Greenpeace-Protest: "Wir sind keine Versuchskaninchen"

Erkenntnis über sinkende Fruchtbarkeit durch Gentech-Mais erfordert Sofortmaßnahmen

Wien (OTS) - Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace protestierten heute in Wien vor dem Büro der Vertretung der EU-Kommission für einen Kurswechsel in der europäischen Gentechnik-Politik. Anlassfall für den heutigen Protest sind die am Dienstag in Wien veröffentlichten Ergebnisse eines wissenschaftlichen Fütterungsversuchs mit Gentech-Mais. Im Zuge des Langzeitversuchs zeigte sich, dass die Fruchtbarkeit von Mäusen, die mit der gentechnisch veränderten Maissorte NK603xMON810 des US-Agromultis Monsanto gefüttert wurden, signifikant beeinträchtigt ist. Der fragliche Mais ist seit dem Jahr 2005 in der EU als Lebens- und Futtermittel zugelassen. Basis hierfür war ein positives Gutachten der EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA.

Im Zuge des heutigen Protests untermauern die Umweltaktivisten ihre Forderungen mit den Slogans "Ich bin kein Versuchskaninchen" und "Ich bin keine Labor-Maus". "Zum wiederholten Mal wurde von der EU-Kommission ein Gentech-Mais zugelassen, der sich bei genauerer wissenschaftlicher Analyse als potenziell gesundheitsschädlich herausstellt. Zudem ist die Zulassung gegen das Votum der Mehrheit der EU-Staaten erfolgt", beschreibt Philipp Strohm, Gentechnik-Sprecher von Greenpeace, "Es scheint, als seien wissenschaftliche Fahrlässigkeit und undemokratische Entscheidungen die Grundlage der Gentechnik-Politik der EU-Kommission. Das muss sich schleunigst ändern."

Angesichts der potenziellen Gesundheitsgefährdung fordert Greenpeace die rasche Umsetzung einer Reihe von Sofortmaßnahmen:

  • Der Rückruf der gentechnisch veränderten Maislinie NK603xMON810 sowie der Mutterlinien MON810 und NK603. Die Sorte MON810 steht derzeit zur Wiederzulassung an, diese muss verweigert werden.
  • Der Rückruf und die erneute Überprüfung aller derzeit zugelassenen und somit auf dem Markt befindlichen Gentech- Pflanzen.
  • Ein sofortiger EU-weiter Zulassungsstopp für Gentech-Pflanzen und daraus resultierend eine grundlegende Reform der derzeitige Risikoabschätzung und des Risikomanagements der EU-Kommission und der Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA.

"Die Bilanz der Gentechnik-Poltik der EU ist gelinde gesagt verheerend. Während die Mehrheit der Menschen in Europa Gen-Food strikt ablehnt, wird seitens der EU-Kommission und ihrer Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA versucht, Gentech-Lebensmittel auf Biegen und Brechen salonfähig zu machen", sagt Strohm, "Angesichts der niedrigen Beliebtheitswerte der EU in Österreich wäre die Europäische Kommission gut beraten, auf die Meinung der Menschen zu hören, anstatt vor der Gentech-Lobby den Kniefall zu üben", so Strohm abschließend.

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Steffen Nichtenberger, Pressesprecher, Tel: 0664-6126703
Philipp Strohm, Gentechnik-Sprecher, Tel: 0064-6126721

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