Legehennenhalter fordern Transparenz auch bei "versteckten Eiern"

Gastronomie und Verarbeitungsindustrie sollen Eier ausloben

Wien (OTS) - Mit dem heute, Freitag, begangenen Welt-Ei-Tag rückt dieses Lebensmittel in Österreich dieses Jahr gleich aus mehreren Gründen in den Mittelpunkt. Neben dem besonderen ernährungsphysiologischen Aspekt von Eiern möchten die heimischen Legehennenhalter auch auf das am 1. Jänner 2009 in Österreich in Kraft tretende Verbot der Käfighaltung und die damit für sie verbundenen Probleme hinweisen. Denn die Befürchtung ist groß, dass mit dem Verbot der Käfighaltung die Verarbeitungsindustrie und die heimische Gastronomie verstärkt auf den Import billigerer Käfigeier setzen, womit in diesem Segment die von den Konsumenten nachgefragte Sicherheit nicht mehr gewährleistet wäre und auch den österreichischen Bauern ein wichtiger Teil der Wertschöpfung verloren gehen würde. Für einige Bauern wäre dies existenzgefährdend. Die bäuerlichen Betriebe wollen daher einen Umdenkprozess in Gang setzen, der die Deklaration von Lebensmitteln mit Eianteil zum Ziel hat, "um es den Konsumenten zu ermöglichen, auch bei verarbeiteten Produkten bewusst zu österreichischer Alternativware greifen zu können".

Transparenz & Sicherheit bei "versteckten Eiern"

"Unsere Legehennenhalter haben in den vergangenen Jahren mit vereinten Kräften auf eine gläserne Produktionsweise mit 100%iger Sicherheit für die Konsumenten hingearbeitet. Beim Schalenei ist die Umstellung auf alternative Haltungsformen nahezu vollständig gelungen. Lediglich 0,7% der im Lebensmittelhandel angebotenen Frischeier stammen noch aus Käfighaltung", erklärte der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Gerhard Wlodkowski. Diese Umstellung wurde von den Konsumenten gewünscht und im Bundestierschutzgesetz 2004 verankert. Der Konsument erkennt durch den Code auf jedem einzelnen Ei sofort das Herkunftsland, den Herkunftsbetrieb, die Haltungsform und die Haltbarkeit, womit er sich frei entscheiden kann, auf welche Haltungsform er beim Eiereinkauf zurückgreifen will.

Diese Erkennbarkeit der Herkunft müsse auch in der Verarbeitungsindustrie und der Gastronomie umgesetzt werden, in denen 22% beziehungsweise 40% des heimischen Eierverbrauchs verarbeitet werden. "Unser Ziel ist es, die Gastronomie und die Verarbeitungsindustrie zu überzeugen, auf österreichische Qualitätseier zu setzen und die Herkunft und Haltungsform für die Konsumenten sichtbar zu deklarieren. Andernfalls verlieren viele österreichische Legehennenhalter, die erst kürzlich in neue tierfreundliche Haltungssysteme investiert haben, ihre wirtschaftliche Zukunft", unterstrich Wlodkowski.

Höhere Produktionskosten

Die heimischen Legehennenhalter haben in den vergangenen Jahren mehr als EUR 100 Mio. in den Ausbau tiergerechter Ställe investiert. Derzeit werden in Österreich 5,2 Mio. Legehennen gehalten, die jährlich 1,5 Mrd. Eier produzieren. "Mit dem Käfighaltungsverbot werden einige Betriebe auf andere Produktionszweige umsteigen oder die Produktion einstellen. Insgesamt werden durch die Umstellung 600.000 Legehennenplätze in Österreich verloren gehen", informiert Benjamin Guggenberger, Geschäftsführer der Österreichischen Frischeier Erzeugergemeinschaft Vertriebs-GmbH. Der Selbstversorgungsgrad werde von derzeit 77% auf 65% fallen. Denn die Produktion bei Alternativware ist um ein Drittel teurer, bedingt durch Futtermittelkosten, kleinere Betriebsgrößen etc. "Importe zum Beispiel aus Deutschland, wo je Betrieb zehnmal mehr Hühner gehalten werden, kosten die preisbewusste Gastronomie daher deutlich weniger", so Guggenberger. Die große Herausforderung werde daher sein, den Selbstversorgungsgrad in Österreich zu stabilisieren beziehungsweise auszubauen. Dazu sei es allerdings notwendig, die Landwirte mit fairen Preisen zu motivieren, zusätzlich in die Erweiterung der österreichischen Eierproduktion zu investieren.

Eierkonsum in Österreich konstant

"Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch hat sich in Österreich seit Jahren bei 236 Eiern eingependelt. Der Gesamtkonsum beträgt damit rund 2 Mrd. Eier jährlich. 76% aller angebotenen heimischen Eier haben das AMA-Gütesiegel und unterliegen damit einem integrierten Produktionsprozess, bestehend aus sechs Stadien, die am Ende zu einem vorbildlichen Lebensmittel führen. Da ein Großteil aller Eier in Österreich in der Gastronomie und der Industrie verarbeitet wird, richtet die Agrarmarkt Austria Marekting mit ihren Werbeaktivitäten rund um's Ei auf diese Bereiche besonderes Augenmerk und investierte EUR 1 Mio. in entsprechende Marketingmaßnahmen zur Sensibilierung nicht nur der Endkonsumenten, sondern auch dieses Verkaufskanals", ergänzte AMA Marketing-Geschäftsführer, Stephan Mikinovic.

Die anlässlich des Welt-Ei-Tages veröffentlichte, neue AMA-Broschüre "Ei - rundum wertvoll" beleuchtet dieses wertvolle Lebensmittel auch aus dem Blickwinkel gesunder Ernährung, beantwortet die heißesten Fragen rund um dieses Hühnerprodukt, erläutert die hochwertigen Inhaltsstoffe als Functional Food, räumt einmal mehr mit dem Cholesterinirrtum auf und geht auf die besondere Wertigkeit des Eies für Frauen, Männer, Kinder und Senioren ein. Frischetipps und "eggscelente" Rezepte runden das Ganze ab.
(Schluss) wol

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