- 10.10.2008, 10:00:00
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Wandern: Angemessene Vorbereitung verhindert Verletzungen
Eine aktuelle KfV-Erhebung zeigt, wie Wanderer in Österreichs Bergen ausgestattet sind
Wien (OTS) - Rund 6.700 Wanderer verletzten sich im Jahr 2007 beim
Wandern so schwer, dass sie im Spital behandelt werden mussten. Knapp
die Hälfte aller Verletzungen (46%) waren Knochenbrüche, ein Viertel
der verletzten Wanderer erlitt Muskel- und Sehnenverletzungen. Mit
angemessener Planung und Ausrüstung könnten viele Blessuren
verhindert werden - doch nicht alle Hobbybergsteiger sind gut
vorbereitet, wenn sie ihre Tour starten. Das Kuratorium für
Verkehrssicherheit (KfV) befragte in einer aktuellen Erhebung in
österreichischen Wandergebieten 500 in- und ausländische Wanderer.
Zwar denken 49 Prozent der Befragten, dass Unfälle aufgrund
unzureichender Ausrüstung das größte Risiko beim Wandern darstellen.
Dennoch hat mehr als die Hälfte (56%) nicht einmal eine Wanderkarte
oder Wegbeschreibung mit. Während mehr als zwei Drittel der
ausländischen Touristen (71%) ihre Route auch mit entsprechenden
Karten planen, ist jeder Zweite (54%) der befragten Österreicher ohne
Wegbeschreibung unterwegs. Eine Wanderkarte ist beim Wandern aber
unbedingt notwendig - auch wenn man die Route kennt - bei plötzlichen
Wetteränderungen kann man schnell vom Weg abkommen. "Die genaue
Planung der Wanderroute und ausreichende Informationen über
Beschaffenheit und Schwierigkeitsgrad der Wege gewährleisten, dass
die Anforderungen der Wanderung der eigenen Kondition und
körperlichen Eignung entsprechen. Sonst können die eigenen Kräfte
überstrapaziert werden - die Verletzungsgefahr steigt", warnt Dr.
Anton Dunzendorfer, Bereichsleiter Heim, Freizeit & Sport im KfV. Die
Leistungsfähigkeit des Schwächsten sollte dabei der Maßstab sein.
Dennoch: Etwa ein Drittel der Befragten informierte sich weder über
Schwierigkeitsgrad (32%) noch über Geländebeschaffenheit (29%).
Auf die Ausrüstung kommt es an
Gut ausgestattet waren die befragten Wanderer, was das richtige
Schuhwerk anbelangt: 89 Prozent trugen feste Schuhe. Ideal sind
professionelle Wanderschuhe mit griffigem Profil, um sowohl auf
Wiesen als auch auf Wald- und Schotterwegen gut vorwärts zu kommen.
Wie für andere Sportarten muss auch beim Wandern immer ausreichend
Flüssigkeit und Energie aufgenommen werden. Nur rund jeder Zehnte
(13%) war nicht ausreichend mit Verpflegung und Getränken
ausgestattet. Als Proviant eignen sich besonders Wasser oder
gespritzter Apfelsaft, sowie kleine Portionen energiereicher Nahrung
wie Obst oder Müsliriegel. Für den Ernstfall sollte auch ein
Erste-Hilfe-Set mitgenommen werden. Doch nur 44 Prozent der befragten
Wanderer waren mit Material für die Erstversorgung von Verletzungen
ausgerüstet. Ein Handy mit Notfallnummern, um Hilfe anfordern zu
können, hatten zwei Drittel der Befragten (67%) mit. Im Notfall wählt
man den Euro-Notruf 112 oder den Alpinnotruf 140. Einen Kompass
hatten nur zwölf Prozent der Wanderer, ein GPS-Navigationsgerät
sieben Prozent. "Bei dichtem Nebel oder Regen kann man schnell die
Orientierung verlieren. Karte und Kompass oder GPS-Gerät sind hier
von großem Nutzen", sagt Dunzendorfer.
Wetterüberraschungen
In den Bergen kann schlechtes Wetter mit Nebel, Wind, Kälte oder
Blitzschlag lebensbedrohlich werden. "Ist schlechtes Wetter
vorhergesagt, verzichtet man am besten auf die Tour. Sind
Wärmegewitter am Nachmittag erwartet, plant man eine kürzere Tour.
Echt überraschende Wetterstürze gibt es nur mehr für Leute, die sich
nicht über die Wettervorhersage informiert haben", weiß Dunzendorfer.
Die meisten Wanderer wissen das: Von 89 Prozent der Befragten wird
die Wetterprognose bei der Routenplanung berücksichtigt. Bei jedem
Zweiten wurden für den Wandertag "Wettergefahren" wie Wärmegewitter
oder extreme Hitze prognostiziert. Dementsprechend trugen 74 Prozent
der Befragten wetterfeste Kleidung, knapp zwei Drittel (63%) waren
mit einem Regenschutz ausgestattet. Sonnenschutz hatten 88 Prozent
der Befragten dabei. Am besten unterwegs ist man mit dem so genannten
"Zwiebelschalenlook" - mehrere dünne Kleidungsstücke übereinander
ermöglichen ein Anpassen an die jeweiligen Witterungsverhältnisse.
Pullover und Regenschutz gehören ebenfalls zur Ausrüstung und immer
in den Rucksack. 83 Prozent der Befragten hatten im Vorfeld
Informationen über Gasthäuser am Weg eingeholt. Auch über Gehzeit
(88%) und Distanz (81%) waren die befragten Wanderer gut informiert.
Die wichtigsten Tipps für sicheres Wandern
- Angemessene Wanderausrüstung und Wanderbekleidung, insbesondere
warme Kleidung, Regenschutz und feste Wanderschuhe mit griffiger
Sohle
- Wanderkarte, ev. Kompass mitnehmen und stets kontrollieren, wo man
sich gerade befindet
- Zeitliche Reserven einplanen für den Fall einer Verletzung oder
eines Umwegs
- Tageslänge, Wettervorhersage und aktuelle Witterungsverhältnisse
berücksichtigen
- Nur markierte Wege benutzen
Wer diese Tipps beherzigt, kann nach ausreichender Vorbereitung und
mit angemessener Ausrüstung dem Ruf der Berge folgen.
Rückfragehinweis:
Elisabeth Gerstendorfer Kuratorium für Verkehrssicherheit Marketing & Kommunikation Tel.: 05 77 0 77-1906 E-Mail: [email protected] www.kfv.at
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