• 18.12.2008, 10:09:38
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Eine aktuelle Studie zeigt, dass sexuelle Lustlosigkeit das häufigste sexuelle Problem bei Frauen darstellt

Wien (OTS) - Die Ergebnisse der PRESIDE*-Studie, der größten
Studie zur Häufigkeit von Sexualstörungen bei Frauen, belegen, dass
ein vermindertes sexuelles Verlangen das häufigste sexuelle Problem
bei Frauen im Alter ab 18 Jahren darstellt.1 In der Zeitschrift
Obstetrics & Gynecology (Green Journal) wurden die Ergebnisse dieser
neuen Untersuchung an mehr als 31.000 Frauen veröffentlicht. In der
Studie berichtete etwa eine von zehn Frauen über vermindertes
sexuelles Verlangen verbunden mit persönlichem Leidensdruck. Die
medizinische Bezeichnung hierfür ist HSDD (Hypoactive Sexual Desire
Disorder).1)

HSDD wird im Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders
(DSM-IV) der US-amerikanischen Gesellschaft für Psychiatrie
folgendermaßen definiert: Vermindertes sexuelles Interesse oder
Verlangen, fehlende sexuelle Gedanken oder Fantasien bzw. das
verminderte Verlangen nach sexueller Aktivität. HSDD verursacht einen
ausgeprägten Leidensdruck oder ernste Beziehungsprobleme und kann
nicht einer medizinischen Erkrankung oder einem Medikament
zugeschrieben werden.2) Es handelt sich um eine gesundheitliche
Störung, die sehr häufig nicht oder falsch diagnostiziert wird.3)

"Ärzte, die bei Frauen sexuelle Probleme diagnostizieren und diese
behandeln, sollten zunächst das Ausmaß des damit verbundenen
Leidensdrucks beurteilen", betonte Dr. Jan L. Shifren, Autorin und
Direktorin des "Menopause Programme" der Vincent Geburtshilfe und
Gynäkologie-Abteilung des Massachusetts General Hospital in Boston,
USA. "Generelle sexuelle Schwierigkeiten mit hohem Leidensdruck
wurden bei etwa jeder achten Frau festgestellt. Daher sollten Ärzte
ihre Patientinnen nach sexuellen Problemen fragen und erheben, ob
diese zu Unzufriedenheit, Frustration oder anderen Empfindungen
führen, die ihre Lebensqualität negativ beeinflussen."

Ergebnisse der PRESIDE-Studie

In der PRESIDE-Studie berichteten 44,2 Prozent der Frauen, dass
sie unter sexuellen Problemen leiden.1) Am häufigsten wurde von 38,7
Prozent der Befragten vermindertes Verlangen genannt1. Erregungs-
(26,1 Prozent) und Orgasmusstörungen (20,5 Prozent) traten seltener
auf.1 Von allen teilnehmenden Frauen berichteten 22,8 Prozent, dass
sie persönlich stark unter ihren sexuellen Problemen leiden würden.1)
Mangelndes sexuelles Verlangen war für zehn Prozent der Befragten das
häufigste Problem und verursachte damit doppelt so oft einen
Leidensdruck wie Erregungsstörungen (5,4 Prozent) oder
Orgasmusprobleme (4,7 Prozent).1) Von vermindertem Verlangen und
daraus resultierendem Leidensdruck waren Frauen aller Altersklassen
betroffen, häufiger jedoch Frauen im mittleren Lebensalter.1)

PRESIDE

PRESIDE ist eine Querschnittsstudie, die an einer national
repräsentativen Allgemeinpopulation von 31.581 erwachsenen Frauen in
den USA durchgeführt wurde.1)

Charakteristisch für die weibliche sexuelle Dysfunktion sind
sexuelle Probleme, die einen persönlichen Leidensdruck auslösen. Zur
Beurteilung dieses Leidensdrucks wurden zwei validierte
Befragungsmethoden eingesetzt: Der Fragebogen zu Veränderungen in der
sexuellen Funktionsfähigkeit (Changes in Sexual Functioning
Questionnaire - CSFQ-14), ein validiertes Instrument mit 14 Fragen,
mit dem die Befragten ihr aktuelles sexuelles Verhalten und ihre
Probleme anhand einer Fünf-Punkte-Skala selbst einschätzen konnten.1)
Außerdem kam die Skala zur Messung des sexuellen Leidensdrucks von
Frauen zum Einsatz (Female Sexual Distress Scale - FSDS), ebenfalls
ein validiertes Instrument mit zwölf Fragen zur Beurteilung des
Befindens der Frauen betreffend Sexualleben, Schuldgefühlen,
Frustration, Stress, Beunruhigung, Ärger, Verlegenheit sowie
Unzufriedenheit während der vorangegangenen 30 Tage.1)

Über DSM-IV

Die vierte Ausgabe des Diagnostic and Statistical Manual of Mental
Disorders (DSM-IV) definiert HSDD als dauerhaft verminderte (oder
fehlende) sexuelle Fantasien bzw. dauerhaft vermindertes (oder
fehlendes) Verlangen nach jeglicher Form sexueller Aktivität, wodurch
Leidensdruck oder Beziehungsprobleme entstehen. HSDD wird nicht durch
eine andere Störung (mit Ausnahme einer anderen sexuellen
Dysfunktion) verursacht und kann auch nicht der direkten
physiologischen Wirkung einer Substanz (einschließlich eines
Medikaments) oder einer anderen allgemeinen medizinischen Erkrankung
zugeschrieben werden.2)

Quellen:

1) Shifren, JL et al. Sexual Problems and Distress in United States
   Women: Prevalence and Correlates. Obstet Gynecol 2008; 112(5)
2) Sexual and gender identity disorders. In: American Psychiatric 
   Association. Diagnostic and Statistical Manual of Mental
   Disorders. 4. Ausgabe. Washington, DC: American Psychiatric 
   Association; 2000:493-538
3) Bachmann G. Female sexuality and sexual dysfunction: are we stuck 
   on the learning curve? J Sex Med. 2006 Jul;3(4):639-45.

 * Prevalence of Female Sexual Problems Associated with Distress and 
   Determinants of Treatment Seeking

Rückfragehinweis:

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   Kommunikation
   Dr. Boehringer Gasse 5 - 11, A-1121 Wien
   
   Mag. Inge Homolka
   Tel.: +43-1-80105-2230, mailto:[email protected]
   
   Mag. Monika Primenz
   Tel.: +43-1-80105-2742, 
   mailto:[email protected]

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