• 02.12.2008, 14:08:08
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Lebenshilfe Österreich fordert von neuer Regierung: Neue Chancen für Menschen mit Behinderungen

Lebenshilfe-Präsident drängt auf höheres Tempo bei der Bearbeitung offener Punkte in der Behindertenpolitik

Wien (OTS) - "Dass Jugendliche mit intellektueller Behinderung bis
zum 18. Lebensjahr ihre Schulbildung abschließen können, dass ihre
Arbeitsleistung gerecht entlohnt und in die gesetzliche
Unfallversicherung einbezogen wird und dass behindertes Leben in
unserer Gesellschaft eine faire Chance bekommt", nennt Präsident
Univ.-Prof. Dr. Germain Weber als wichtigste Forderungen der
Lebenshilfe Österreich an die neue Regierung. "Das Tempo muss jetzt
beschleunigt werden. Von der neuen Regierung verlangen wir Gesetze,
die die Bedürfnisse von Menschen mit Lernbehinderung einschließen im
Sinne einer inklusiven Politik. Die Einladung an die
Interessenvertretungen zur Zusammenarbeit ist löblich, darf jedoch
nicht zur Alibierklärung verkommen." Ein offener Punkt im
österreichischen Strafgesetzbuch, der dringend zu korrigieren ist,
ist die Abschaffung der Eugenischen Indikation (der straffreien
Abtreibung behinderten Lebens bis unmittelbar vor der Geburt).

Der 3. Dezember ist der internationale Tag der Menschen mit
Behinderungen. Anlässlich dieses Tages präsentierten heute Menschen
mit Lernbehinderung (ehemals als Menschen mit geistiger Behinderung
bezeichnet) im Parlament ihre Anliegen und machen in Anwesenheit der
BehindertensprecherInnen der Parteien auf ihre politische Beteiligung
aufmerksam. Heide Tomacek, Sprecherin der Menschen mit Behinderungen
in Einrichtungen der Lebenshilfe Wien, dazu: "Menschen mit
Lernbehinderung sind ExpertInnen in eigener Sache. Sie sollten daher
auch in die politische Arbeit miteinbezogen werden. Das gilt für
Gesetze, die unser Leben betreffen: Sachwalterschaftsgesetz,
Behindertengesetze und Barrierefreiheit." Das aktive Mitgestalten in
der Politik über das passive Wählen hinaus ist ein BügerInnenrecht
und soll auch für Menschen mit intellektueller Behinderung gelten.
Die Demokratiewerkstatt der Parlamentsdirektion gibt dieser Forderung
einen Raum und den Menschen mit Behinderung eine Stimme.

Der 3. Dezember, internationaler Tag der Menschen mit
Behinderungen, fällt heuer zeitgleich auf den 60. Jahrestag der
UN-Menschenrechtserklärung. Die Lebenshilfe Österreich spricht sich
dafür aus, dass an diesem Tag zukünftig in ganz Österreich
Veranstaltungen stattfinden, in denen Menschen mit Behinderungen ihre
Anliegen gemeinsam mit PolitikerInnen dis-kutieren, so wie es bereits
in anderen europäischen Staaten durchgeführt wird.

Rückfragehinweis:
Mag. (FH) Eva Schrammel, Lebenshilfe Österreich,
mailto:[email protected],
Tel. 01 812 26 42 79, Mobil 0664/8372448

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