufeinanderprallen. Das Verständnis der Personen untereinander bedingt körperliche und psychische Gesundheit und ist der entscheidende Faktor für den Erfolg des Betriebes", gab Institutsleiter Wolfgang Mazal zu bedenken.

Die angeführte Studie ergab laut Mazal, dass die österreichischen Bäuerinnen ihren Mann als primären Ansprechpartner für alle Lebenslagen sehen. Vielen Bauern ist das zu wenig bewusst, was offensichtlich auf fehlende Kommunikation zurückzuführen ist. Ein zweiter Problembereich ist das Verhältnis der Generationen am Hof, das von vielen Bäuerinnen als "belastet" gesehen wird, wobei häufig unterschiedliche Auffassungen zwischen Hofübergeber und -übernehmer der Anlass sind. Darüber hinaus kommt in der Befragung ein deutliches West/Ost-Gefälle bei der Zufriedenheit der Bäuerinnen zum Ausdruck. "Es ist daher sehr wichtig und positiv, dass das Thema Partnerschaft als Kontrapunkt zur gesellschaftlichen Entwicklung jetzt umfassend diskutiert und behandelt wird", so Mazal. Es gehe dabei auch um das Umfeld der bäuerlichen Familie auf kommunaler und politischer Ebene.

"Wenn Familie nicht einmal im ländlichen Raum richtig gelebt werden kann, dann werden sich die Lebensfelder hier massiv verändern - zum Negativen. Die Struktur der Landwirtschaft würde sich in Richtung Industrialisierung bewegen und mit ihr der gesamt ländliche Raum an Attraktivität verlieren, gäbe es die zahlreichen landwirtschaftlichen Klein- und Mittelbetriebe nicht", stellte Mazal fest.

Großes Interesse an diesem Thema

Die LK Niederösterreich arbeitet bereits seit einem Jahr am Thema Partnerschaft. In Vortragsreihen sowie mit Bildungs- und Beratungsangeboten konnten Männer und Frauen auf Basis ihrer Stärken, Ausbildungen und Bedürfnisse individuelle Ziele für sich selbst und ihre Partnerschaft entwickeln und eine passende Aufgabenverteilung finden - sowohl für den Beruf als auch für die Freizeit. Das umfasst in vielen Betrieben auch die Frage, wer einem Beruf außerhalb der Landwirtschaft nachgehen soll. "Mit über 1.000 Teilnehmern sind wir auf großes Interesse gestoßen. Das hat uns auch gezeigt, dass dieses Thema die Menschen bewegt und sie nach Angeboten suchen. Daraus resultierte auch die Entscheidung, ein breit angelegtes Projekt zu machen", erläuterte Meier.

Auftakt am 16. Jänner

Die Auftaktveranstaltung von "PartnerKraft" findet am 16.01.2009 im Ramsauhof in Purgstall bei Wieselburg statt, wo das gesamte Projekt vorstellt wird und anschließend das Kabarett-Programm "Wir müssen reden" für weitere Diskussionsimpulse sorgen soll. Das Projekt ist in vier Phasen (mit begleitender Evaluierung) gegliedert. Diese beinhalten unter anderem folgende Schwerpunkte: Partner finden, Erfolg durch Partnerschaft, Quereinsteiger, Partnerschaft auf Augenhöhe, Generationen-Verhältnis, Funktionärsarbeit, Auslagern von Aufgaben, Urlaub vom Bauernhof, Hofübernahme sowie Landwirtschaft & Gesellschaft. Der Abschluss des Projekts soll Ende 2011 erfolgen.

Schultes: Gleichgewicht zwischen Erwerbs- und Familienarbeit wichtig

"Die Balance zwischen Erwerbs- und Familienarbeit ist ein zunehmend wichtigeres Lebensziel. Partnerschaften sollen nicht einfach nur als gegeben akzeptiert, sondern erfolgreich gestaltet werden. Sie sind Grundlage für Lebensqualität und Betriebserfolg", betonte Präsident Schultes. Die Beratung der Betriebe durch die Kammer könne sich daher nicht nur auf die ökonomische Ebene beschränken, sie müsse auch die familiäre Situation und die neuen beruflichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen. "Wir wollen auch brisante Themen ansprechen, aber den Menschen nichts aufzwingen. Wir wollen vielmehr eine Plattform für alle Interessierten sein. Die Partnerschaft auf Augenhöhe soll in den Betrieben und in der Interessenvertretung selbstverständlich sein", so Schultes. Es sei ihm ein Anliegen, auch in der Kammer selbst zu ermöglichen, dass die Bediensteten Beruf und Familie in Einklang bringen können.

Einen Überblick über die aktuellen Angebote zu diesem Projekt gibt die Homepage der LK NÖ unter www.lk-noe.at/partnerkraft.
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