• 01.10.2008, 17:25:57
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Rettungsaktionen für notleidende Banken weltweit!

Wer aber rettet die Pensionskassenkapitalien von 570.000 Österreichern?

Wien (OTS) - Der internationale Börsenverfall hat dazu geführt,
dass in den USA und nun auch immer öfter in Europa der Steuerzahler
für die Verluste von großen Finanzinstituten zur Kasse gebeten wird.
Große Unternehmen werden aufgefangen, wogegen Leistungs- und
Anwartschaftsberechtigte von Pensionskassen, Menschen aus Fleisch und
Blut, im Regen stehen gelassen werden. In Österreich sind
einschließlich der Angehörigen weit mehr als ½ Million Menschen
betroffen, denen - wenn nichts geschieht - ein Lebensabend mit
radikal verkleinerten Pensionen und Pensionsansprüchen bevorsteht.

Angesichts des globalen Börsengeschehens muss man das hiesige
Konzept der "2.Säule der Altersvorsorge" als gescheitert betrachten.
Die ausschließliche Profitorientierung der Unternehmen, deren Lobby
ein Pensionskassengesetz durchgedrückt hat, das den Betroffenen alle
Risken auferlegt, die Pensionskassen aber mehr oder minder
leistungsfrei stellt, ist für den Zusammenbruch verantwortlich.
Ebenso aber besteht eine Verantwortung des Staates, der die private
Altersvorsorge nachdrücklich forciert und unrealistische
Ertragserwartungen genehmigt hat, eine rasche Sanierung der zweiten
Säule der Altersvorsorge in Angriff zu nehmen.

Da sich alle im Nationalrat vertretenen Parteien auf
PE|KA|BE-Anfrage vor der Nationalratswahl und damit bereits vor den
dramatischen Entwicklungen der letzten Tage zur
Sanierungsnotwendigkeit des Pensionskassengesetzes bekannt haben,
richten wir an die zukünftige Regierung den dringenden Appell, zu den
Vorwahlzusagen zu stehen und eine rasche Lösung des akuten Problems
herbeizuführen. Wenn heute EU-weit eine höhere Eigenkapitalquote
(mehr als 8 %) für Banken verlangt wird, so können österreichische
Pensionskassen nicht wie bisher mit einer lächerlichen
Eigenkapitalausstattung von 1 % das Treuhandkapital von 570.000
Pensionskassenberechtigten verwalten und leider auch verspekulieren,
ohne Sicherungen zu bieten oder Konsequenzen befürchten zu müssen.
Eine massive Erhöhung der Eigenkapitalquote, zu der die Aktionäre der
Pensionskassen - und nicht die Pensionskassenberechtigten - per
Gesetz zu verpflichten sind und eine Mindestgarantie für die
Veranlagungsergebnisse sind ein Gebot der Stunde. Gleiches gilt für
die Einführung neuer, wirksamer Kontrollmechanismen, die heute
weltweit für die Finanzindustrie gefordert werden und vor den
österreichischen Pensionskassen nicht Halt machen dürfen.

Der PE|KA|BE - Schutzverband der Pensionskassenberechtigten wird
daher weiterhin alles tun, um die Öffentlichkeit aufzuklären und von
Politik und Wirtschaft notwendige Konsequenzen zu fordern.

Rückfragehinweis:
Günter Braun
[email protected]
Tel. 0699-111 58 699

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