Faymann zu 25. Todestag Bruno Pittermanns: Wir gedenken eines großen Sozialdemokraten und großen Politikers

Wien (SK) - Heute vor 25 Jahren verstarb der ehemalige SPÖ-Vorsitzende Bruno Pittermann. "Wir gedenken aus Anlass seines 25. Todestages eines großen Sozialdemokraten und eines großen Politikers der Zweiten Republik", betonte SPÖ-Vorsitzender Werner Faymann am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Pittermann, der sowohl im Ständestaat als auch in der NAZI-Zeit massiven Repressalien ausgesetzt war, ist einer jener Politiker, die das demokratische System der Zweiten Republik und die Sozialpartnerschaft mit aufgebaut haben." ****

Bruno Pittermann war von Jugendtagen an tief im sozialdemokratischen Milieu verwurzelt. Sein Vater war Wagnergehilfe, als politisch gemaßregelter Gewerkschafter von Steyr nach Wien gezogen, Krankenkassenangestellter geworden, und ermöglichte dem Sohn den Zugang zu höherer Bildung. Nach der Matura studierte Pittermann zunächst mit ausgezeichnetem Erfolg Geschichte und Geographie. Als 18-Jähriger trat er der Sozialdemokratie bei und wurde Obmann der Sektion Universität der Sozialistischen Studenten. In dieser Funktion lernte er Adolf Schärf, damals Klubsekretär, kennen, der ihn auf seinem politischen Weg lange begleiten und fördern sollte.

Sowohl 1934 als auch 1938 verlor Pittermann aus politischen Gründen seinen Beruf. Im Austrofaschismus wurde er von seinem Posten in der Arbeiterkammer entfernt, die Nazis nahmen ihm seine Stellung als HTL-Lehrer und verhinderten den Abschluss seines zweiten Studiums der Rechtswissenschaft. Pittermann überstand die Nazi-Zeit mit seiner Frau, die aus rassischen Gründen sehr gefährdet war, und wurde nach der Befreiung Sekretär von Staatssekretär Johann Böhm und Beamter des Sozialressorts. Er leistete Maßgebliches für die Wiedererrichtung der Arbeiterkammern und wechselte schließlich auch als Erster Sekretär in die Arbeiterkammer Wien.

1948 wurde Pittermann Klubsekretär, 1949 geschäftsführender Klubobmann, wieder unter Adolf Schärf. Als dieser 1957 zum Bundespräsidenten gewählt wurde, war Pittermann in der Wiener Parteiorganisation, in der Gewerkschaft sowie in der Parlamentsfraktion stark verankert. Pittermann wurde schließlich Parteivorsitzender und Vizekanzler und leitete bedeutende organisatorische und programmatische Erneuerungen in der SPÖ ein, die im neuen Parteiprogramm von 1958 mündeten.

"Bruno Pittermann war mit Herz und Seele Parlamentarier, dabei kam ihm seine Begabung als exzellenter Redner und Kommunikator zugute", betone Faymann. Der Schwerpunkt seiner Arbeit lag hier im Bereich der Sozialpolitik. Er war einer der Väter des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG), der Basis des österreichischen Sozialstaats. Aber auch als Ressortverantwortlicher für die Verstaatlichte Industrie (1959 - 1966) erwarb sich Pittermann große Verdienste.

Zudem war Bruno Pittermann auch auf der internationalen Ebene sehr aktiv. Menschenrechte und Demokratie standen im Zentrum seiner Tätigkeit im Europarat, aber auch in der Sozialistischen Internationale, deren Präsident er von 1964 bis 1976 war. Die Verurteilung des Militärputsches in Griechenland 1967, die Verteidigung der Rechte von Regimegegnern und jüdischen Bürgerinnen und Bürgern im Ostblock gingen in großem Maße auf ihn zurück. (Schluss) up

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0012