Diabetes-Forscher Markus Stoffel wird mit dem Heinrich-Wieland-Preis ausgezeichnet / Nepomuk Zöllner erhält die Heinrich-Wieland-Medaille für sein Lebenswerk zur Erforschung der Gichterkrankung

Wien (OTS) - Für seine Meilenstein-Entdeckungen zur Entstehung der Zuckerkrankheit (Diabetes) wurde der Diabetes-Forscher Prof. Dr. Markus Stoffel vom Institut für Molekulare Systembiologie der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich gestern mit dem Heinrich-Wieland-Preis 2008 ausgezeichnet, einem der angesehensten Wissenschaftspreise in Deutschland. Er erhielt die mit 50.000 Euro dotierte Ehrung für die Entschlüsselung wichtiger Grundlagen der Regulation des Blutzuckerspiegels und des Fettstoffwechsels im Körper. Bei einer Festveranstaltung in der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde zugleich der bekannte Internist mit dem Forschungsschwerpunkt Ernährung, Prof. Dr. Nepomuk Zöllner, mit der Heinrich-Wieland-Medaille in Gold für sein Lebenswerk, die Erforschung der Gicht, geehrt.

Prof. Stoffel, 46, der seit 2006 an der ETH Zürich tätig ist, entdeckte zwei grundlegende biochemische Kommunikationswege in der Zelle. Sind sie defekt, kann sich Typ-2-Diabetes entwickeln, an dem 90 Prozent aller Zuckerkranken leiden. Bei an Typ-2-Diabetes erkrankten Menschen ist ein Insulin-Sensor in der Leber nicht mehr voll funktionsfähig, sodass das Organ nicht auf das blutzuckersenkende Hormon Insulin anspricht. Prof. Stoffel zeigte auch, dass so genannte Mikro-Ribonukleinsäuren (Mikro-RNAs) die Cholesterin-Produktion der Leber und die Insulin-Freisetzung der Bauchspeicheldrüse kontrollieren und damit ebenfalls bei Diabetes eine Rolle spielen könnten. "Insulin-Sensor und Mikro-RNAs könnten in der Zukunft mögliche Angriffspunkte für neuartige Medikamente gegen Typ 2 Diabetes sein", ist der Stoffwechselforscher überzeugt.

"Obwohl wir Diabetes gut behandeln können, müssen wir noch viel über die molekularen Ursachen und Zusammenhänge dieser Volkskrankheit lernen", würdigte der Vorsitzende des Heinrich-Wieland-Kuratoriums, Prof. Konrad Sandhoff, die Erfolge des Preisträgers. Bei den wissenschaftlichen Arbeiten des Mediziners handele es sich jedoch noch um reine Grundlagenforschung, sodass nicht mit schnellen Erfolgen hinsichtlich Therapieanwendungen zu rechnen sei.

"Wir loben den Heinrich-Wieland-Preis aus, weil wir die Leistungen schätzen, die die Grundlagenforschung insbesondere im Bereich Diabetes in den vergangenen Jahren geleistet hat", erklärte der stellvertretende Sprecher der Unternehmensleitung und Leiter des Bereichs Forschung, Entwicklung und Medizin von Boehringer Ingelheim, Dr. Dr. Andreas Barner. "Grundlagenforschung wie diese ist der Motor in der Entwicklung für Medikamente von Morgen. Die Erkenntnisse von Prof. Stoffel sind von noch größerer Bedeutung angesichts der Zunahme von Diabeteserkrankungen weltweit auf schätzungsweise 366 Millionen bis zum Jahr 2030."

Der Heinrich-Wieland-Preis wird seit 1964 jährlich zum Gedenken an den deutschen Chemiker, Lipidforscher und Nobelpreisträger Prof. Heinrich Otto Wieland (1877 bis 1957) verliehen. Prof. Wieland war ein Vetter von Albert Boehringer, dem Firmengründer von Boehringer Ingelheim. Von 1915 bis 1920 war er Berater des Unternehmens und baute dessen erste wissenschaftliche Abteilung auf. Mit dem nach Heinrich Wieland benannten Preis werden herausragende wissenschaftliche Arbeiten der Stoffwechselforschung geehrt. Der Preisträger wird von einem unabhängigen wissenschaftlichen Kuratorium ausgewählt.

Die Heinrich-Wieland-Medaille in Gold wird für das Lebenswerk eines herausragenden Wissenschaftlers verliehen. Prof. Nepomuk Zöllner ist erst der vierte Träger dieser Auszeichnung. Er wurde damit für sein Werk als einer der Wissenschaftler geehrt, die das Indikationsgebiet Gicht am umfassendsten erforscht haben. Der heute 85-Jährige war 30 Jahre lang an der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig und aufgrund seiner hervorzuhebenden klinischen und experimentellen Forschungsarbeiten einer der anerkanntesten Experten auf diesem Gebiet. Prof. Nepomuk Zöllner war von 1996 bis 2006 Vorsitzender des wissenschaftlichen Kuratoriums des Heinrich-Wieland-Preises. Im Jahr 2006 trat Prof. Konrad Sandhoff seine Nachfolge an.

Weiterführende Links:
Wie "süßes Blut" entstehen kann (Hintergrundinformation):
http://www.ots.at/redirect.php?blut
Heinrich-Wieland-Preis
http://www.ots.at/redirect.php?preis

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