• 18.09.2008, 13:14:12
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Schüssel überreicht Felix Ermacora-Menschenrechtspreis 2008 an Botschafter Strohal

Pressepreis an Alfred Payrleitner - Alois Mock-Preis an das Hilfswerk Austria

ÖVP-Klubobmann Dr. Wolfgang Schüssel überreichte Mittwoch, 17. September 2008, im Empfangssalon des Parlaments den Felix Ermacora-Menschenrechtspreis an Dr. Christian Strohal (rechts).

Wien (ÖVP-PK) - Als Preisträger 2008 hat der "Felix
Ermacora-Menschenrechtsverein - Verein zur Wahrung und Förderung der
Menschenrechte" Botschafter Dr. Christian Strohal von der Leitung der
Ständigen Vertretung beim Büro der Vereinten Nationen und den
Spezialorganisationen in Genf sowie den Publizisten Alfred
Payrleitner (Pressepreis) ausgewählt. Der Alois Mock-Preis für
soziales Engagement - der zum zweiten Mal vergeben wurde - ging an
das Hilfswerk Austria. "Die Verleihung eines Menschenrechtspreises
ist uns als ÖVP, einer christlichen Partei, die für Menschenrechte
und ihren Schutz eintritt, ein besonderes Anliegen", begrüßte
Präsident Dr. Michael Spindelegger die zahlreich erschienenen
Festgäste, darunter Außenministerin Dr. Ursula Plassnik, den
Präsidenten der Politischen Akademie, Dr. Werner Fasslabend, und
Univ.Prof. Dr. Heribert Köck, Vorsitzender des wissenschaftlichen
Beirates. ÖVP-Klubobmann Dr. Wolfgang Schüssel, Obmann des Felix
Ermacora-Menschenrechtsvereins, überreichte gestern,
Mittwochnachmittag, im Empfangssalon des Parlaments die Preise. Für
das Hilfswerk übernahm dessen Geschäftsführerin Dr. Heidi Burkhardt
die Auszeichnung. ****

"Leicht war es diesmal nicht", so Schüssel, der auch an der Jury
teilgenommen hatte, zur Auswahl der Preisträger. Wenn man die
Lebensläufe dieser herausragenden Persönlichkeiten ansehe, bemerke
man, dass sie alle mit Europa arbeiten, sich an Europa ‚reiben’, es
verbessert haben und es noch besser gestalten wollen. Man habe bei
der Auswahl der Preisträger allerdings nicht geahnt, in welche
spannende und kontroversielle Zeit die Preisverleihung falle.

Schüssel ging in seiner Rede auf die drei Säulen ein, auf die dieses
Europa aufgebaut sei. Nach der Phase des Nationalismus wollte man als
Gegenthese auf die europäische Einigung, die Integration, setzen.
"Das war damals völlig unbestritten und eine prägende Säule." Die
zweite Idee sei - nach dem Versagen der Planwirtschaft - die soziale
Marktwirtschaft gewesen. Der dritte Gedanke war dann - nach
Überwindung der blutigen Diktatur -, das Konzept der
parlamentarischen Demokratie zu leben und zu einem europäischen
Verfassungsrang hoch zu heben. Alle diese drei Säulen würden aber
immer wieder hinterfragt. Es sei nicht mehr selbstverständlich, dass
die EU-Integration und Überwindung des Nationalismus ein
unbestrittenes Prinzip sei. Im Gegenteil - diese Nationalismen auf
verschiedenen Ebenen und unter verschiedenen Masken würden alle
spüren können - auch hier in Österreich.

Er, Schüssel, glaube an die parlamentarische Demokratie. Zu sagen,
diese sei gegenüber einem Plebiszit minder und ein Beschluss von
gewählten Volksvertretern sei ein Überfahren der Menschen - "ist eine
Rückentwicklung - da sind wir schnell beim Abwerten der politischen
Parteien, der Volksvertretung".

