- 16.10.2008, 13:08:21
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WKÖ zum Tag der Lehre: Die Wirtschaft braucht Lehrlinge - Ausbildung attraktiver denn je
Landersthammer: Österreichs Unternehmen zeigen starkes Engagement - Heimische Ausbildungsqualität rangiert im internationalen Spitzenfeld
Wien (PWK777) - "Der heutige österreichweite Lehrlingstag soll die
Lehre verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken, damit
den Stellenwert der Lehre heben und den Jugendlichen diese
vielversprechende Ausbildungsform näher bringen", betont der Leiter
der Bildungspolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich,
Michael Landertshammer. "Gut ausgebildete Fachkräfte sind für unsere
Betriebe unerlässlich und für den Wirtschaftsstandort Österreich ein
entscheidender Faktor. Daher wollen wir auch möglichst viele
Jugendliche für die Lehrausbildung begeistern."
Das duale Ausbildungssystem in Österreich leistet den bei weitem
größten Teil der beruflichen Erstausbildung - rund 40 % der
Pflichtschulabsolventen gehen in die Lehre. "Und es werden dabei
ausgezeichnete Fachkräfte herangebildet, die als Stütze jedes
Unternehmens unverzichtbar sind", so Landertshammer, der auch auf die
internationalen Erfolge der heimischen Lehrlinge hinweist: "Bei der
Berufs-Europameisterschaft im September erreichte Österreich unter
400 jungen Fachkräften aus ganz Europa 15 Medaillen und ging damit
als zweitbeste Nation hervor."
Dass Unternehmen sich in großem Umfang in der Ausbildung
engagieren sei keine Selbstverständlichkeit, macht Landertshammer
aufmerksam. Dennoch bilden derzeit über 38.000 Betriebe in Österreich
Lehrlinge aus - mit ständig steigender Tendenz. Auch die
Lehrlingszahlen nehmen kontinuierlich zu: wurden Ende Dezember 2004
noch 119.071 Lehrlinge in Österreich gezählt, so waren es 2007
129.823 Lehrlinge. Mit Ende September 2008 sind es bereits 131.803.
Eine besondere Herausforderung für die Bildungspolitik liegt laut
Landertshammer in der demografisch bedingten dramatischen Abnahme der
Zahl der Jugendlichen spätestens ab 2010: "Soll die duale
Lehrlingsausbildung dann nicht gravierend an Bedeutung und Anteil
verlieren, ist es erforderlich, das Image der Lehre derart anzuheben,
dass sie als völlig gleichwertige Alternative zum Besuch
berufsbildender mittlerer und höherer Schulen besteht." Kritisch
sieht der Bildungsexperte auch die mangelnde Berufsinformation.
"Diese muss an allen Schultypen massiv verstärkt werden. Wir haben
257 Lehrberufe, aber die meisten Mädchen konzentrieren sich auf den
Einzelhandelsbereich (24,5 %), Friseurin und Bürokauffrau und die
Burschen vor allem auf Kfz-Mechaniker und Elektroinstallateur."
Das heuer beschlossene Jugendbeschäftigungspaket der
Bundesregierung lobt Landertshammer als "Meilenstein für Lehrlinge
und Unternehmen und als wirkungsvolle Maßnahme gegen den Fachkräfte-
sowie drohenden Lehrlingsmangel in Österreich. Mit einer zielgenauen
und bedarfsgerechten Förderung wird die Attraktivität und Qualität
der Lehrausbildung gesteigert werden." Auch die neue österreichweite
Variante "Lehre mit Matura" werde in Zukunft auch jene begabten
Jugendlichen für eine Lehre interessieren können, die von vornherein
eine maturaführende Ausbildung anstreben.
Landertshammer: "Der Lehrlingstag soll allen interessierten
Jugendlichen ermöglichen, sich umfassend über die Lehre mit all ihren
Möglichkeiten zu informieren. Wir können stolz auf diese Ausbildung
sein und hoffen für die Zukunft, dass dieser Ausbildungsweg von
vielen begabten und talentierten Jugendlichen bestritten wird, die
dann in der Wirtschaft die Karriereleiter hoch hinaufklettern." (Ne)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Abteilung für Bildungspolitik Dr. Michael Landertshammer Tel.: (++43) 0590 900-3573 Fax: (++43) 0590 900-261 mailto:[email protected] http://wko.at/bp
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