- 28.11.2008, 09:26:16
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Hofer: Sachverhaltsdarstellung an Staatsanwaltschaft eingebracht
Wurde vom AUA-Management unternehmensschädigendes Missmanagement praktiziert?
Wien (OTS) - "Die AUA ist entgegen der aktuellen Darstellung kein
Konkursfall. Allerdings sind in den letzten beiden Jahren von Seiten
des Managements Maßnahmen gesetzt worden, die den Schluss nahe legen,
dass möglicherweise strafrechtlich relevante Änderungen in der Bilanz
vorgenommen wurden. Betrachte man die Maßnahmen der vergangenen zwei
Jahre, so könne man zu dem Schluss gelangen, die AUA sei bewusst
beschädigt worden", erklärt der freiheitliche Luftfahrtsprecher NAbg
Norbert Hofer. Der Verkaufsprozess bestätige diesen Verdacht
eindrucksvoll. "Um hier eine Klärung herbeizuführen, habe ich heute
eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft abgeschickt",
so Hofer.
Es soll ein Gutachten geben, welches eine ‚Stand-alone-Lösung’
unmissverständlich als nicht zukunftsfähig dargestellt hat. AUA-Chef
Ötsch und Aufsichtsratsvorsitzender Michaelis kannten dieses
Gutachten, haben es aber zurückgehalten. "Es stellt sich nun die
Frage, aus welchem Grund dies geschah. Dies und anderes mehr erwarte
ich mir im Zuge dieser Sachverhaltsdarstellung geklärt zu bekommen",
betont Hofer.
So soll es in den letzen zwei Jahren Aufträge an Beratungsfirmen für
Consultingleistungen in Höhe von 12 Millionen Euro gegeben haben.
"Auch dazu gibt es offene Punkte: "Was haben diese Unternehmen der
AUA geraten und wie wurden diese Ergebnisse umgesetzt", möchte Hofer
gerne wissen.
Ein weiterer Kritikpunkt liegt für Hofer in der Einstellung der
Langstreckenflüge nach Australien, obwohl die Auslastung bei 90
Prozent gelegen hat. Dabei wurden zwar etwa 400 Personen an
fliegendem und technischem Personal freigesetzt, jedoch in der
Verwaltung wurden keine personellen Einsparungen umgesetzt.
"Das Verkaufsverfahren ist ebenso einer gesonderten Überprüfung
seitens der Staatsanwaltschaft zu unterziehen, da nicht von der Hand
zu weisen ist, dass andere Bieter schlechter informiert waren als die
Lufthansa", betont Hofer. "Unvorstellbar scheint es in diesem
Zusammenhang, dass es Interessenten aus Österreich gab, die nicht
einmal angehört wurden - und das, obwohl doch vorgeblich auf eine
österreichische Kernlösung gesetzt wurde. Das ist für mich völlig
unverständlich", so der freiheitliche Luftfahrtsprecher.
Abschließend hält Hofer fest: "Die Republik wird der AUA eine halbe
Milliarde Euro Steuergeld zuschießen, um die Bedingungen der
Lufthansa zu erfüllen. Dies widerspricht klar den
EU-Wettbewerbsregeln. Das muss den Herrn Ötsch und Michaelis bekannt
sein. Der Verdacht liegt nahe, dass seitens des AUA-Managements und
der ÖIAG-Verantwortlichen fahrlässiges, möglicherweise vorsätzlich
unternehmensschädigendes Missmanagement praktiziert wurde. Dieser
Verdacht ist im Sinne der österreichischen Steuerzahler zu klären,
weshalb ich heute diese Sachverhaltsdarstellung eingebracht habe."
Rückfragehinweis:
FPÖ
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