Wandern: Angemessene Vorbereitung verhindert Verletzungen

Eine aktuelle KfV-Erhebung zeigt, wie Wanderer in Österreichs Bergen ausgestattet sind

Wien (OTS) - Rund 6.700 Wanderer verletzten sich im Jahr 2007 beim Wandern so schwer, dass sie im Spital behandelt werden mussten. Knapp die Hälfte aller Verletzungen (46%) waren Knochenbrüche, ein Viertel der verletzten Wanderer erlitt Muskel- und Sehnenverletzungen. Mit angemessener Planung und Ausrüstung könnten viele Blessuren verhindert werden - doch nicht alle Hobbybergsteiger sind gut vorbereitet, wenn sie ihre Tour starten. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) befragte in einer aktuellen Erhebung in österreichischen Wandergebieten 500 in- und ausländische Wanderer. Zwar denken 49 Prozent der Befragten, dass Unfälle aufgrund unzureichender Ausrüstung das größte Risiko beim Wandern darstellen. Dennoch hat mehr als die Hälfte (56%) nicht einmal eine Wanderkarte oder Wegbeschreibung mit. Während mehr als zwei Drittel der ausländischen Touristen (71%) ihre Route auch mit entsprechenden Karten planen, ist jeder Zweite (54%) der befragten Österreicher ohne Wegbeschreibung unterwegs. Eine Wanderkarte ist beim Wandern aber unbedingt notwendig - auch wenn man die Route kennt - bei plötzlichen Wetteränderungen kann man schnell vom Weg abkommen. "Die genaue Planung der Wanderroute und ausreichende Informationen über Beschaffenheit und Schwierigkeitsgrad der Wege gewährleisten, dass die Anforderungen der Wanderung der eigenen Kondition und körperlichen Eignung entsprechen. Sonst können die eigenen Kräfte überstrapaziert werden - die Verletzungsgefahr steigt", warnt Dr. Anton Dunzendorfer, Bereichsleiter Heim, Freizeit & Sport im KfV. Die Leistungsfähigkeit des Schwächsten sollte dabei der Maßstab sein. Dennoch: Etwa ein Drittel der Befragten informierte sich weder über Schwierigkeitsgrad (32%) noch über Geländebeschaffenheit (29%).

Auf die Ausrüstung kommt es an

Gut ausgestattet waren die befragten Wanderer, was das richtige Schuhwerk anbelangt: 89 Prozent trugen feste Schuhe. Ideal sind professionelle Wanderschuhe mit griffigem Profil, um sowohl auf Wiesen als auch auf Wald- und Schotterwegen gut vorwärts zu kommen. Wie für andere Sportarten muss auch beim Wandern immer ausreichend Flüssigkeit und Energie aufgenommen werden. Nur rund jeder Zehnte (13%) war nicht ausreichend mit Verpflegung und Getränken ausgestattet. Als Proviant eignen sich besonders Wasser oder gespritzter Apfelsaft, sowie kleine Portionen energiereicher Nahrung wie Obst oder Müsliriegel. Für den Ernstfall sollte auch ein Erste-Hilfe-Set mitgenommen werden. Doch nur 44 Prozent der befragten Wanderer waren mit Material für die Erstversorgung von Verletzungen ausgerüstet. Ein Handy mit Notfallnummern, um Hilfe anfordern zu können, hatten zwei Drittel der Befragten (67%) mit. Im Notfall wählt man den Euro-Notruf 112 oder den Alpinnotruf 140. Einen Kompass hatten nur zwölf Prozent der Wanderer, ein GPS-Navigationsgerät sieben Prozent. "Bei dichtem Nebel oder Regen kann man schnell die Orientierung verlieren. Karte und Kompass oder GPS-Gerät sind hier von großem Nutzen", sagt Dunzendorfer.

Wetterüberraschungen

In den Bergen kann schlechtes Wetter mit Nebel, Wind, Kälte oder Blitzschlag lebensbedrohlich werden. "Ist schlechtes Wetter vorhergesagt, verzichtet man am besten auf die Tour. Sind Wärmegewitter am Nachmittag erwartet, plant man eine kürzere Tour. Echt überraschende Wetterstürze gibt es nur mehr für Leute, die sich nicht über die Wettervorhersage informiert haben", weiß Dunzendorfer. Die meisten Wanderer wissen das: Von 89 Prozent der Befragten wird die Wetterprognose bei der Routenplanung berücksichtigt. Bei jedem Zweiten wurden für den Wandertag "Wettergefahren" wie Wärmegewitter oder extreme Hitze prognostiziert. Dementsprechend trugen 74 Prozent der Befragten wetterfeste Kleidung, knapp zwei Drittel (63%) waren mit einem Regenschutz ausgestattet. Sonnenschutz hatten 88 Prozent der Befragten dabei. Am besten unterwegs ist man mit dem so genannten "Zwiebelschalenlook" - mehrere dünne Kleidungsstücke übereinander ermöglichen ein Anpassen an die jeweiligen Witterungsverhältnisse. Pullover und Regenschutz gehören ebenfalls zur Ausrüstung und immer in den Rucksack. 83 Prozent der Befragten hatten im Vorfeld Informationen über Gasthäuser am Weg eingeholt. Auch über Gehzeit (88%) und Distanz (81%) waren die befragten Wanderer gut informiert.

Die wichtigsten Tipps für sicheres Wandern

  • Angemessene Wanderausrüstung und Wanderbekleidung, insbesondere warme Kleidung, Regenschutz und feste Wanderschuhe mit griffiger Sohle
  • Wanderkarte, ev. Kompass mitnehmen und stets kontrollieren, wo man sich gerade befindet
  • Zeitliche Reserven einplanen für den Fall einer Verletzung oder eines Umwegs
  • Tageslänge, Wettervorhersage und aktuelle Witterungsverhältnisse berücksichtigen
  • Nur markierte Wege benutzen

Wer diese Tipps beherzigt, kann nach ausreichender Vorbereitung und mit angemessener Ausrüstung dem Ruf der Berge folgen.

Rückfragen & Kontakt:

Elisabeth Gerstendorfer
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Marketing & Kommunikation
Tel.: 05 77 0 77-1906
E-Mail: elisabeth.gerstendorfer@kfv.at
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