• 03.12.2008, 14:03:42
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"Kärnten Takt": Offensive für den öffentlichen Verkehr

LH Dörfler: Mit Sparcard einen Monat zahlen und zwei Monate fahren - Massive Entlastung für Kärntens Pendler - Neuer ÖBB-Fahrplan mit mehr Verbindungen und kürzeren Intervallen

Klagenfurt (LPD) - Am 14. Dezember startet der "Kärnten Takt".
Diese Zukunftslösung für den Nahverkehr stellten heute, Mittwoch,
Verkehrsreferent Landeshauptmann Gerhard Dörfler sowie
ÖBB-Regionalmanager Manfred Oberrauner und Postbus-Regionalmanager
Erwin Kletz bei einer Pressekonferenz am Bahnhof Klagenfurt vor. Mit
dem neuen Fahrplan der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) erhöht
sich das Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel im Zentralraum um
ein Drittel, in Gesamtkärnten um ein Viertel. Das bedeutet mehr
Zugsverbindungen, mehr Sitzplätze und deutlich kürzere Intervalle.
Vor allem Pendler sollen durch das attraktive Angebot zum Umsteigen
vom PKW auf Bahn und Bus motiviert werden. Für den "Kärnten Takt"
setzt das Land Kärnten 4,5 Mio. Euro im Jahr ein.

Dörfler sprach von der "neuen Zu(g)kunft" Kärntens. Der "Kärnten
Takt" solle nämlich Umwelt und Brieftaschen entlasten. Um die
heimischen Pendler noch stärker zum Umstieg auf Bahn und Bus zu
motivieren, werde es ab 1. Jänner eine Sparcard geben. "Mit diesem
attraktiven Einstiegsangebot zahlt man einen Monat und kann zwei
fahren", erklärte Dörfler. Neben ÖBB und Postbus sind hier auch
weitere Kärntner Verkehrsdienstanbieter dabei. Zudem verwies der
Landeshauptmann auf die hohe Kärntner Pendlerförderung. Ab Jänner
gebe es drei Mio. Euro an Zusatzförderung für Pendler im ländlichen
Raum - und zwar egal ob sie mit ihrem PKW oder den Öffentlichen
fahren.

Beim "Kärnten Takt" sieht der Landeshauptmann außerdem den Aspekt
der Arbeitsplatzsicherung und -schaffung. "Für mich sind
Arbeitsplätze beim öffentlichen Verkehr auch Umwelt-Arbeitsplätze."
In diesem Sinne strich Dörfler die Investitionen in die
Bahnhofsinfrastruktur sowie in neue Züge und Busse hervor. Von 2003
bis 2008 habe das Land mit den ÖBB 120 Mio. Euro für die
Modernisierung von Bahnhöfen aufgewendet, insgesamt 33 Mio. Euro
fließen in die Errichtung neuer Bahnhöfe, wie in St. Paul/Lavanttal.
"Unsere Bahnhöfe sind jetzt sogar mit modernen Flughäfen
vergleichbar", so Dörfler. Gesteigert habe das Land auch die Budgets
für den öffentlichen Verkehr. 2006 waren es laut Dörfler noch 12,6
Mio. Euro, heuer bereits 22,4 Mio.

Der Landeshauptmann nannte auch einige Zahlen aus dem "Modal
Split", der die prozentuale Verteilung der Verkehrsmittelwahl angibt.
Demnach sind 1995 noch 46 Prozent mit dem Auto gefahren, 2007 waren
es bereits 55 Prozent. Abgenommen haben hingegen die Prozentzahlen
der Automitfahrer (von 13 auf 11) und der Fußgänger (von 24 auf 17).
Der Anteil des öffentlichen Verkehrs ist mit jeweils elf Prozent
gleich geblieben. Dörfler erwartet sich durch den "Kärnten Takt" eine
spürbare Verlagerung des individuellen Verkehrs auf den öffentlichen.
Er verweist auch auf die positiven Erfahrungen mit Bus und Bahn
während der EURO. Für abgelegene, ländliche Gebiete bringt er das
bewährte GO-MOBIL ins Rennen.

ÖBB-Regionalmanager Oberrauner sieht im "Kärnten Takt" Land,
Umwelt und Kunden als Gewinner. Den 110.000 Kärntner Pendlern solle
er eine optimale Alternative zum Auto bieten. Oberrauner kündigte 30
Minuten-Intervalle zwischen Villach und Klagenfurt sowie 60
Minuten-Intervalle auf den Strecken Friesach-Klagenfurt,
Lienz-Spittal-Villach, Wolfsberg-Bleiburg-Klagenfurt,
Kötschach-Hermagor-Villach und St. Veit-Feldkirchen-Villach an. 26
neue Zuggarnituren sollen für mehr Komfort sorgen, auch die
Fahrzeiten werden verkürzt. Oberrauner erwartet sich eine
Fahrgaststeigerung um 1,73 Millionen. 1,57 Mio. Autofahrten sollen
durch den "Kärnten Takt" pro Jahr wegfallen, das bringe eine
Reduktion der Schadstoffbelastung um 10.000 Tonnen CO2. Enorme
Einsparungen gibt es auch im finanziellen Sinne: der
ÖBB-Regionalmanager rechnete vor, dass sich ein Pendler auf der
Strecke Klagenfurt-Villach pro Monat 84 Euro erspart - und zwar rein
beim Vergleich der Treibstoffkosten mit den Kosten der Monatskarte.

An den neuen Fahrplan des "Kärnten Takts" mussten auch die
Postbus-Fahrpläne angepasst werden, wie Regionalmanager Kletz
erklärte. Er sprach von 1.500 täglichen Anschlüssen zwischen Bus und
Bahn. Diese enorme Herausforderung habe man gemeistert und das
Bestmögliche für die Fahrgäste erreicht. Auch beim Postbus wurde
modernisiert. Heuer hat man laut Kletz 35 neue Fahrzeuge angeschafft,
mittlerweile sind zwei Drittel der Postbusflotte erneuert und mit
schadstoffarmen Motoren unterwegs.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung
Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at

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