- 30.09.2008, 11:10:00
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10. Internationale Brunel Awards vergeben
UIC und Watford Group verleihen in Wien Auszeichnungen für herausragendes Design und Architektur im Bahnsektor - Hauptpreis geht an ÖBB
Wien (OTS) - (Wien, 30. September 2008) - Eine hochrangige
internationale Jury unter Vorsitz des französischen Star-Architekten
Dominique Perrault hat heute in Wien die 10. Brunel Awards für
herausragendes Design und Architektur im Bahnwesen verliehen. Die 15
Preise und 15 Anerkennungen wurden in den Kategorien "Architektur",
"Industrie-Design und künstlerische Gestaltung", "Technische
Infrastruktur und Umweltgestaltung" sowie "Rollendes Material"
vergeben. Den Hauptpreis für herausragende Leistungen in allen
Kategorien erhalten erstmals die ÖBB. Insgesamt hatten sich 32
Eisenbahn-Unternehmen aus 18 Ländern und 3 Kontinenten mit 161
Einreichungen um die begehrten Auszeichnungen beworben. Organisiert
wurde die Ausschreibung und Preisverleihung der 10.Brunel Awards von
der Watford Group für Bahn-Design gemeinsam mit den ÖBB und mit dem
internationalen Eisenbahnverband UIC.
Leistungsschau für Design und Architektur im Bahnwesen
Die Brunel Awards wurden 1985 von der Watford Group ins Leben gerufen
und werden in unregelmäßigen Abständen von zwei bis vier Jahren
vergeben. Ziel dieser internationalen Auszeichung ist es, die
Design-Qualität im Bahnsektor zu fördern und Eisenbahnen damit für
ihre Kunden noch attraktiver zu machen. Benannt sind die Preise nach
dem britischen Ingenieur und Bahn-Pionier Isambard Kingdom Brunel
(1806 - 1859). Er wurde vor allem durch den Bau der Great Western
Railway bekannt. Beispielhaft für Brunels Innovationsgeist sind seine
zahlreichen Eisenbahn-Bauten - insbesondere Brücken, Bahnhöfen und
Tunnel - die im viktorianischen England als technisches und
gestalterisches Wunderwerk galten.
Mit den Brunel Awards werden alle Bereiche des Bahnwesens prämiert -
von Bahnhöfen über technische Infrastrukturbauten wie z.B. Brücken
und Stellwerke bis hin zu Loks und Wagons. Im Unterschied zu anderen
Design- und Architektur-Preisen werden mit den Brunel Awards aber
ausschließlich die Auftraggeber ausgezeichnet. "Der Watford Group war
es ein Anliegen, Bahnunternehmen zu mehr Investitionen in Architektur
und Design zu ermutigen. Mit den Brunel Awards ist uns das gut
gelungen - wie die 161 eingereichten Projekte beweisen", so Andreas
Heym, Generalsekretär der Watford Group. Die Gruppe ist ein
internationaler Verband von Architekten und Designern, die in
Bahnunternehmen tätig sind. Im Rahmen der jährlichen Watford
Konferenz tauschen sich die Mitglieder über die neuesten
Entwicklungen in Bahn-Architektur und Design aus.
Blick auf die Bahn der Zukunft
Seit ihrer Gründung haben sich die Brunel Awards als bedeutendster
Bauherren-Preis im Bahnsektor etabliert. Die Einreichungen sind
dementsprechend immer auch eine Leistungsschau des internationalen
Bahn-Bauwesens. Von der Qualität und Visionskraft der gezeigten
Projekte zeigte sich auch die Jury der Brunel Awards beeindruckt, so
Jury-Vorsitzender Architekt Dominique Perrault: "Meine Kollegen und
ich waren bei der Durchsicht der eingereichten Projekte begeistert.
