• 19.09.2008, 14:17:54
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Faymann zu 25. Todestag Bruno Pittermanns: Wir gedenken eines großen Sozialdemokraten und großen Politikers

Wien (SK) - Heute vor 25 Jahren verstarb der ehemalige
SPÖ-Vorsitzende Bruno Pittermann. "Wir gedenken aus Anlass seines 25.
Todestages eines großen Sozialdemokraten und eines großen Politikers
der Zweiten Republik", betonte SPÖ-Vorsitzender Werner Faymann am
Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Pittermann, der sowohl im
Ständestaat als auch in der NAZI-Zeit massiven Repressalien
ausgesetzt war, ist einer jener Politiker, die das demokratische
System der Zweiten Republik und die Sozialpartnerschaft mit aufgebaut
haben." ****

Bruno Pittermann war von Jugendtagen an tief im sozialdemokratischen
Milieu verwurzelt. Sein Vater war Wagnergehilfe, als politisch
gemaßregelter Gewerkschafter von Steyr nach Wien gezogen,
Krankenkassenangestellter geworden, und ermöglichte dem Sohn den
Zugang zu höherer Bildung. Nach der Matura studierte Pittermann
zunächst mit ausgezeichnetem Erfolg Geschichte und Geographie. Als
18-Jähriger trat er der Sozialdemokratie bei und wurde Obmann der
Sektion Universität der Sozialistischen Studenten. In dieser Funktion
lernte er Adolf Schärf, damals Klubsekretär, kennen, der ihn auf
seinem politischen Weg lange begleiten und fördern sollte.

Sowohl 1934 als auch 1938 verlor Pittermann aus politischen Gründen
seinen Beruf. Im Austrofaschismus wurde er von seinem Posten in der
Arbeiterkammer entfernt, die Nazis nahmen ihm seine Stellung als
HTL-Lehrer und verhinderten den Abschluss seines zweiten Studiums der
Rechtswissenschaft. Pittermann überstand die Nazi-Zeit mit seiner
Frau, die aus rassischen Gründen sehr gefährdet war, und wurde nach
der Befreiung Sekretär von Staatssekretär Johann Böhm und Beamter des
Sozialressorts. Er leistete Maßgebliches für die Wiedererrichtung der
Arbeiterkammern und wechselte schließlich auch als Erster Sekretär in
die Arbeiterkammer Wien.

1948 wurde Pittermann Klubsekretär, 1949 geschäftsführender
Klubobmann, wieder unter Adolf Schärf. Als dieser 1957 zum
Bundespräsidenten gewählt wurde, war Pittermann in der Wiener
Parteiorganisation, in der Gewerkschaft sowie in der
Parlamentsfraktion stark verankert. Pittermann wurde schließlich
Parteivorsitzender und Vizekanzler und leitete bedeutende
organisatorische und programmatische Erneuerungen in der SPÖ ein, die
im neuen Parteiprogramm von 1958 mündeten.

"Bruno Pittermann war mit Herz und Seele Parlamentarier, dabei kam
ihm seine Begabung als exzellenter Redner und Kommunikator zugute",
betone Faymann. Der Schwerpunkt seiner Arbeit lag hier im Bereich der
Sozialpolitik. Er war einer der Väter des Allgemeinen
Sozialversicherungsgesetzes (ASVG), der Basis des österreichischen
Sozialstaats. Aber auch als Ressortverantwortlicher für die
Verstaatlichte Industrie (1959 - 1966) erwarb sich Pittermann große
Verdienste.

Zudem war Bruno Pittermann auch auf der internationalen Ebene sehr
aktiv. Menschenrechte und Demokratie standen im Zentrum seiner
Tätigkeit im Europarat, aber auch in der Sozialistischen
Internationale, deren Präsident er von 1964 bis 1976 war. Die
Verurteilung des Militärputsches in Griechenland 1967, die
Verteidigung der Rechte von Regimegegnern und jüdischen Bürgerinnen
und Bürgern im Ostblock gingen in großem Maße auf ihn zurück.
(Schluss) up

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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