• 11.11.2008, 14:02:36
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Gemeinnützige Wohnungswirtschaft: Mietwohnungsbau als Bollwerk gegen die Immobilienkrise

Forderung nach Stärkung des geförderten und gemeinnützigen Mietwohnungssektors in Europa

Wien (OTS) - In Ländern mit einem hohen Anteil von
Wohnungseigentum und freifinanziertem Wohnbau - wie etwa
Großbritannien, Irland oder Spanien - hat das Platzen von
Immobilienblasen weit gravierendere Folgen auf Wirtschaftswachstum
und Staatsverschuldung als in Ländern mit einem starken sozialen
Mietwohnungsbau.

Zu diesem Ergebnis kam der Europäische Verbindungsausschuss der
Sozialen Wohnungswirtschaft (CECODHAS) bei seiner jüngsten Tagung in
Paris. Die Repräsentanten von 45 nationalen Wohnungsverbänden, deren
Mitglieder insgesamt rund 18 Millionen Wohnungen in 19
EU-Mitgliedsstaaten betreuen, debattierten dabei die Auswirkungen der
Finanz- und Immobilienkrise auf die soziale Wohnungswirtschaft.

In einem Länder-Round-Up wurde deutlich, dass sich der geförderte
Mietwohnungsbau und insbesondere die gemeinnützige Wohnungswirtschaft
aufgrund ihrer operativen Rahmenbedingungen als "krisenresistent"
erweisen, damit ihren Kunden Wohn- und Preissicherheit bieten sowie
einen stabilisierenden Faktor für die gesamtwirtschaftliche
Entwicklung darstellen. "Ablesbar ist das auch", betont dazu Mag.
Karl Wurm, Obmann des Österreichischen Verbandes gemeinnütziger
Bauvereinigungen (GBV), "an der jüngsten Wirtschaftsprognose der
Europäischen Kommission". Diese lasse für Staaten, in denen es keine
"hausgemachte" Immobilienkrise oder nur abgeschwächte Effekte aus dem
Ausland gäbe, eine bessere Konjunkturerwartung erkennen.

In einigen Ländern müssen die gemeinnützigen Wohnbauträger bereits
als "Krisenfeuerwehr" fungieren, wurde bei der Tagung in Paris
berichtet. So etwa in Frankreich durch Übernahme von Wohnbauten
gewerblicher Bauträger, die in Finanzierungs-schwierigkeiten geraten
sind oder in England, wo die Einfamilienhäuser zahlungsunfähiger
"Häuslbauer" mit einem neuen Finanzierungskonzept von Gemeinnützigen
"aufgefangen" werden.

Im Lichte dieser Erfahrungen fordern die Delegierten zum
CECODHAS-Kongress von der EU ein eindeutiges Bekenntnis zum sozialen
und geförderten Wohnbau. Von den Vertretern des Österreichischen
Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen, der Mitglied in der
CECODHAS ist, wurde ebenfalls auf die Notwendigkeit einer Anerkennung
und Stärkung der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft durch die
Europäische Kommission hingewiesen.

An die "heimische Politik" richtet daher Verbandsobmann Karl Wurm
die Erwartung, dass in einem neuen Arbeitsübereinkommen der
Regierungsparteien auch die stabilisierende Funktion von
Wohnungsgemeinnützigkeit und Wohnbauförderung sowie ein Bekenntnis
zur Aufrechterhaltung eines hohen Anteils an sozialen Mietwohnungen
ihren Niederschlag finden.

Rückfragehinweis:
Mag. Karl Wurm
Österreichischer Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen
Tel. 01 / 401 09 10

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