- 29.10.2008, 13:48:37
- /
- OTS0199 OTW0199
Wabl: "Klimaschutz ist Frage der Gerechtigkeit"
Klimaschutzbeauftragter Andreas Wabl traf mit Umweltbeauftragten der Katholischen und Evangelischen Kirche zusammen.
Wien (OTS) - Andreas Wabl, Klimaschutzbeauftragter von
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, traf gestern im Bundeskanzleramt mit
den Umweltbeauftragten der Katholischen und Evangelischen Kirche
zusammen. Gemeinsam waren die Teilnehmer des Treffens der Ansicht,
dass die Klimafrage eine Frage der Gerechtigkeit sei: "Die Ärmsten
der Armen sind die Opfer!" Sowohl in der Dritten Welt als auch in den
sogenannten reichen westlichen Ländern würden gerade die Schwächsten
bei der Anpassung an ein verändertes Klima alleingelassen. In der
Dritten Welt sind die Ärmsten vor Umweltkatastrophen auf der Flucht
und aufgrund horrend steigender Energie- und Lebensmittelpreise von
Hunger und Tod bedroht. In den Industriestaaten leiden ebenso die
sozial Schwächsten am stärksten unter den Folgen des Klimawandels.
Durch höhere Energiekosten würden Heizen und Mobilität
unerschwinglich, die Städte würden im Sommer noch heißer und
unwirtlicher, Klimaanlagen und Sommerfrische aber wieder nur für die
Bessergestellten erschwinglich.
Die Vertreter der Kirchen, die in der Verantwortung für die Schöpfung
ihre Kernaufgabe sehen, betonten, dass der Klimaschutz auch in der
kirchlichen Verkündigung und Praxis eine wichtige Rolle spielen
müsse. Einige Projekte in Diözesen und Gemeinden wie zum Beispiel das
Autofasten oder der Einsatz von erneuerbare Energie in kirchlichen
Einrichtungen illustriere dieses Engagement. Als weitere kurzfristige
Vision sahen die Kirchenleute die Umstellung des kirchlichen
Fuhrparks auf Elektroautos sowie die Installation von
Photovoltaikanlagen auf alle kirchlichen Gebäuden.
Der Klimaschutzbeauftragte des Bundeskanzlers Wabl teilte die
Besorgnis der Kirchenvertreter, dass die Finanzkrise die Mittel für
Klimaschutz verringern könnte. "Daher muss die Finanzkrise als Anlass
genommen werden, das Klimaproblem ernsthaft anzugehen. Gerade jetzt
seien klimarelevante Konjunkturprogramme das Gebot der Stunde." Nun
seien Investitionen zur thermischen Gebäudesanierung, zur Förderung
nachhaltig nutzbarer Energiequellen und in den Ausbau des
Öffentlichen Verkehrs notwendig. Auch die krisengeschüttelte
Auto-Industrie müsse in ihren Umwelt-Segmenten gestärkt werden. "So
kann die Finanzkrise noch zur großen Chance für den Klimaschutz
werden!"
Rückfragehinweis:
Büro Andreas Wabl
Klimabeauftragter des Bundeskanzlers
Tel. (01) 531 15 - 2811
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NBU






