Caritas-Kampagne: Glücksengel gegen die Armut gesucht

Die Caritas bittet um Unterstützung für Menschen in Not in Österreich / Steigender Hilfsbedarf steht sinkenden Spenden gegenüber

Wien (OTS) - (Wien am 29.10.08) "Dem Großteil der ÖsterreicherInnen geht es Gott sei Dank gut. Gleichzeitig gibt es aber zu viele Menschen, die auf den Schattenseiten des Lebens stehen. Für sie suchen wir Glücksengel, die uns helfen zu helfen", sagt Caritaspräsident Franz Küberl zum Start der Caritas-Inlandshilfekampagne 2008. Denn: "Steigende Lebensmittel-, Energie- und Mietkosten werden für immer mehr Menschen zum Problem. Der Ansturm notleidender Menschen, den wir normalerweise vor Weihnachten verzeichnen, hat in einigen Diözesen dieses Jahr früher eingesetzt. Die Zahl der Hilfesuchenden in den Sozialberatungsstellen der Caritas nimmt zu, gleichzeitig leeren sich die Soforthilfetöpfe rasant", ist Küberl alarmiert: "Wir stehen als Caritas vor dem Dilemma, dass die tatsächlichen und gefühlten Teuerungen auch die Spenden für die Soforthilfe heuer bisher um zehn Prozent zurückgehen lassen."

Derzeit sind laut Sozialministeriums 459.000 Menschen in Österreich akut arm, weitere rund 570.000 einkommensarm und gefährdet in akute Armut abzurutschen. Gleichzeitig gelingt es vielen, auch aus der Armut herauszukommen. Der Sockel verändert sich aber nicht. "Die Caritas bietet Hilfesuchenden weiterhin Beratung und sucht gemeinsam mit den Betroffenen Auswege aus ihrer Lage. Rasche, direkte und unbürokratische Soforthilfen, etwa Mietzuschüsse, Lebensmittelgutscheine oder auch das Übernehmen einer Stromrechnung sind derzeit aber vielfach nicht mehr möglich", so Küberl: "Ich bitte also jene Menschen, die helfen können, dringend um ihre Unterstützung."

"Auf politischer Ebene muss die bedarfsorientierte Mindestsicherung eher gestern als morgen eingeführt werden, um den Sozialstaat Österreich armutsfester zu machen", so der Caritaspräsident. Niemand hindert die Länder daran, das ausverhandelte Modell in ihrem Gebiet einzuführen und niemand hindert den Bund daran, Arbeitslosengeld und Notstandshilfe anzuheben, betont Küberl. Zudem solle ein bundesweit einheitlicher, ausreichender Heizkostenzuschuss den Menschen die Angst vor dem Winter nehmen.

Caritasdirektor Landau fordert Sozialtarif der Energieanbieter "Gerade einkommensschwache Haushalte werden unter den aktuellen Teuerungen im Energie- und Wohnbereich massiv zu leiden haben. Es braucht aus unserer Sicht mehrere Wege aus dieser zusätzlichen Armutsfalle: Es geht um ein drittes Konjunkturpaket, diesmal für die sozial Schwächsten, das für Österreich eine soziale Investition bedeutet - in die Menschen und in die Volkswirtschaft. Eine bedarfsorientierte Mindest- oder Existenzsicherung, Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz und ein spezieller Sozialtarif der Energieanbieter für einkommensarme Haushalte - all das sind wichtige Bestandteile eines solchen dritten Konjunkturpaketes", betont Michael Landau, Caritasdirektor der Erzdiözese Wien. Die EU-Kommission geht 2007 in einer Mitteilung einen Schritt weiter und fordert sogar, dass grundlegende Energiedienstleistungen für schutzbedürftige Verbraucher notfalls auch unentgeltlich bereitgestellt werden müssen.

Künftige Regierung bei Spendenabsetzbarkeit gefordert
Als weitere dringende Maßnahme fordert Landau die Einführung der Spendenabsetzbarkeit. "Die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden ist immer wieder versprochen worden. Die künftige Regierung ist hier gefordert! Sie muss endlich die erforderlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Spendenabsetzbarkeit schaffen. Das uneigennützige Engagement der ÖsterreicherInnen - der privaten SpenderInnen, aber auch der Unternehmen - soll endlich anerkannt werden. Es geht um die Förderung der Solidarität in unserer Gesellschaft." Derzeit gehört Österreich im internationalen Vergleich zu den Schlusslichtern bei der Spendenabsetzbarkeit, kritisiert Landau: "Viele SpenderInnen aus Österreich zeigen nach wie vor enormes Engagement. Wir sind sehr dankbar über diese gelebte Solidarität. Es braucht aber gerade in Zeiten von zunehmender Teuerung und Finanzkrise einen zusätzlichen Anreiz zur Sicherstellung und Förderung der privaten Spendenbereitschaft."

Viele Unternehmen helfen mit
Erste Bank und Sparkassen unterstützen die Caritas-Inlandshilfekampagne als Hauptsponsoren. Außenwerber und Medien helfen mit Gratis-Werbung. Die Agentur CCP, Heye hat das Plakatsujet zum Selbstkostenpreis erstellt. Sonnentor hat der Caritas einen "Glücksengel-Tee" zur Verfügung gestellt und spendet pro Packung zusätzlich 10 Cent.
Am 13. November werden viele Plätze in ganz Österreich im Rahmen der Caritas-Aktion "Eine Million Sterne" durch Tausende von Kerzen beleuchtet. (Infos unter www.caritas.at) Zusammen sollen sie als Symbol für ein solidarisches Miteinander in Österreich und über die Grenzen hinaus leuchten. Ab 6. November sind die Sterne auch in den Hofer-Filialen erhältlich. Von jedem verkauften Kerzenset gehen 2 Euro an Menschen in Not. Küberl: "Wenn viele zusammenhelfen, können die Menschen wieder aus der Armut herauskommen. Schon mit 25 Euro unterstützen Sie eine Person mit den wichtigsten Nahrungsmitteln. Und Landau ergänzt: "Ich bitte Sie: Werden auch Sie ein Glücksengel für Menschen in Not. Schon kleine Spenden können einen großen Unterschied machen und Menschen Zukunft schenken."

Caritas- Spendenkonto: PSK 7.700.004, BLZ: 60.000, Kennwort:
Inlandshilfe
Online-Spenden: www.caritas.at

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