• 29.10.2008, 10:00:00
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Österreichs Windbranche investiert 700 Mio. Euro in Bulgarien

In Österreich müssen Projekte für 1,3 Mrd. Euro auf Rahmenbedingungen warten.

Varna (OTS) - 170 Millionen Euro investieren österreichische
Windkraftbetreiber heuer und nächstes Jahr in Windparks in Bulgarien.
In den folgenden Jahren werden über 500 Millionen Euro an
Investitionen folgen. Die österreichischen Unternehmen exportieren
ihr Know-how in ein Land, das die erforderlichen Rahmenbedingungen
für einen raschen und effizienten Ökostromausbau geschaffen hat. In
Österreich herrscht dagegen seit der Ökostromnovelle 2006 Stillstand.
Derzeit muss die Branche auf das Inkrafttreten der Ökostromnovelle
2008 sowie auf bessere Einspeisetarife hoffen.

Aquavento, BEWAG-Tochter IWP, evn-naturkraft, Raiffeisen Energy &
Environment, WEB Windenergie AG, Windkraft Simonsfeld sowie Verbund
Renewable Power: namhafte österreichische Windkraftbetreiber arbeiten
derzeit an Windparks in Bulgarien. Ingesamt werden 2008/2009 fünf
Windparks in der Region rund um Kavarna (an der Schwarzmeerküste
zwischen Varna und der rumänischen Grenze) mit insgesamt 100 Megawatt
Nennleistung errichtet. Das Investitionsvolumen beträgt im ersten
Schritt 170 Millionen Euro. In einem zweiten Schritt sollen
Projekterweiterungen bzw. neue Windparks mit einer Leistung von 300
Megawatt folgen. Das gesamte Investitionsvolumen für diese beiden
Schritte beläuft sich auf rund 700 Mio. Euro. Was danach möglich ist,
wird sich in den kommenden beiden Jahren zeigen.

Bulgarien zeigt Österreich, wie es geht.

Die Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie in Bulgarien soll von
derzeit 11,8 % (2005) auf 20 % bis zum Jahr 2020 gesteigert werden.
Dass es sich nicht nur um ein hehres Ziel handelt, beweist der
Einspeisetarif für Windenergie in Höhe von 9,5 Cent pro
Kilowattstunde. Im Vergleich dazu werden in Österreich derzeit nur
7,54 ct/kWh gezahlt. Etwas bessere Windverhältnisse, günstigere
Netzanschlusskosten und keine Gebühren aus der Netznutzung, wie in
Österreich, vergrößern den Abstand bei der Wirtschaftlichkeit
weiter. In Österreich, wo seit der Ökostromnovelle 2006 praktisch
keine Windräder gebaut werden konnten, muss jetzt auf das O.K. aus
Brüssel für die im Sommer beschlossene Ökostromgesetznovelle 2008
gewartet werden. Parallel starten die Vorbereitungen für die neuen
Einspeisetarife, die ebenfalls neu verordnet werden müssen.

"Die bulgarischen Tarife sind im Einklang mit denen der anderen
erfolgreichen Windländer in der EU. Der Tarif von 9,5 ct/kWh, noch
dazu bei besseren Windverhältnissen und geringeren Nebenkosten, ist
eine aussagekräftige Vorgabe für die neuen österreichischen Tarife.
Auch wir brauchen Tarife auf Europa-Niveau!", kommentiert Mag. Stefan
Hantsch, Geschäftsführer der IG Windkraft, anlässlich eines Besuchs
einer österreichischen Wirtschaftsdelegation in Bulgarien.

Bei den rund 50 Windrädern, die bis 2009 errichtet werden, handelt
es sich durchwegs um Anlagen des Weltmarktführers Vestas. Die Vestas
Österreich GmbH ist im Konzern für den osteuropäischen Raum zuständig
und betreut von Schwechat aus die osteuropäischen Projekte und
Märkte. Federführend in der Projektabwicklung ist das renommierte
österreichische Windkraftplanungsbüro Energiewerkstatt GmbH aus
Munderfing in Oberösterreich. Die Energiewerkstatt GmbH betreut 60%
der gerade im Bau befindlichen Windkraftanlagen mittlerweile direkt
von ihrem Büro in Kavarna aus. Anfangs kamen die Projekte nur von
österreichischen Windkraftbetreibern, jetzt kommen auch Aufträge
direkt aus Bulgarien.
Die Kranarbeiten erledigen die Firmen Felbermayr aus Wels und Prangl
aus Brunn/Gebirge. Beide sind in Österreich ins Windgeschäft
hineingewachsen und haben extra deswegen die sehr seltenen Großkräne
angeschafft. Aufgrund ihrer Erfahrung und ihrer Ausrüstung sind die
beiden Unternehmen nun auch in Osteuropa groß im Geschäft.
"Wir österreichischen Windkraft-Unternehmen haben uns in den letzten
15 Jahren sehr viel Know-how angeeignet. Wir können aber nur dort
investieren, wo die Rahmenbedingungen passen. In Bulgarien ist das
der Fall. In Österreich müssen wir leider immer noch auf das
tatsächliche Inkrafttreten der neuen Ökostromnovelle warten, obwohl
wir auch dort viele Projekte in der Pipeline hätten. Außerdem
brauchen wir endlich wieder angemessene Einspeisetarife auf
europäischem Niveau. Nur so können wir die im Ökostromgesetz als Ziel
festgelegten 700 MW bis 2015 erreichen. Dieser Ausbau würde in
Österreich Investitionen von 1,3 Milliarden Euro bringen, was in
Zeiten der Konjunkturflaute sicher nicht schaden würde", resümiert
Martin Steininger, Obmann der IG Windkraft und Geschäftsführer der
Windkraft Simonsfeld.

Umfangreiches Hintergrundmaterial und Fotos finden Sie auf der
Homepage: http://igwindkraft.at/?mdoc_id=1009384

Rückfragehinweis:
Mag. Stefan Moidl, IG Windkraft
Tel. +43 676 3707820, mailto:[email protected]

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