• 26.11.2008, 19:57:45
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"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Unter dem Gefrierpunkt" (Von GABRIELE STARCK)

Ausgabe vom 27. November 2008

Innsbruck (OTS) - Um den Permafrost am Uni-Klinikum wieder
aufzutauen, braucht es eine kräftige Klimaerwärmung.

Eiszeit. Der Krankenanstaltenträger Tilak und die Medizin-Uni
können weniger denn je miteinander. Dabei wäre es notwendiger denn je
sich abzusprechen, gemeinsam Entscheidungen zu treffen und Strategien
festzulegen - sei es in Krisenfällen wie an der Anästhesie oder in
Alltags- und Zukunftsfragen. Doch es geht nichts mehr.

Dabei sah es vor einigen Monaten noch so aus, als würden Tilak und
Uni langsam miteinander warm. Zusammenarbeitsvertrag und Neuregelung
des klinischen Mehraufwands standen kurz vor dem Abschluss. Dann
kühlten zwei unabhängige Ereignisse das Verhältnis rasch wieder auf
den Nullpunkt ab.

Auf Tilak-Seite war es der personelle Wechsel in der Regierung:
Vereinbarungen wurden für nichtig erklärt. Zurück an den Start,
lautete die Botschaft aus dem Landhaus. Seither kommt die Tilak nicht
einmal intern vom Fleck. Es gibt noch immer keine abgesegnete
Organisationsstruktur, dafür aber noch zu viele, die mitreden dürfen.
Das lässt auch das Klima in der Führungsetage selbst immer frostiger
werden. An der Uni führte der Streit zwischen Uni-Rat und Rektor und
dessen Entlassung zum Entscheidungsvakuum. Keiner der beiden
Vizerektoren kann bestimmen. Der eine ist zwar offiziell der Chef,
der andere hat aber die entscheidenden Kompetenzen.

Zusammenarbeiten heißt immer auch miteinander können. Deshalb
müssen jetzt Personen mit Macht ausgestattet werden, die noch
imstande sind, das Eis zum Schmelzen zu bringen - gemeinsam und nicht
durch stures Gegeneinander. Viel Zeit bleibt nicht mehr, sonst nehmen
bald auch Patientenversorgung, Forschung und Lehre Schaden.

Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 05 04 03 DW 610

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