• 10.10.2008, 12:36:11
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Legehennenhalter fordern Transparenz auch bei "versteckten Eiern"

Gastronomie und Verarbeitungsindustrie sollen Eier ausloben

Wien (OTS) - Mit dem heute, Freitag, begangenen Welt-Ei-Tag rückt
dieses Lebensmittel in Österreich dieses Jahr gleich aus mehreren
Gründen in den Mittelpunkt. Neben dem besonderen
ernährungsphysiologischen Aspekt von Eiern möchten die heimischen
Legehennenhalter auch auf das am 1. Jänner 2009 in Österreich in
Kraft tretende Verbot der Käfighaltung und die damit für sie
verbundenen Probleme hinweisen. Denn die Befürchtung ist groß, dass
mit dem Verbot der Käfighaltung die Verarbeitungsindustrie und die
heimische Gastronomie verstärkt auf den Import billigerer Käfigeier
setzen, womit in diesem Segment die von den Konsumenten nachgefragte
Sicherheit nicht mehr gewährleistet wäre und auch den
österreichischen Bauern ein wichtiger Teil der Wertschöpfung verloren
gehen würde. Für einige Bauern wäre dies existenzgefährdend. Die
bäuerlichen Betriebe wollen daher einen Umdenkprozess in Gang setzen,
der die Deklaration von Lebensmitteln mit Eianteil zum Ziel hat, "um
es den Konsumenten zu ermöglichen, auch bei verarbeiteten Produkten
bewusst zu österreichischer Alternativware greifen zu können".

Transparenz & Sicherheit bei "versteckten Eiern"

"Unsere Legehennenhalter haben in den vergangenen Jahren mit
vereinten Kräften auf eine gläserne Produktionsweise mit 100%iger
Sicherheit für die Konsumenten hingearbeitet. Beim Schalenei ist die
Umstellung auf alternative Haltungsformen nahezu vollständig
gelungen. Lediglich 0,7% der im Lebensmittelhandel angebotenen
Frischeier stammen noch aus Käfighaltung", erklärte der Präsident der
Landwirtschaftskammer Österreich, Gerhard Wlodkowski. Diese
Umstellung wurde von den Konsumenten gewünscht und im
Bundestierschutzgesetz 2004 verankert. Der Konsument erkennt durch
den Code auf jedem einzelnen Ei sofort das Herkunftsland, den
Herkunftsbetrieb, die Haltungsform und die Haltbarkeit, womit er sich
frei entscheiden kann, auf welche Haltungsform er beim Eiereinkauf
zurückgreifen will.

Diese Erkennbarkeit der Herkunft müsse auch in der
Verarbeitungsindustrie und der Gastronomie umgesetzt werden, in denen
22% beziehungsweise 40% des heimischen Eierverbrauchs verarbeitet
werden. "Unser Ziel ist es, die Gastronomie und die
Verarbeitungsindustrie zu überzeugen, auf österreichische
Qualitätseier zu setzen und die Herkunft und Haltungsform für die
Konsumenten sichtbar zu deklarieren. Andernfalls verlieren viele
österreichische Legehennenhalter, die erst kürzlich in neue
tierfreundliche Haltungssysteme investiert haben, ihre
wirtschaftliche Zukunft", unterstrich Wlodkowski.

Höhere Produktionskosten

Die heimischen Legehennenhalter haben in den vergangenen Jahren
mehr als EUR 100 Mio. in den Ausbau tiergerechter Ställe investiert.
Derzeit werden in Österreich 5,2 Mio. Legehennen gehalten, die
jährlich 1,5 Mrd. Eier produzieren. "Mit dem Käfighaltungsverbot
werden einige Betriebe auf andere Produktionszweige umsteigen oder
die Produktion einstellen. Insgesamt werden durch die Umstellung
600.000 Legehennenplätze in Österreich verloren gehen", informiert
Benjamin Guggenberger, Geschäftsführer der Österreichischen
Frischeier Erzeugergemeinschaft Vertriebs-GmbH. Der
Selbstversorgungsgrad werde von derzeit 77% auf 65% fallen. Denn die
Produktion bei Alternativware ist um ein Drittel teurer, bedingt
durch Futtermittelkosten, kleinere Betriebsgrößen etc. "Importe zum
Beispiel aus Deutschland, wo je Betrieb zehnmal mehr Hühner gehalten
werden, kosten die preisbewusste Gastronomie daher deutlich weniger",
so Guggenberger. Die große Herausforderung werde daher sein, den
Selbstversorgungsgrad in Österreich zu stabilisieren beziehungsweise
auszubauen. Dazu sei es allerdings notwendig, die Landwirte mit
fairen Preisen zu motivieren, zusätzlich in die Erweiterung der
österreichischen Eierproduktion zu investieren.

Eierkonsum in Österreich konstant

"Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch hat sich in Österreich seit
Jahren bei 236 Eiern eingependelt. Der Gesamtkonsum beträgt damit
rund 2 Mrd. Eier jährlich. 76% aller angebotenen heimischen Eier
haben das AMA-Gütesiegel und unterliegen damit einem integrierten
Produktionsprozess, bestehend aus sechs Stadien, die am Ende zu einem
vorbildlichen Lebensmittel führen. Da ein Großteil aller Eier in
Österreich in der Gastronomie und der Industrie verarbeitet wird,
richtet die Agrarmarkt Austria Marekting mit ihren Werbeaktivitäten
rund um's Ei auf diese Bereiche besonderes Augenmerk und investierte
EUR 1 Mio. in entsprechende Marketingmaßnahmen zur Sensibilierung
nicht nur der Endkonsumenten, sondern auch dieses Verkaufskanals",
ergänzte AMA Marketing-Geschäftsführer, Stephan Mikinovic.

Die anlässlich des Welt-Ei-Tages veröffentlichte, neue
AMA-Broschüre "Ei - rundum wertvoll" beleuchtet dieses wertvolle
Lebensmittel auch aus dem Blickwinkel gesunder Ernährung, beantwortet
die heißesten Fragen rund um dieses Hühnerprodukt, erläutert die
hochwertigen Inhaltsstoffe als Functional Food, räumt einmal mehr mit
dem Cholesterinirrtum auf und geht auf die besondere Wertigkeit des
Eies für Frauen, Männer, Kinder und Senioren ein. Frischetipps und
"eggscelente" Rezepte runden das Ganze ab.
(Schluss) wol

Rückfragehinweis:

Mag. Hermine HACKL
   Leiterin Unternehmenskommunikation 
   Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH.
   Dresdner Straße 68a,  A-1200 Wien 
   Tel. *43/1/33151-404, Fax: *43/1/33151-499
   Mobil 0664/837 61 78, E-Mail: [email protected]
   Internet: www.ama-marketing.at

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