Eisenbahnen zählen zu unserem Alltag und wir schenken diesem
Verkehrssystem meistens viel zu wenig Beachtung. Im Rahmen der Brunel
Awards konnten wir einen spannenden Blick in die Zukunft der Bahn
werfen. Die heute ausgezeichneten Projekte weisen den Weg in Richtung
von sehr interessanten, menschen- und umweltgerecht gestalteten
Bahnstrukturen."
Neben dem französischen Architekten Perrault umfasste die 8-köpfige
Jury die bekannte Wiener Architektin Marta Schreieck, den
Industrie-Designer Gerald Kiska, den Autor, Kritiker und Architekten
Christian Kühn aus Wien sowie Klaus Bollinger, Professor für
Tragwerkslehre aus Deutschland. Die UIC war in der Jury vertreten
durch Kommunikationsdirektor Paul Veron aus Frankreich,
Infrastruktur-Direktor Gerald Dalton (Irland) sowie Oliver Sellnick
aus Deutschland, Direktor des Bereichs Bahnunternehmungen.
Starker Partner UIC
Erstmals hat sich der internationale Eisenbahnverband UIC an der
Ausschreibung und Organisation der Brunel Awards beteiligt. Dadurch
wurde im Wettbewerb der Fokus auf die Sicht der Bahnunternehmen und
ihrer Kunden verstärkt. UIC-Generaldirektor Luc Aliadière sieht in
den Preisen einen wichtigen Impuls für die weltweite Bahn-Branche.
"Gutes Design und innovative Architektur machen Bahnunternehmen
sichtbarer und interessanter für ihre Kunden. Die Brunel Awards
ermöglichen den internationalen Vergleich von Design-Standards
innerhalb der Branche und setzen neue Benchmarks."
Special Award für ÖBB
Den Hauptpreis für herausragende Gestaltungsleistungen in allen
Bereichen des Bahnwesens über mehrere Jahre hinweg erhielten erstmals
die ÖBB. Die Jury begründete ihre Entscheidung mit der "aktiven
Qualitätsoffensive der ÖBB in allen Sektoren des Eisenbahnwesens."
Damit sei das Bahnwesen in Österreich in relativ kurzer Zeit aus dem
Mittelfeld herausgehoben und zu einem internationalen
Referenzbeispiel für Eisenbahn-Gestaltung gemacht worden. Das
Beispiel Österreichs soll andere Länder ermutigen, ihre Eisenbahnen
ebenfalls durch Investitionen in Architektur, Service und Gestaltung
aufzuwerten. Georg-Michael Vavrovsky, Vorstand der ÖBB-Infrastruktur
Bau AG, nahm den Special Award für die ÖBB entgegen. In seiner Rede
betonte er, dass die ÖBB den erfolgreichen Weg der letzten Jahre
fortsetzen wollen: "Qualität und Komfort werden darüber entscheiden,
ob die Bahn den Wettbewerb der Verkehrsträger gegen Straße und
Flugzeug gewinnen kann. Hervorragende Architektur und neuen
Design-Ansätze sind ein wesentlicher Beitrag zu noch besserer
Qualität. Das kommt bei unseren Kunden sehr gut an - wie uns
Meinungsumfragen regelmäßig beweisen. Es lohnt sich, in die
gestalterische Qualität im Eisenbahnwesen zu investieren!"
Ausstellung im MQ Wien
Alle 161 für die Brunel Awards eingereichten Projekte sind von 30.
September bis 3. Oktober im Museumsquartier Wien in der Ovalhalle
ausgestellt. Die Projekte bieten einen Überblick über den state of
the art in Architektur und Design im Bahnwesen. Die Ausstellung ist
täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet.
Die eingereichten Projekte sind auch im Internet dargestellt:
www.oebb.at/brunelawards
Die Preisträger der 10. Brunel Awards
Special Brunel Jury Prize
Die ÖBB erhalten den Hauptpreis für herausragende Design-Leistungen
in allen Bereichen des Bahnwesens über mehrere Jahre hinweg.
