Neues Volksblatt: "Historisch!?" (von Manfred Maurer)

Ausgabe vom 6. November 2008

Linz (OTS) - So euphorisch, wie das Land einst mit George W. Bush
in den Krieg gezogen ist, jubelt es nun dem großen "Changer" zu. Barack Obama verspricht den Wandel, den die Mehrheit herbeigesehnt hat. Historisch ist sein Wahlsieg allemal. Der Einzug des ersten Schwarzen ins Weiße Haus garantiert dem 44. Präsidenten von vornherein einen besonderen Status in den Geschichtsbüchern.
Doch ob auch die Präsidentschaft historisch im Sinne eines grundlegenden Wandels sein wird, kann Obama selbst nicht versprechen:
"Dieser Sieg ist nicht der Wandel, er ist die Chance, einen herbeizuführen."
Während seine Anhänger schon "Yes we did" rufen, bleibt er vorsichtig beim "Yes we can". Was Obama können will, hat er dargelegt. Neben zwei Kriegen und der Finanzkrise setzte er immerhin "den Planeten in höchster Gefahr" ganz oben auf seine Agenda. Wie er es können will, zeichnet sich jedoch höchstens schemenhaft ab.
Was Obama schon geschafft hat, ist eine Stimmungsaufhellung. Die Welt begegnet ihm überwiegend mit geradezu freudiger Erwartung. Wenn da nicht die Zwänge einer Krise wären, welche die historische Dimension des Wandels im Weißen Haus sehr schnell auf einen Farbenwechsel reduzieren können.

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