- 16.10.2008, 10:04:29
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Wertpapierflaute reduziert Internationalisierungsdynamik
Internationale Vermögensposition Österreichs im Jahr 2007
Wien (OTS) - Die in den vergangenen Jahren rasant gewachsene
Kapitalverflechtung Österreichs mit dem Ausland verlor 2007
angesichts turbulenter Finanzmärkte deutlich an Schwung. Geringere
Zukäufe sowie Kursverluste ließen das im Ausland gehaltene
Wertpapiervermögen nur geringfügig anwachsen. Im ersten Halbjahr 2008
ist nach ersten Schätzungen sogar mit rückläufigen Wertpapieraktiva
zu rechnen. Rückenwind erhält Österreichs grenzüberschreitender
Kapitalverkehr derzeit durch das Einlagen- und Kreditgeschäft der
Banken. Der Trend zu diesen Instrumenten hat sich im 1. HJ 2008
zulasten von Wertpapieren noch verstärkt.
Die bislang beeindruckend dynamische Internationalisierung des
heimischen Kapitalmarkts geriet mit den Finanzmarktturbulenzen im
Jahr 2007 abrupt ins Stocken. Österreichs
Internationalisierungsquote gemessen an der Summe der Aktiva (717
Mrd EUR) und Passiva (758 Mrd EUR) am BIP lag Ende 2007 mit 545%
nur um rund 20 Prozentpunkte über dem Vergleichswert 2006. In den
vorangegangenen Jahren war mit +53 Prozentpunkten (2006) bzw. +117
Prozentpunkten (2005) infolge intensiver Wertpapierveranlagungen
deutlich mehr Schwung verzeichnet worden. Österreichs
Nettoverpflichtungen im Ausland zeigten sich mit 41 Mrd EUR
rückläufig (2006: 53 Mrd EUR).
Annähernd halbierte Wertpapierkäufe sowie Kursverluste im
verzinslichen Segment von knapp 5 Mrd EUR ließen die
Internationalisierungsdynamik im Jahr 2007 einbrechen. Kursgewinne an
den bis Ende 2007 noch aufwärtsgerichteten Aktienmärkten sowie aus
Investmentzertifikaten (+3,4 Mrd EUR) konnten diese Entwicklung nur
teilweise kompensieren. Gleichzeitig sorgte der Wertgewinn des Euro
gegenüber allen wichtigen Währungen - vor allem aber gegenüber dem
US-Dollar - bei Fremdwährungsanlagen für Wechselkursverluste von 5,2
Mrd EUR. Ungünstig zeigten sich die Rahmenbedingungen auch für
internationale Wertpapieranleger in Österreich, die mit einer
schwachen ATX-Performance belastet wurden und insgesamt Kursverluste
von 8,4 Mrd EUR erlitten. Für Anleger außerhalb des Euroraums wurde
diese Entwicklung durch den starken Euro jedoch etwas entschärft. Die
anhaltend starke Nachfrage nach österreichischen Anleihen in Höhe von
30 Mrd EUR (2006: 24 Mrd EUR) bewirkte im Jahr 2007 eine deutliche
Ausweitung der heimischen Nettoverpflichtungen aus Wertpapieren auf
-88 Mrd EUR (2006: -72 Mrd EUR).
Im 1. Halbjahr 2008 hat der Einbruch der Aktienmärkte nach
vorläufigen Schätzungen aktiv- wie passivseitig Kursverluste von je
rund 14 Mrd EUR bewirkt.
Stimuliert haben die schwierigen Verhältnisse an den
Wertpapiermärkten dagegen das Einlagen- und Kreditgeschäft der
Banken, dessen Risiko von Investoren als vergleichsweise gering
eingestuft wird. Österreichs Auslandsforderungen erreichten in diesem
Segment Ende 2007 trotz des ungünstigen Eurokursverlaufs mit 261 Mrd
EUR ein Plus von 15% (2006: 227 Mrd EUR). Die Verpflichtungen stiegen
um 4% auf 221 Mrd EUR. Im 1. HJ 2008 hat sich der Trend zum Einlagen-
und Kreditgeschäft noch deutlich verstärkt: Die Aktiva dürften nach
Schätzungen etwa 308 Mrd EUR (+18%), die Passiva rund 252 Mrd EUR
(+14%) erreicht haben.
Deutlich gewachsen sind im Jahr 2007 auch die Bestände aus
internationalen Unternehmensbeteiligungen (einschließlich
Konzernkredite und sogenannte "Special Purpose Entities").
Österreichische Investoren hielten demnach ein Auslandsvermögen von
164 Mrd EUR, ausländische Direktinvestoren verbuchten in Österreich
Forderungen von 168 Mrd EUR.
Österreichs offizielle Währungsreserven erreichten 12,4 Mrd EUR
(2006: 9,8 Mrd EUR).
Weitere statistische Informationen unter
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Herausgeber: Oesterreichische Nationalbank
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