• 29.10.2008, 10:54:14
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Caritas-Kampagne: Glücksengel gegen die Armut gesucht

Die Caritas bittet um Unterstützung für Menschen in Not in Österreich / Steigender Hilfsbedarf steht sinkenden Spenden gegenüber

Wien (OTS) - (Wien am 29.10.08) "Dem Großteil der
ÖsterreicherInnen geht es Gott sei Dank gut. Gleichzeitig gibt es
aber zu viele Menschen, die auf den Schattenseiten des Lebens stehen.
Für sie suchen wir Glücksengel, die uns helfen zu helfen", sagt
Caritaspräsident Franz Küberl zum Start der
Caritas-Inlandshilfekampagne 2008. Denn: "Steigende Lebensmittel-,
Energie- und Mietkosten werden für immer mehr Menschen zum Problem.
Der Ansturm notleidender Menschen, den wir normalerweise vor
Weihnachten verzeichnen, hat in einigen Diözesen dieses Jahr früher
eingesetzt. Die Zahl der Hilfesuchenden in den Sozialberatungsstellen
der Caritas nimmt zu, gleichzeitig leeren sich die Soforthilfetöpfe
rasant", ist Küberl alarmiert: "Wir stehen als Caritas vor dem
Dilemma, dass die tatsächlichen und gefühlten Teuerungen auch die
Spenden für die Soforthilfe heuer bisher um zehn Prozent zurückgehen
lassen."

Derzeit sind laut Sozialministeriums 459.000 Menschen in Österreich
akut arm, weitere rund 570.000 einkommensarm und gefährdet in akute
Armut abzurutschen. Gleichzeitig gelingt es vielen, auch aus der
Armut herauszukommen. Der Sockel verändert sich aber nicht. "Die
Caritas bietet Hilfesuchenden weiterhin Beratung und sucht gemeinsam
mit den Betroffenen Auswege aus ihrer Lage. Rasche, direkte und
unbürokratische Soforthilfen, etwa Mietzuschüsse,
Lebensmittelgutscheine oder auch das Übernehmen einer Stromrechnung
sind derzeit aber vielfach nicht mehr möglich", so Küberl: "Ich bitte
also jene Menschen, die helfen können, dringend um ihre
Unterstützung."

"Auf politischer Ebene muss die bedarfsorientierte Mindestsicherung
eher gestern als morgen eingeführt werden, um den Sozialstaat
Österreich armutsfester zu machen", so der Caritaspräsident. Niemand
hindert die Länder daran, das ausverhandelte Modell in ihrem Gebiet
einzuführen und niemand hindert den Bund daran, Arbeitslosengeld und
Notstandshilfe anzuheben, betont Küberl. Zudem solle ein bundesweit
einheitlicher, ausreichender Heizkostenzuschuss den Menschen die
Angst vor dem Winter nehmen.

Caritasdirektor Landau fordert Sozialtarif der Energieanbieter
"Gerade einkommensschwache Haushalte werden unter den aktuellen
Teuerungen im Energie- und Wohnbereich massiv zu leiden haben. Es
braucht aus unserer Sicht mehrere Wege aus dieser zusätzlichen
Armutsfalle: Es geht um ein drittes Konjunkturpaket, diesmal für die
sozial Schwächsten, das für Österreich eine soziale Investition
bedeutet - in die Menschen und in die Volkswirtschaft. Eine
bedarfsorientierte Mindest- oder Existenzsicherung, Maßnahmen zur
Erhöhung der Energieeffizienz und ein spezieller Sozialtarif der
Energieanbieter für einkommensarme Haushalte - all das sind wichtige
Bestandteile eines solchen dritten Konjunkturpaketes", betont Michael
Landau, Caritasdirektor der Erzdiözese Wien. Die EU-Kommission geht
2007 in einer Mitteilung einen Schritt weiter und fordert sogar, dass
grundlegende Energiedienstleistungen für schutzbedürftige Verbraucher
notfalls auch unentgeltlich bereitgestellt werden müssen.

Künftige Regierung bei Spendenabsetzbarkeit gefordert
Als weitere dringende Maßnahme fordert Landau die Einführung der
Spendenabsetzbarkeit. "Die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden ist
immer wieder versprochen worden. Die künftige Regierung ist hier
gefordert! Sie muss endlich die erforderlichen gesetzlichen
Rahmenbedingungen für die Spendenabsetzbarkeit schaffen. Das
uneigennützige Engagement der ÖsterreicherInnen - der privaten
SpenderInnen, aber auch der Unternehmen - soll endlich anerkannt
werden. Es geht um die Förderung der Solidarität in unserer
Gesellschaft." Derzeit gehört Österreich im internationalen Vergleich
zu den Schlusslichtern bei der Spendenabsetzbarkeit, kritisiert
Landau: "Viele SpenderInnen aus Österreich zeigen nach wie vor
enormes Engagement. Wir sind sehr dankbar über diese gelebte
Solidarität. Es braucht aber gerade in Zeiten von zunehmender
Teuerung und Finanzkrise einen zusätzlichen Anreiz zur Sicherstellung
und Förderung der privaten Spendenbereitschaft."

Viele Unternehmen helfen mit
Erste Bank und Sparkassen unterstützen die
Caritas-Inlandshilfekampagne als Hauptsponsoren. Außenwerber und
Medien helfen mit Gratis-Werbung. Die Agentur CCP, Heye hat das
Plakatsujet zum Selbstkostenpreis erstellt. Sonnentor hat der
Caritas einen "Glücksengel-Tee" zur Verfügung gestellt und spendet
pro Packung zusätzlich 10 Cent.
Am 13. November werden viele Plätze in ganz Österreich im Rahmen der
Caritas-Aktion "Eine Million Sterne" durch Tausende von Kerzen
beleuchtet. (Infos unter www.caritas.at) Zusammen sollen sie als
Symbol für ein solidarisches Miteinander in Österreich und über die
Grenzen hinaus leuchten. Ab 6. November sind die Sterne auch in den
Hofer-Filialen erhältlich. Von jedem verkauften Kerzenset gehen 2
Euro an Menschen in Not. Küberl: "Wenn viele zusammenhelfen, können
die Menschen wieder aus der Armut herauskommen. Schon mit 25 Euro
unterstützen Sie eine Person mit den wichtigsten Nahrungsmitteln. Und
Landau ergänzt: "Ich bitte Sie: Werden auch Sie ein Glücksengel für
Menschen in Not. Schon kleine Spenden können einen großen Unterschied
machen und Menschen Zukunft schenken."

Caritas- Spendenkonto: PSK 7.700.004, BLZ: 60.000, Kennwort:
Inlandshilfe
Online-Spenden: www.caritas.at

Rückfragehinweis:

Mag. Silke Ruprechtsberger
   Caritas Österreich
   Tel. 01/488 31 - 417 bzw. 0664/82 66 909
   
   Mag.(FH) Klaus Schwertner
   Caritas Wien
   Tel. 01/87812-221 bzw. 0664/848 26 18

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