WKÖ zum Tag der Lehre: Die Wirtschaft braucht Lehrlinge - Ausbildung attraktiver denn je

Landersthammer: Österreichs Unternehmen zeigen starkes Engagement - Heimische Ausbildungsqualität rangiert im internationalen Spitzenfeld

Wien (PWK777) - "Der heutige österreichweite Lehrlingstag soll die Lehre verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken, damit den Stellenwert der Lehre heben und den Jugendlichen diese vielversprechende Ausbildungsform näher bringen", betont der Leiter der Bildungspolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich, Michael Landertshammer. "Gut ausgebildete Fachkräfte sind für unsere Betriebe unerlässlich und für den Wirtschaftsstandort Österreich ein entscheidender Faktor. Daher wollen wir auch möglichst viele Jugendliche für die Lehrausbildung begeistern."

Das duale Ausbildungssystem in Österreich leistet den bei weitem größten Teil der beruflichen Erstausbildung - rund 40 % der Pflichtschulabsolventen gehen in die Lehre. "Und es werden dabei ausgezeichnete Fachkräfte herangebildet, die als Stütze jedes Unternehmens unverzichtbar sind", so Landertshammer, der auch auf die internationalen Erfolge der heimischen Lehrlinge hinweist: "Bei der Berufs-Europameisterschaft im September erreichte Österreich unter 400 jungen Fachkräften aus ganz Europa 15 Medaillen und ging damit als zweitbeste Nation hervor."

Dass Unternehmen sich in großem Umfang in der Ausbildung engagieren sei keine Selbstverständlichkeit, macht Landertshammer aufmerksam. Dennoch bilden derzeit über 38.000 Betriebe in Österreich Lehrlinge aus - mit ständig steigender Tendenz. Auch die Lehrlingszahlen nehmen kontinuierlich zu: wurden Ende Dezember 2004 noch 119.071 Lehrlinge in Österreich gezählt, so waren es 2007 129.823 Lehrlinge. Mit Ende September 2008 sind es bereits 131.803.

Eine besondere Herausforderung für die Bildungspolitik liegt laut Landertshammer in der demografisch bedingten dramatischen Abnahme der Zahl der Jugendlichen spätestens ab 2010: "Soll die duale Lehrlingsausbildung dann nicht gravierend an Bedeutung und Anteil verlieren, ist es erforderlich, das Image der Lehre derart anzuheben, dass sie als völlig gleichwertige Alternative zum Besuch berufsbildender mittlerer und höherer Schulen besteht." Kritisch sieht der Bildungsexperte auch die mangelnde Berufsinformation. "Diese muss an allen Schultypen massiv verstärkt werden. Wir haben 257 Lehrberufe, aber die meisten Mädchen konzentrieren sich auf den Einzelhandelsbereich (24,5 %), Friseurin und Bürokauffrau und die Burschen vor allem auf Kfz-Mechaniker und Elektroinstallateur."

Das heuer beschlossene Jugendbeschäftigungspaket der Bundesregierung lobt Landertshammer als "Meilenstein für Lehrlinge und Unternehmen und als wirkungsvolle Maßnahme gegen den Fachkräfte-sowie drohenden Lehrlingsmangel in Österreich. Mit einer zielgenauen und bedarfsgerechten Förderung wird die Attraktivität und Qualität der Lehrausbildung gesteigert werden." Auch die neue österreichweite Variante "Lehre mit Matura" werde in Zukunft auch jene begabten Jugendlichen für eine Lehre interessieren können, die von vornherein eine maturaführende Ausbildung anstreben.

Landertshammer: "Der Lehrlingstag soll allen interessierten Jugendlichen ermöglichen, sich umfassend über die Lehre mit all ihren Möglichkeiten zu informieren. Wir können stolz auf diese Ausbildung sein und hoffen für die Zukunft, dass dieser Ausbildungsweg von vielen begabten und talentierten Jugendlichen bestritten wird, die dann in der Wirtschaft die Karriereleiter hoch hinaufklettern." (Ne)

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