• 27.10.2008, 20:22:01
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"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Blaues Auge für Durnwalder" (Von FRANK STAUD)

Ausgabe vom 28. Oktober 2008

Innsbruck (OTS) - Absolute Mehrheiten sind nicht mehr im Trend.
Das mussten die christlich-sozialen Parteien in Bayern und Tirol
bereits schmerzlich zur Kenntnis nehmen. Und in Südtirol wurde die
Wahl für die Südtiroler Volkspartei (SVP) ebenfalls eine
Zitterpartie. Ein Reststimmenmandat rettete hauchdünn die Absolute.

Die Unzufriedenheit der BürgerInnen - wohl in erster Linie im Umgang
mit der Macht - traf jetzt auch die siegesverwöhnte SVP hart. Dass es
keine Erdrutschniederlage wurde, verdankt sie ausschließlich ihrem
Spitzenkandidaten Luis Durnwalder. Auch wenn dieser über 12.000
Vorzugsstimmen einbüßte, kam der Landeshauptmann-Dinosaurier immer
noch auf unglaubliche 97.865 UnterstützerInnen.

Von diesen Beliebtheitswerten waren das Duo Beckstein/Huber sowie
Herwig van Staa meilenweit entfernt. Und dennoch weiß Durnwalder, es
war seine letzte LH-Wahl. Er wird schleunigst die Nachfolge regeln
müssen. Sonst wird die nächste Landtagswahl endgültig zum Desaster
für die SVP. Aufgrund der Vorzugsstimmen eroberte Elmar Pichler-Rolle
die Pole-Position.

Die Absolute retteten Durnwalder pikanterweise die Italiener in
Südtirol. Dramatisch ist, wie sehr die SVP in deutschsprachigen
Hochburgen wie Klausen, Innichen oder Sterzing einen Denkzettel
verpasst bekam. Hier wird sich die SVP schleunigst etwas einfallen
lassen müssen. Wie bei den Nationalratswahlen in Österreich konnten
die Blauen viele Protestwählerstimmen ergattern. Das Ausländerthema
war auch in Südtirol allgegenwärtig.

Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 05 04 03 DW 610

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