IKG-Protest gegen die Wahl Martin Grafs zum Dritten Nationalratspräsidenten

Teilnahme an Sitzungen des Kuratoriums des Nationalfonds bis auf Weiteres ausgesetzt

Wien (OTS) - Der Dritte Präsident des Nationalrats ist das vierthöchste Amt in unserer Republik und wird, anders als Parlamentsauschussvorsitzende, vom Plenum des Nationalrats gewählt. Martin Graf ist Mitglied der Burschenschaft "Olympia" und hat erklärt, Mitglied zu bleiben. Dies, obwohl "Olympia" laufend Holocaustleugner (David Irving), Nazis wie Dr. Norbert Burger und Michael Müller ("Mit sechs Millionen Juden, da fängt der Spaß erst an, mit sechs Millionen Juden, da ist der Ofen an") und wiederholt Neonazis einlädt und eingeladen hat. Sie ist für ihn ein "Lebensbund".

Die Israelitische Kultusgemeinde hält diese Mitgliedschaft mit der Position des Dritten Nationalratspräsidenten für unvereinbar.
Der Vorstand der IKG hat daher am Abend des 28.10.2008 einstimmig den Beschluss gefasst, bis auf Weiteres den Sitz im Kuratorium des Nationalfonds unbesetzt zu lassen. Die IKG protestiert damit gegen die "politische Usance" jener 109 Nationalratsabgeordneten, deren Wahlverhalten wenige Tage vor dem 70. Jahrestag des Novemberpogroms ("Kristallnacht") einer Verhöhnung der Shoah-Opfer nahe kommt.

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