- 14.11.2008, 10:31:47
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Appell der Katholischen Jugend Österreich an die RegierungsverhandlerInnen: "Vergesst die Jugendlichen nicht!"
Katholische Jugend Österreich tritt mit umfangreichem Forderungskatalog an die Koalitionsverhandlungen heran.
Wien (OTS) - "Als größte Jugendorganisation Österreichs und
aufgrund unseres christlichen Wertehorizonts ist es uns besonders
wichtig, dass die jungen Menschen und ihre Lebenssituationen
wahrgenommen und berücksichtigt werden. Daher ist es unerlässlich,
dass die Anliegen Jugendlicher in das Regierungsprogramm einfließen,"
erklärt Stefan Wurm, Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich.
Die Katholische Jugend Österreich beschäftigt sich in ihren
Fachbereichen und Projekten mit den unterschiedlichsten Lebenswelten
und Anliegen von Jugendlichen. Konkret ergeben sich daraus folgende
Forderungen:
Bildung ermöglichen / Armut bekämpfen
- Wir fordern eine gemeinsame Schule der 10-15jährigen, die von interner Differenzierung und Individualisierung geprägt ist. - Wir fordern die langfristige Beibehaltung des Religionsunterrichts. In den Fällen, in denen SchülerInnen nicht am Religionsunterricht teilnehmen, soll Ethikunterricht als Ersatzpflichtgegenstand für alle Schulen und Schulstufen übernommen werden. - Wir fordern optimale Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen. Das bedeutet Chancengleichheit unabhängig von Geschlecht und sozialer Herkunft, freie Wahl des Bildungswegs unabhängig von gesellschaftlichen Erwartungen sowie kostenfreien Zugang zu Bildung.
Jugendarbeitslosigkeit stoppen
- Wir fordern die neue Regierung auf, die Chancen der Jugendlichen am Arbeitsmarkt nicht zu vergessen. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten werden erfahrungsgemäß weniger Lehrstellen angeboten. Es müssen die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit jeder Lehrling einen Arbeits- und Ausbildungsplatz hat. - Wir fordern eine Wiedereinführung des Kündigungsschutzes für Lehrlinge. Dass Lehrlinge nach dem ersten und zweiten Lehrjahr gekündigt werden können, widerspricht dem Ziel, die Lehre attraktiv zu gestalten und setzt Lehrlinge unnötig unter Druck. - Wir fordern, die Berufsorientierung ab der 7. Schulstufe auszubauen und als eigenes Unterrichtsfach mit eigens dafür ausgebildeten LehrerInnen einzuführen.
Sonn- und Feiertage schützen
- Wir fordern die Beibehaltung des freien Sonntags. Damit soll dem
Trend entgegengewirkt werden, dass alle Lebenszeit zu Arbeits-
und Konsumzeit wird.
Fairantwortung übernehmen / Klimawandel stoppen
- Wir fordern von einer neuen Bundesregierung die Idee des fairen Handels zu unterstützen und im Bereich der öffentlichen Beschaffung (Ministerien, Bundesschulen, Bundesheer, etc.) mit gutem Beispiel voranzugehen. - Wir fordern die neue Regierung auf, der Verpflichtung, die öffentlichen Gelder für die Entwicklungszusammenarbeit bis zum Jahr 2010 auf 0,51% und bis 2015 auf 0,7% des Nationaleinkommens zu erhöhen, nachzukommen. - Wir fordern eine sozial gerechte und nachhaltige Klimapolitik. Industrialisierte Länder tragen die Hauptverantwortung im Kampf gegen den Klimawandel. Dieser ist nicht nur eine Herausforderung für die Umwelt, sondern auch eine Frage der Gerechtigkeit für die Ärmsten dieser Welt.
- Wir fordern von unserer Bundesregierung, dass sie sich im
weltweiten Kampf gegen HIV/Aids stärker als bisher finanziell und
politisch engagiert.
Freiwilligendienste stärken / Zivildiener gleichstellen
- Wir fordern die Einführung eines Jugendfreiwilligengesetzes, das den Status der Freiwilligendienste in Österreich definiert und den Einsatz der Freiwilligen honoriert. In Österreich fehlt nach wie vor ein Gesetz, das die Zuerkennung der Familienbeihilfe während eines Freiwilligendienstes garantiert und für die soziale Absicherung der jungen Erwachsenen sorgt. - Wir fordern eine Erhöhung des Verpflegungsgeldes für Zivildiener. Diese längst überfällige Anhebung ist ein wichtiger und notwendiger Schritt, um einen Ausgleich für den Preisanstieg im Lebensmittelbereich zu schaffen.
"Wir appellieren an die VerhandlerInnen in den Arbeitsgruppen:
'Vergesst die Jugendlichen nicht! Sie sind die Gegenwart und die
Zukunft unseres Landes. Gebt ihnen das richtige Rüstzeug und die
richtigen Rahmenbedingungen für ein gelungenes Leben'", so Wurm
abschließend.
Auf www.jugend-stimmt.at sind die Forderungen und Positionen der
Katholischen Jugend Österreich im Detail nachzulesen.
Rückfragehinweis:
Maga. Mirjam Nekolar Öffentlichkeitsarbeit Katholische Jugend Österreich Tel: (+43) 1 / 512 16 21 DW 31 Mobil: (+43) 676 / 880 11 1554 [email protected]
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