• 07.10.2008, 11:53:51
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Kostenexplosion bei Energieimporten

Von 2003 bis 2008: Energieimporte kosten um 5 Milliarden Euro pro Jahr mehr - Internationale Entwicklungen und Rohstoffmangel zwingen zum Handeln

Wien (OTS) - "Derzeit liegen die CO2-Emissionen Österreichs um
etwa 22 Millionen Tonnen jährlich über dem Wert laut Kyoto-Vertrag.
Daher wird Österreich, diesem Trend folgend, in der Vertragsperiode
von 2008 bis 2012 um cirka 110 Millionen Tonnen mehr CO2 emittieren
als vertraglich vereinbart. Wenn man für diese Mengen Zertifikate
kauft, werden diese für den Zeitraum von 2008 bis 2012 etwa zwei bis
drei Milliarden Euro kosten, also 400 bis 600 Millionen Euro pro
Jahr", so Dr. Heinz Kopetz, Präsident des Österreichischen und
Europäischen Biomasse-Verbandes. In die gleiche Richtung gibt Dr.
Hans Kronberger, Präsident von Photovoltaic Austria zu bedenken: "Die
Wahl ist geschlagen, die Probleme sind die gleichen geblieben. Die
Zeit drängt, es gilt eine Kontinuität in der Entwicklung aufrecht zu
erhalten. Die Nutzung erneuerbarer Energien ist ein wichtiger Beitrag
zur Versorgungssicherheit, um die Kosten bei Verfehlung der
Kyoto-Ziele zu reduzieren und Österreich bei der Umsetzung der
kommenden Eu-Richtlinie für erneuerbare Energien zu helfen."

Explodierende Kosten für Importe von Öl, Gas und Strom

"Neben diesen enormen Strafzahlungen sind die Mehrausgaben für
Energieimporte bei Öl, Gas, Kohle und elektrischen Strom - von 2003
mit vier Milliarden Euro bis 2008 auf neun Milliarden Euro - massiv
gestiegen", sagt Kopetz weiter. Auswirkungen hat das natürlich nicht
nur auf die Energiepreise an sich, sondern für jeden Konsumenten in
Österreich. So werden die Mehrkosten für fossile Energieträger
einerseits an die Verbraucher direkt weitergegeben, andererseits
werden die notwendigen CO2-Zertifikate teuer zugekauft.

"Investitionen in erneuerbare Energieträger sind keine
Entwicklungshilfe für hoffnungsvolle Ersatzenergieträger mehr,
sondern ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit. Das wird
angesichts der Verknappung der weltweiten Reserven an fossiler
Primärenergie von ÖL, Gas und Kohle sowie Uran besonders deutlich.
Radikale Preisschübe können nur über dauerhaft verfügbare
Primärenergieträger aus erneuerbarer Quelle abgefangen werden. Man
muss davon ausgehen, dass die Berechnungen der "Energy Watch Group"
stimmen und der Ölpeak bereits vor zwei Jahren stattgefunden hat. Bei
Erdgas ist absehbar, dass bereits in den nächsten fünf bis zehn
Jahren ein Versorgungsproblem eintritt," ergänzt Kronberger.

Energiewende - jetzt!

"Bei Fortsetzung der aktuellen Energiepolitik wird unser Wohlstand
immer mehr reduziert, wenn wir tatenlos zusehen. Deshalb ist der
Ausweg aus diesem Dilemma nur durch eine echte Energiewende zu
schaffen, dazu präsentieren wir die Vorschläge", so Kopetz.
Energiewende bedeutet den zügigen Aufbau eines neuen Systems der
nachhaltigen Energieversorgung basierend auf drei Säulen:

- Energie sparen
- Energie effizient umwandeln und einsetzen
- Erneuerbare Energien wie Wasserkraft, Windkraft, Biomasse,
Photovoltaik, Solarthermie und Geothermie rasch ausbauen

"Notwendige Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele beinhalten neben
der Übereinstimmung mit internationalen Verträgen die Bereiche Wärme,
Strom, erneuerbare Treibstoffe und Antriebssysteme sowie Maßnahmen in
der Steuerpolitik", zeigt sich Kopetz überzeugt.

Ausgewählte Maßnahmen im Einzelnen:

- Erhöhung der energetischen Altbausanierung
 - Schaffung eines neuen Wärmegesetzes
 - Vereinheitlichung der Förderungen für erneuerbare Wärme
 - Neues Ökostromgesetz ohne Deckelung
 - Schaffung eines Stromspargesetzes
 - Mindestwirkungsgrade bei kalorischen Kraftwerken von mindestens 
   70 %
 - Beibehaltung des Beimischungszieles für Biokraftstoffe und 
   Förderung der Reinverwendung
 - Unterstützung von Strom als Alternativtreibstoff unter Verwendung
   von Strom aus erneuerbarer Quelle
 - Entlastung des Faktors Arbeit bei gleichzeitiger Erhöhung der 
   Abgaben für Energie aus fossilen Quellen

"Die Verbesserung der teilweise unerträglichen Rahmenbedingungen
unter Berücksichtigung der volkswirtschaftlichen Aspekte und nach dem
Vorbild des deutschen Erneuerbaren Energie Gesetzes sowie die
Einhaltung der Wahlversprechen betreffend der Deckelung im
Ökostromgesetz muß endlich realisiert werden, so wie es auch die
wahlwerbenden Parteien bei vergangenen Veranstaltungen signalisiert
haben. Speziell für die Photovoltaik muß der Anschluss an die
internationale Entwicklung ermöglicht werden", fasst Kronberger
zusammen. Hier muß die erfolgreiche - und schon nach Minuten
aufgebrauchte - Förderung des Klima- und Energiefonds als strahlendes
Beispiel erwähnt werden, die zeigt, dass die Bevölkerung bei
geeigneten Förderungen in erneuerbare Energien investiert. Diese
Mittel hierfür müssen unbedingt aufgestockt werden.

"Die Zielsetzung von 34 % erneuerbarer Energien für Österreich in
der kommenden EU-Richtlinie für erneuerbare Energien, und damit dem
Bekenntnis der Österreichischen Bundesregierung zu mehr Energie aus
erneuerbarer Quelle, ist nun der erste Schritt in die richtige
Richtung, weitere Schritte müssen folgen", so Kopetz abschließend.

Rückfragehinweis:

Österreichischer Biomasse-Verband
   Franz Josefs-Kai 13
   1010 Wien
   +43 (0)1 533 0797 -25
   grill@biomasseverband.at
   www.biomasseverband.at
   
   
   PHOTOVOLTAIC AUSTRIA Federal Association
   Neustiftgasse 115A
   1070 Wien
   +43(0)1 522 3581
   office@pvaustria.at
   www.pvaustria.at

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