• 13.11.2008, 10:01:30
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Greenpeace-Protest: "Wir sind keine Versuchskaninchen"

Erkenntnis über sinkende Fruchtbarkeit durch Gentech-Mais erfordert Sofortmaßnahmen

Wien (OTS) - Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace
protestierten heute in Wien vor dem Büro der Vertretung der
EU-Kommission für einen Kurswechsel in der europäischen
Gentechnik-Politik. Anlassfall für den heutigen Protest sind die am
Dienstag in Wien veröffentlichten Ergebnisse eines wissenschaftlichen
Fütterungsversuchs mit Gentech-Mais. Im Zuge des Langzeitversuchs
zeigte sich, dass die Fruchtbarkeit von Mäusen, die mit der
gentechnisch veränderten Maissorte NK603xMON810 des US-Agromultis
Monsanto gefüttert wurden, signifikant beeinträchtigt ist. Der
fragliche Mais ist seit dem Jahr 2005 in der EU als Lebens- und
Futtermittel zugelassen. Basis hierfür war ein positives Gutachten
der EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA.

Im Zuge des heutigen Protests untermauern die Umweltaktivisten
ihre Forderungen mit den Slogans "Ich bin kein Versuchskaninchen" und
"Ich bin keine Labor-Maus". "Zum wiederholten Mal wurde von der
EU-Kommission ein Gentech-Mais zugelassen, der sich bei genauerer
wissenschaftlicher Analyse als potenziell gesundheitsschädlich
herausstellt. Zudem ist die Zulassung gegen das Votum der Mehrheit
der EU-Staaten erfolgt", beschreibt Philipp Strohm,
Gentechnik-Sprecher von Greenpeace, "Es scheint, als seien
wissenschaftliche Fahrlässigkeit und undemokratische Entscheidungen
die Grundlage der Gentechnik-Politik der EU-Kommission. Das muss sich
schleunigst ändern."

Angesichts der potenziellen Gesundheitsgefährdung fordert Greenpeace
die rasche Umsetzung einer Reihe von Sofortmaßnahmen:

- Der Rückruf der gentechnisch veränderten Maislinie NK603xMON810  
   sowie der Mutterlinien MON810 und NK603.  Die Sorte MON810 steht
   derzeit zur Wiederzulassung an, diese muss verweigert werden. 
 - Der Rückruf und die erneute Überprüfung aller derzeit 
   zugelassenen und somit auf dem Markt befindlichen Gentech-
   Pflanzen.
 - Ein sofortiger EU-weiter Zulassungsstopp für Gentech-Pflanzen und
   daraus resultierend eine grundlegende Reform der derzeitige 
   Risikoabschätzung und des Risikomanagements der  EU-Kommission 
   und der Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA.

"Die Bilanz der Gentechnik-Poltik der EU ist gelinde gesagt
verheerend. Während die Mehrheit der Menschen in Europa Gen-Food
strikt ablehnt, wird seitens der EU-Kommission und ihrer
Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA versucht, Gentech-Lebensmittel
auf Biegen und Brechen salonfähig zu machen", sagt Strohm,
"Angesichts der niedrigen Beliebtheitswerte der EU in Österreich wäre
die Europäische Kommission gut beraten, auf die Meinung der Menschen
zu hören, anstatt vor der Gentech-Lobby den Kniefall zu üben", so
Strohm abschließend.

Rückfragehinweis:
Steffen Nichtenberger, Pressesprecher, Tel: 0664-6126703
Philipp Strohm, Gentechnik-Sprecher, Tel: 0064-6126721

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