Anschließend ging Schüssel auf die drei Preisträger ein. Sie alle
hätten wesentlich mit Europa und der Vision Europas zu tun:

Christian Strohal sei immer wieder an Knotenpunkten der
Menschenrechtspolitik aufgetaucht, so Schüssel. "Mit ihm ehren wir
heute eine Persönlichkeit, die im Kampf um Demokratie und
Menschenrechte immer an vorderster Front gestanden hat," so Univ.
Prof. Dr. Heribert Köck, Vorsitzender des wissenschaftlichen
Beirates, in seiner Laudatio. Köck verwies auf die früheren
Tätigkeiten Strohals - unter anderem als Sonderbotschafter bei der
Vorbereitung und Durchführung der Weltmenschenrechtskonferenz in Wien
1992/93. Es folgte 1994 die Berufung zum Leiter der
Menschenrechtsabteilung des Bundesministeriums für auswärtige
Angelegenheiten. 2003 trat er seinen Posten als Direktor des ODIHR
(Office for Democratic Institutions and Human Rights - Büro für
demokratische Institutionen und Menschenrechte) an. Strohal habe
zudem mehrere einschlägige Arbeiten zu Menschenrechtsfragen
publiziert.

Alfred Payrleitner, der Träger des Pressepreises, sei ein guter
Geschichtenerzähler, aber noch mehr ein großartiger Erklärer. Er sei
in der Lage, komplexe Zusammenhänge verschiedener Bereiche sinnvoll
darzustellen, so Schüssel über den Publizisten. Alfred Payrleitner
habe mit seiner Feder dazu beigetragen, einen innenpolitischen Dialog
zu unterhalten. Seine Bücher seien der Versuch einer kritischen
Bilanz in Verbindung mit visionären Zielvorstellungen, hob Köck unter
anderem das 2007 erschienene Buch "Hinter den Kulissen der EU", das
Payrleitner gemeinsam mit Gregor Woschnagg und Werner Mück verfasst
hat, hervor. Für Payrleitner stehe immer der Mensch im Mittelpunkt.
Der Preis sei eine hochverdiente Anerkennung eines jahrzehntelangen
vorbildlichen Wirkens im Dienste der Humanität und soll auch Mut und
Kraft zum Weitermachen geben.

Alois Mock-Preis für soziales Engagement

Gleichzeitig zum Felix-Ermacora-Menschenrechtspreis wurde im
Empfangssalon auch der vom ÖVP-Parlamentsklub und der Politischen
Akademie ins Leben gerufene Alois Mock-Preis zum zweiten Mal
verliehen. Damit werden Institutionen geehrt, die sich durch ihr
soziales Engagement auszeichnen. Der Preis 2008 ging an das Hilfswerk
Austria - eine humanitäre, überparteiliche Organisation, die weltweit
den zivilen Opfern von Kriegen oder Umweltkatastrophen sowie auch in
der Entwicklungszusammenarbeit große Hilfe leistet, so Köck.
Stellvertretend für das Hilfswerk nahm die Geschäftsführerin Dr.
Heidi Burkhardt den Preis entgegen. In den schwierigsten Situationen
- sei es in der Kosovo-Krise oder in Albanien - sei das Hilfswerk mit
bestem internationalem Standard an vorderster Front, lobte Schüssel.

"Österreich hat eine gute europäische, menschenrechtliche Tradition.
Die heurigen Preisträger verdienen diesen Preis, weil sie genau in
dieser Tradition stehen", so Schüssel.

Der Felix Ermacora-Menschenrechtspreis wurde im Jahr 2005 anlässlich
des zehnten Todestages des bedeutenden Völkerrechts- und
Menschenrechtsexperten Univ. Prof. Dr. Felix Ermacora von
ÖVP-Parlamentsklub und der Politischen Akademie ins Leben gerufen.
"Der Preis erinnert uns an Felix Ermacora. Wer sich mit ihm
beschäftigt, weiß, welch vielfältiges Talent er war", so Spindelegger
bei der Preisverleihung.
(Schluss)

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Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .

Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at

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