- 16.10.2008, 10:05:58
- /
- OTS0076 OTW0076
Thermische Gebäudesanierung durch Konjunkturpaket ankurbeln!
Nur jeder fünfte Eigenheimbesitzer plant zu investieren, ohne ausreichende Sanierungsförderung nur jeder zehnte
Wien (PWK774) - Das heimische Baugewerbe schlägt Alarm. Laut einer
Umfrage im Auftrag der Bundesinnung Bau plant nur jeder fünfte der
2,1 Millionen Eigenheimbesitzer in den nächsten 3 bis 5 Jahren in die
thermische Gebäudesanierung zu investieren. Ohne eine entsprechende
Förderung wäre dazu sogar nur jeder zehnte private Haus- oder
Wohnungsbesitzer bereit. Für 25 % der Befragten ist ein
Förderungsumfang von mindestens einem Drittel der Gesamtkosten
unabdingbar, um eine thermische Sanierung in Betracht zu ziehen. Etwa
jeder fünfte Eigenheimbesitzer (21%) bezeichnet die Verbesserung der
Energieeffizienz hingegen als "unwichtig" und würde eine solche auch
bei ausreichender Förderung nicht beauftragen.
Angesichts des Umfrageergebnisses und der negativen
Konjunkturaussichten, deren Ausmaß zum Zeitpunkt der Befragung nicht
absehbar war, ist für den neuen Bundesinnungsmeister der Baugewerbe,
Hans-Werner Frömmel, Gefahr in Verzug. Frömmel ist überzeugt, dass
die Umfrage unter dem aktuellen Eindruck der Wirtschaftsaussichten
noch schlechter ausgefallen wäre. "Wir befürchten, dass sich neben
dem Mangel an Förderanreizen nun auch der Konjunkturabschwung auf die
notwendige Sanierungsbereitschaft bremsend auswirkt!" Die Bauinnung
drängt daher auf eine rasche Regierungsbildung und ein Sofortpaket,
das attraktive Anreize zur Finanzierung der thermischen Sanierung und
für energieeffizientes Bauen enthält und damit auch zur
Stabilisierung der Baukonjunktur beiträgt.
Vorrangig sei, so Frömmel, die wiederholt geforderte Anhebung des
Förderungsvolumens für die thermische Gebäudesanierung um jährlich 1
Mrd. Euro. Um jedoch den dringend notwendigen Neubau weiterhin
finanzieren zu können, sollten die Wohnbauförderungsmittel möglichst
unangetastet bleiben und die zweckfremde Verwendung unterbleiben.
In einer aktuellen Studie des Instituts für Immobilien, Bauen und
Wohnen, IIBW, im Auftrag der Bau-Sozialpartner werden zur Förderung
energiesparender Bauweisen die Erweiterung des Sonderausgabenrahmens,
ertragssteuerliche Begünstigungen, wie z.B. die Einführung eines
Investitionsfreibetrags oder eine Ausweitung der Werbungskosten,
sowie ein reduzierter Mehrwertsteuersatz vorgeschlagen. Zudem sind
Anpassungen im Miet- und Wohnungseigentumsgesetz erforderlich, um die
Willensbildung für Maßnahmen zur energetischen Verbesserung zu
erleichtern und Energie-Contracting zu ermöglichen.
IIBW-Geschäftsführer Wolfgang Amann urgiert angesichts der absehbaren
Strafzahlungen von rund 500 Mio Euro wegen Verfehlung der Kyotoziele
im Zeitraum 2008-2012 eine rasche Umsetzung der empfohlenen
Maßnahmen: "In der nächsten Periode ab 2012 werden die Emissionsziele
noch deutlich strenger definiert sein!", unterstreicht Amann den
dringenden Handlungsbedarf.
Ohne ein umfassendes Förderungspaket sieht auch der
Generaldirektor der sBausparkassen, Josef Schmidinger, keine reale
Chance, um über die gegenwärtige Sanierungsrate von 1% des
Gebäudebestandes pro Jahr hinauszukommen. "Wir brauchen eine kräftige
Stimulation mit rasch wirksamen Instrumenten!"
Bundesinnungsmeister Frömmel: "Der bauseitige Beitrag zum
Klimaschutz stärkt zudem die Konjunktur und sichert Arbeitsplätze im
eigenen Land. Nicht zuletzt schlagen sich die erheblichen
Heizkosteneinsparungen auch auf die Budgets der Privathaushalte
positiv nieder, was im Licht der steigenden Gas- und Strompreise
zusätzlich an Bedeutung gewinnt!" (us)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Geschäftsstelle Bau Mag. Manfred Katzenschlager Tel.: (++43) 718 37 37 17 Fax: (++43) 718 37 37 22 mailto:[email protected] http://bau.or.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWK






