Simbabwe: Erste Cholerafälle auch bei Hilfsprojekten von SOS-Kinderdorf

Die drei SOS-Kinderdörfer blieben bisher von Cholera verschont. Die SOS-Programme zur Familienstärkung in der Nachbarschaft beklagen hingegen erste Tote.

Innsbruck/Wien (OTS) - In den Medien nehmen in den letzten Tagen Meldungen über die ansteigende Cholera Fälle in Simbabwe zu. Laut WHO sind über 14.000 Menschen erkrankt, knapp 500 bereits verstorben. Auch Nachbarstaaten wie Südafrika und Botsuana sind mittlerweile von der Durchfallerkrankung betroffen; Krankenhäuser sind restlos überfüllt.

In den SOS-Kinderdörfern selbst wurden bisher keine Cholera Infektionen verzeichnet. Nicht so in den SOS-Familienstärkungsprogrammen in der Nachbarschaft der SOS-Kinderdörfer. Hier versucht SOS-Kinderdorf gemeinsam mit lokalen Partnern und Sozialarbeitern bedürftige Familien zu stärken und gemeinsam mit ihnen ihre soziale, gesundheitliche und wirtschaftliche Situation nachhaltig zu verbessern.

Besonders betroffen ist das Familienstärkungsprogramm im Armenviertel Waterfalls/Budiriro (Vorort der Hauptstadt Harare), wo das Abwassersystem völlig zusammengebrochen ist. Vor kurzem erhielten wir die traurige Meldung, dass vier Erwachsene, deren Familien im Familienstärkungsprogramm von SOS-Kinderdorf aufgenommen sind, an Cholera verstarben. SOS-Mitarbeiter Justine Lungu beschreibt die katastrophalen Zustände in Budiriro: "Kranke und Gesunde leben dicht gedrängt zusammen, sie teilen sich das Essen und benutzen die selben Brunnen und Toiletten. Viele Kranke weigern sich zur staatlichen Polyklinik zu gehen, weil es dort keine Medikamente mehr gibt. Kinder spielen auf den Straßen in Abwasserpfützen oder durchsuchen den Müll nach Verwertbarem. Familien zapfen aus leckenden Leitungen Wasser ab. Da aber die Wasserversorgung zusammengebrochen ist, dürfte es sich eher um Abwasser als um Trinkwasser handeln."

Der Cholera-Erreger wird über verseuchtes Trinkwasser und Nahrungsmittel übertragen. In der Hauptstadt Harare spült der Regen die auf der Straße liegenden Abfälle direkt in die Kanäle, aus denen Trinkwasser bezogen wird.

In sämtlichen SOS-Kinderdorf-Projekten wird die Aufklärungsarbeit, die bereits seit Auftreten der Krankheit im August diesen Jahres, eingesetzt hat, weiter intensiviert. Gemeinsam mit Partnern aus dem Gesundheitssektor wurden medizinische Vorkehrungen getroffen.

SOS-Kinderdorf Österreich unterstützt gemeinsam mit der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit die Familienstärkungsprogramme in Bindura und Bulawayo.

Interviews mit SOS-Kinderdorf-Mitarbeitern in Simbabwe sind möglich.

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