- 26.11.2008, 10:42:08
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Hundstorfer: Armut mit Beschäftigung bekämpfen
Bedarfsorientierte Mindestsicherung darf nicht an Ländern scheitern
Wien (ÖGB) - "Armut nicht einfach zur Kenntnis nehmen, sondern
aktiv und rasch bekämpfen!", forderte ÖGB-Präsident Rudolf
Hundstorfer. 459.000 Menschen in Österreich leben in manifester
Armut, rund eine Million sind armutsgefährdet. Das beste Mittel gegen
Armut ist Beschäftigung. "Wenn die beiden beschlossenen
Konjunkturpakete nicht ausreichen, um der steigenden Arbeitslosigkeit
entgegenzuwirken, darf die Politik keinesfalls den Fehler von 2000
und 2001 wiederholen und ausgerechnet in Krisenzeiten zu sparen
beginnen. Das würde die Arbeitslosigkeit nur weiter erhöhen", so
Hundstorfer gestern, Dienstag, anlässlich der Bundestagung des
Berufsverbandes der SozialarbeiterInnen.++++
Keinesfalls sind Lohn- oder Gehaltskürzungen bei den
ArbeitnehmerInnen - wie dies von der Industriellenvereinigung
gefordert wurde - das geeignete Mittel gegen die Finanzkrise, denn
die Kaufkraft der Bevölkerung muss gestärkt, nicht geschwächt werden.
"Eine stabile Inlandsnachfrage ist wichtiger denn je für die
österreichische Wirtschaft", sagte Hundstorfer.
Teilzeit Arbeitende überdurchschnittlich von Armut betroffen
Besonders betroffen macht, dass mittlerweile auch erwerbstätige
Menschen arm sind. Hundstorfer: "Die so genannten ‚working poor’ sind
ein Phänomen, das leider auch in Österreich vorhanden ist. Als
wirksame und wichtige Maßnahme dagegen haben die Soziapartner im Juli
vergangenen Jahres eine Grundsatzvereinbarung über einen Mindestlohn
von 1.000 Euro brutto getroffen." Überproportional von Armut trotz
Erwerbstätigkeit sind Personen mit einer Arbeitszeit von unter 20
Stunden pro Woche betroffen. Für Teilzeitbeschäftigte gibt es auf
Grund einer Sozialpartnereinigung seit Anfang 2008 eine maßgebliche
Verbesserung: den Mehrarbeitszuschlag.
Bedarfsorientierte Mindestsicherung rasch umsetzen
Für diejenigen, die arbeiten wollen, aber keinen Arbeitsplatz
finden können, muss die bedarfsorientierte Mindestsicherung rasch
umgesetzt werden - und zwar österreichweit. "Das Projekt
Mindestsicherung wurde durch die aktuelle Wirtschafts- und
Finanzkrise noch wichtiger. Die Umsetzung darf nicht mehr an
einzelnen Bundesländern scheitern", so der ÖGB-Präsident.(fk)
ÖGB, 26. November 2008 Nr. 698
Rückfragehinweis:
ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Annemarie Kramser
Tel.: (++43-1) 534 44/222 DW
Fax: (++43-1) 533 52 93
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