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"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Freie Wahl für die Spender" (Von WOLFGANG SABLATNIG)
Ausgabe vom 16. Dezember 2008
Innsbruck (OTS) - Wo Menschen anderen Menschen helfen, will auch
Finanzminister Josef Pröll sein Scherflein beitragen und verspricht
Steuerfreiheit für entsprechende Spenden. Dieses Prinzip des
ÖVP-Chefs klingt einleuchtend.
Weniger einleuchtend ist der zweite Teil des Pröll'schen
Spendenprinzips: Eine Spendenorganisation, die nicht diesem
humanitären Prinzip folgt, soll bei der geplanten Steuererleichterung
leer ausgehen. Dafür mag es gute Gründe geben. Geld ist vor allem in
Krisenzeiten wie diesen nicht im Überfluss vorhanden. Da mag es Sinn
machen, sich auf wichtige Aufgaben zu konzentrieren und als Staat
selbst zu entscheiden, wem er finanziell unter die Arme greift - und
nichts anderes als ein staatlicher Zuschuss ist die Steuerfreiheit
letztlich.
Tatsächlich würde die Politik mit ihrer Unterscheidung der
Spendenorganisationen aber Ungerechtigkeiten schaffen. Die Grenze
zwischen förderungswürdigem, humanitärem Engagement und anderer
Tätigkeit ist oft nur schwer zu ziehen und kann den Verdacht der
Willkür schaffen - siehe amnesty international, siehe auch
Entwicklungshilfe.
Der Staat sollte dem gleich aus dem Weg gehen und sich glücklich
schätzen, wenn er Organisationen hat, die ihm Aufgaben abnehmen; das
gilt auch für den Schutz von Umwelt, Klima und Tieren. Noch dazu, wo
schon seit Jahren für jede Orchideenwissenschaft steuerfrei gespendet
werden kann, wenn es nur eine Forschungsgesellschaft dafür gibt.
Eine andere Grenze hingegen ist sehr wohl zu ziehen. Ein
Missbrauch der Absetzbarkeit muss vermieden werden.
Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 05 04 03 DW 610
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