Brunel Awards in der Kategorie 1 - Architektur
In dieser Kategorie wurden 80 Projekte eingereicht. 10 davon
erhielten einen Brunel Award.
• SNCF / Frankreich: Multi-Modal Transportknoten Straßburg
• SNCF / Frankreich: Renovierung des Bahnhofs Paris Est
• DB / Deutschland: Renovierung des historischen Daches am
Hauptbahnhof Dresden
CIE / Irland: Bahnhof Tara Street Station - Südausgang
• Kyushu Railway Company / Japan: Bahnhof Hyugashi
• London & Continental Railway Ltd. / Großbritannien: St Pancras
International London
• Pro Rail / Niederlande: Bahnhof Amsterdam Bijlmer-ArenA
• SBB / Schweiz: Zug Rapid-transit System
• SBB / Schweiz: Bahnhof Basel Dreispitz
• ÖBB: Innsbruck Hauptbahnhof
Brunel Awards in der Kategorie 2 - Industrie-Design, Grafik, Kunst
In Kategorie 2 wurden 39 Projekte eingereicht. 2 erhielten Brunel
Awards
• ÖBB: Graz Hauptbahnhof - Künstlerische Gestaltung der
Eingangshalle
• East Japan Railway Company / Japan: Gestaltungskonzept für
Toilettenanlagen in Bahnstationen
Brunel Awards in der Kategorie 3 - Technische Infrastruktur und
Umwelt
18 Projekte wurden in Kategorie 3 eingereicht, 2 Brunel Awards wurden
vergeben.
• BLS / Alpintransit AG / Schweiz: Lötschberg Basistunnel
• SBB/ Schweiz: Betriebsrestaurant Olten, Tannwald
Brunel Awards in der Kategorie 4 - Rollendes Material
Aus 24 eingereichten Projekten wurde ein Award ausgewählt.
• DB / Deutschland: ICE 1 Modernisierung
Anerkennungspreise
Zusätzlich wurden 15 Anerkennungspreise verliehen an Projekte, die
gute Lösungen für spezifische Herausforderungen darstellen oder
einzelne besonders interessante Ideen beinhalten.
Anerkennungspreise in der Kategorie 1 - Architektur
• ÖBB / Österreich: Bahnhof Dornbirn • Chinesisches Eisenbahn-Ministerium / China: Bahnhof Shanghai-Süd • East Japan Railway Company / Japan: Bahnhof Hoshakuji • SNCF / Frankreich: TGV Bahnhof Meuse Voie Savrée • DB / Deutschland: Berlin Hauptbahnhof • MAV / Ungarn: Bahnhof Szeged - Rekonstruktion der Empfangshalle und Renovierung der Lotz Halle am Bahnhof Keleti in Budapest • SBB / Schweiz: Bahnhof Lausanne - Renovierung der Halle • SBB / Schweiz: Verkehrshaus Luzern • SBB / Schweiz: Aufwertung Bahnhof Hardbrücke in Zürich
Anerkennungspreise in der Kategorie 2 - Industrie-Design, Grafik,
Kunst
• East Japan Railway Company / Japan: Informationssystem auf
Großbildschirmen
• SNCF / Frankreich: "Achemine" - eine barrierefreie Schrift, für
alle lesbar
Anerkennungspreise in der Kategorie 3 - Technische Infrastruktur und
Umwelt
• Pro Rail / Niederlande: Eisenbahnbrücke Eefde
• Pro Rail / Niederlande: Lärmschutzwand in Untrecht
Anerkennungspreise in der Kategorie 4 - Rollendes Material
• Odakyu Electric Railway / Japan: flexible einsetzbarer Pendlerzug
ROMANCECAR 60000 MSE
• Kyushu Railway Company / Japan: Neuausstattung der Caldera Liner
Aso aus 1962
Rückfragehinweis:
Mag. Bettina Gusenbauer
Konzernkommunikation
ÖBB-Holding AG
Tel: +43 1 93000 44087
e-mail: [email protected]
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